Porträt: Jens Böhrnsen

Böhrnsen gilt als fleißiger Arbeiter, der nach außen hin eher zurückhaltend wirkt. Der SPD-Politiker übernahm in Bremen im November 2005 von seinem Vorgänger Henning Scherf den Chefposten im historischen Rathaus der Hansestadt. Er hatte sich zuvor in einer innerparteilichen Abstimmung gegen den damaligen Konkurrenten, den früheren Werder-Manager Willi Lemke durchgesetzt.

Seine Arbeit für das kleinste deutsche Bundesland bezeichnet der gebürtige Bremer als "Privileg". Seine Hauptaufgaben sieht er in der Beseitigung der Finanzmisere und gravierender sozialer Missstände in der Hansestadt, die unter anderem durch den Fall des kleinen Kevin bundesweit in den Negativ-Schlagzeilen war.

Schon Böhrnsens Eltern waren Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Sein Vater, ein Werftarbeiter, wurde deswegen von den Nationalsozialisten für vier Jahre inhaftiert. Seine Heimatstadt verließ Böhrnsen nur für das Jurastudium in Kiel und Hamburg.

1977 kehrte er zurück, wurde Assessor in der Landesverwaltung, ein Jahr später Richter. 1967 trat er in die SPD ein, 1995 wurde er erstmals in die Bürgerschaft gewählt. Seit 1999 war er Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Böhrnsen ist Vater von zwei erwachsenen Kindern. Ein halbes Jahr vor seiner Wahl zum Bremer Regierungschef er litt er einen schweren Schicksalsschlag, als seine seine Frau nach kurzer Krankheit starb.


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