Polizei löst rechte Party auf

Am Samstagabend hatten sich in einer ehemaligen Gaststätte "Hollywood" in der Stockhäuser Hauptstraße etwa 50 Personen getroffen. Nach Polizeiangaben gehört das Anwesen einem 46-jährigen Leuner. Polizisten aus der Polizeidirektion Lahn-Dill und von der hessischen Bereitschaftspolizei hatten die Gäste dieser Feier bereits im Vorfeld kontrolliert. Dabei fielen zwei Autofahrer auf, die offensichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen und im Besitz von Drogen waren. Sie mussten sich jeweils einer Blutentnahme unterziehen. Die Besucher stammten aus Hessen sowie aus angrenzenden Bundesländern. Wie sich herausstellte, wurden während der Party verbotene Lieder abgespielt. So erkannten Polizisten deutlich von außen hörbar ein Lied der Neonazi-Untergrundband "Landser", das wegen volksverhetzenden Inhalts auf dem Index steht. Daraufhin löste die Polizei die Veranstaltung auf und wies die Teilnehmer an, Stockhausen zu verlassen.

Mit Pfefferspray gegen Wüteriche

Zwei Besucher widersetzten sich den Polizisten und mussten mit Pfefferspray zur Räson gebracht werden. Die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei in Wetzlar ermittelt derzeit wegen Volksverhetzung und Verwendung von Propagandamitteln.

Nach Angaben der Antifaschistischen Bildungsinitiative aus Friedberg, wurden die "Deutschrockpartys", die unter dem Titel "Teutonicus" im Hollywood stattgefunden haben, in den vergangenen Jahren von führenden Mitgliedern der extremen Rechten besucht. Der Lahn-Dill-Kreis sei "die Hochburg der rechtsextremen Musikszene in Hessen", berichtet die Initiative, denn dort hätten im vergangenen Jahr fünf der acht bekannten Konzerte stattgefunden. Rechtsrock sei "die Einstiegsdroge" in die Neonaziszene, fürchten die Gegner.

Die Antifaschistische Bildungsinitiative bat gestern alle Leuner, so wie bereits geschehen, auch weiterhin klar zu zeigen, dass sie gegen "diesen unsäglichen Treffpunkt der rechten Szene" sind.

Die Antifaschistische Bildungsinitiative ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Friedberg. Sie wurde in den vergangenen Jahren mehrfach für ihr Engagement ausgezeichnet, 2014 sogar mit dem Sozialpreis des Wetteraukreises.


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