Rollis greifen nach Weltcup

RSV Lahn-Dill startet beim Finalturnier in Kitakyushu

Es war der 29. Oktober 2006, als der RSV Lahn-Dill bereits einmal nach diesem einmaligen Cup griff und dabei im Finale gegen das kanadische Team Ontario bis zur 33. Minute vermeintlich sicher führte, um dann in den letzten Minuten doch noch die Trophäe an die Nordamerikaner zu verlieren. Dies möchte die 19-köpfige Delegation des siebenfachen deutschen Meisters vier Jahre später an gleicher Stätte nicht noch einmal erleben.

Doch die Konkurrenz anno 2010 ist groß: NWBA Champion Dallas Mavericks aus den USA, die Perth Wheelcats als Vertreter aus Australien/Ozeanien sowie der japanische Meister Myagi Max als Asienmeister sind durchweg Gegner schweren Kalibers.

Insbesondere der Auftaktgegner von der australischen Westküste dürfte dabei für die Mannschaft um Kapitän Joey Johnson den härtesten Brocken darstellen, stehen bei den Wheelcats doch gleich vier Nationalspieler des amtierenden Weltmeisters und Paralympicssieger Australien unter Vertrag.

Neben einigen Trainingseinheiten in der 5500 Zuschauer fassenden Arena von Kitakyushu stehen für die RSV-Rollis morgen ein Besuch einer Grundschule, zahlreiche Autogrammstunden sowie am Donnerstag ein Testspiel gegen eine Regionsauswahl auf dem Programm.

Richtig ernst wird es dann am Freitag um 13 Uhr (6 Uhr morgens MESZ) gegen die Wheelcats aus Perth. Es folgen die Duelle mit Dallas und dem Lokalmatador Myagi, ehe am Sonntag das Finale um den Weltpokal steigt. Dieses Endspiel zu erreichen, haben sich Trainer Nicolai Zeltinger und sein Team als Ziel gesetzt.

Allerdings wird Kai Gerlach wieder einmal nicht mitwirken können.

Kai Gerlach darf auf internationaler Ebene nicht starten

Denn der 23-jährige Center ist international aufgrund der fehlenden Minimalbehinderung nicht einsatzberechtigt. Wie in der Bundesliga ist es aus Sicht des RSV aber längst überfällig, dass diese letzte Ausgrenzung der integrativsten Sportart überhaupt bald ein Ende hat. "Es ist bitter. Kai ist nach meiner Meinung nicht nur weltweit der beste nicht-behinderte Rollstuhlbasketballer, er ist auch in unserem Verständnis natürlich in allen internationalen Wettkämpfen ein elementarer Teil des Ganzen", sagt Headcoach Zeltinger. "Wir haben uns selbstverständlich an die bestehenden Regeln zu halten, doch diese Ausgrenzung in die vermeintlich andere Richtung ist paradox und nur politisch zu verstehen", fügt Manager Andreas Joneck an. Doch falls der RSV Lahn-Dill am Sonntag tatsächlich die wertvollste Trophäe im Rolli-Vereinssport in den Händen halten sollte, dann wird sie mit Sicherheit auch dem nicht spielberechtigten Biebertaler Mathematikstudenten in die Arme gedrückt.


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