Rübezahl aus Dillenburg gewinnt Deutschen Buchhandlungspreis 2016

Kulturstaatsministerin Monika Grütters übergibt die Auszeichnung an Volkmar Nix von der Dillenburger Buchhandlung Rübezahl. Foto: Selzer

Sie, die sonst ihre Kunden am Hüttenplatz in Dillenburg empfangen, sind am Mittwochnachmittag nach Heidelberg gereist. Dort haben sich mehr als 100 Buchhändler aus der ganzen Nation getroffen. Und alle sind sie mit einem Preis im Gepäck zurück in ihre Heimatstädte gereist: dem Deutschen Buchhandlungspreis.

Der im letzten Jahr erstmals vergebene Preis zeichnet inhabergeführte Buchhandlungen aus, die ein "literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten" oder innovative Geschäftsmodelle verfolgen.

Wie das Erfolgsrezept für gute Buchhandlungen aussieht, das wurde am Ende der festlichen Verleihung im Heidelberger Theater verraten: Viel Herzblut gehöre dazu und vor allem das Talent, sich in die Leser hineinzudenken. 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen erhielten am Mittwochabend von Kulturstaatsministerin Monika Grütters Urkunden und Geldpreise.

Herzblut, Talent und Einfühlungsvermögen

Hocherfreut zeigten sich die beiden Inhaber über die Auszeichnung und sahen sich in ihrer Arbeit und ihrem Engagement bestätigt. Überraschend war für sie, dass sie die einzige Buchhandlung in einem größeren Umkreis sind, die den Preis erhalten hat. "Als ich Ende Mai unsere Bewerbung zum Buchhandlungspreis fertiggestellt habe, war ich davon überzeugt, dass auch Kollegen aus den benachbarten Universitätsstädten zu den Gewinnern gehören, diese sind aber nicht dabei" stellte Volkmar Nix fest.

Als "Komplizen der Leseleidenschaft" würdigte die Ministerin die aus ganz Deutschland angereisten Preisträgerinnen und Preisträger. "Sie kennen Klassiker ebenso wie Neuerscheinungen, weisen Wege durch die weite Welt der Bücher, machen neugierig auf weniger bekannte Titel und Autoren, raten zu oder ab, wecken und stärken die Lesebegeisterung und leisten so einen wichtigen Beitrag zur literarischen und kulturellen Vielfalt." Die kulturelle Basisarbeit der Buchhandlungen sei wichtiger denn je, gerade angesichts der Konkurrenz durch Internet-Giganten und der zunehmenden Konzentration innerhalb der Verlags- und Buchbranche.

Vergeben wurden Preise im Gesamtvolumen von 850.000 Euro für den Mut, sich mit Individualität und innovativen Geschäftsmodellen in einem schwierigen Markt zu behaupten, in dem der unternehmerische Spielraum für kleinere Buchhandlungen immer mehr schrumpfe. "Das Preisgeld von 7.000 Euro werden wir wahrscheinlich auch für weitere Veranstaltungen nutzen. Obwohl die Planung doch aufwändig und manchmal auch anstrengend war, macht es doch viel Spaß und man fiebert dem Abend entgegen. Sicher werden wir nächstes Jahr wieder teilnehmen" freute sich Volkmar Nix.

Text: © Helmut Blecher, Bild: @ Claus Setzer


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