
Ole, Kim, Helena und ihre Mitschüler erlebten ihren Sachkundeunterricht ausnahmsweise mal anders - und bauten flink einen Mini-Schneemann im verschneiten Schulhof. An zahlreichen anderen Schulen im Kreis - unter anderem in Braunfels, Lahnau, Bischoffen, Hohenahr, Ehringshausen, Wetzlar, Hüttenberg und Solms - fiel der Unterricht am Montag jedoch aus. Grund: Die Busse fuhren nicht.

"Ab 6 Uhr kam die Meldung, dass der Linienverkehr auf der Strecke Braunfels, Hüttenberg, Ehringshausen aufgrund des Schnees eingestellt wurde", sagte Simone Friedrich von der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil am Montag auf Nachfrage. Insgesamt 23 Buslinien, die auch von den Schülern genutzt werden, waren betroffen. Ab 10.30 Uhr habe sich die Lage wieder normalisiert. "Wir sind davon abhängig, dass die Winterdienste die Straßen geräumt haben und sie für Busse befahrbar sind", so Friedrich.

"In der Phase bis 7.30 Uhr haben wir fast niemanden vom Hof gelassen", sagte auch Manfred Thielmann, Geschäftsführer der Wetzlarer Verkehrsbetriebe. "Ab 9 Uhr konnten wir dann wieder komplett fahren", fügte er hinzu. "Oberstes Gebot ist die Sicherheit der Fahrgäste", erklärte Thielmann, der in ständigem Kontakt mit den Wetterdiensten steht. Seine Prognose: "Dienstagfrüh wird es nochmal spannend, aber ab Mittag entspannt sich die Lage wieder". Informationen, ob die Busse fahren, sind auf www.wetzlarer-verkehrsbetriebe.de und www.vld-wetzlar.de zu finden.
Und gibt's am Dienstag wieder Unterricht an allen Schulen? "Ob Unterricht stattfindet oder nicht, darüber entscheidet jede Schule selbst. Bis vor einigen Jahren wurde das zentral für die Region entschieden, jetzt nicht mehr", sagt Schulamtssprecher Dirk Fredl. Jede Schule habe ihre eigenen Kommunikationswege, man informiere sich über Internetseiten, Telefonketten, teilweise auch über das soziale Netzwerk "Facebook". Wenn der Unterricht ausfalle, müsse aber die Betreuung der Kinder, die trotz Schnees in die Schule kommen, gewährleistet sein, erklärt Fredl.
Winterdienst in Wetzlar ist mit 38 Mitarbeitern 14 Stunden im Einsatz
So fiel zwar am Montag zum Beispiel der Unterricht in der Wetzlarer Erkschule aus, es wurde aber eine Auffanggruppe für die Betreuung der rund 40 Kinder gebildet, erklärte Julia Nolte, Mitglied der erweiterten Schulleitung. Lediglich sieben von 700 Schüler waren am Montag in die Alexander-von-Humboldt-Schule gekommen, sagte Schulleiter Uwe-Arno Hintz. Man habe die Schüler frühzeitig über die Homepage und eine Telefonkette informiert.
"Bei uns ist zwar der Unterricht nicht ausgefallen, aber die Kinder von außerhalb kamen nicht zu uns", sagte Gudrun Stahl, Lehrerin an der Lotte-Eckert-Schule in Brandoberndorf. 170 Schüler hat die Schule, weniger als die Hälfte war zum Unterricht erschienen.
Der Wintereinbruch hielt am Wochenende und am Montag die Winterdienste ganz schön auf Trab - so auch in Wetzlar: Am Sonntag war die gesamte Schicht, insgesamt 38 Mitarbeiter des Eigenbetriebs Stadtreinigung, des Stadtbetriebsamts und des Tiefbauamts, im Einsatz. Ab 7.15 Uhr bis 22 Uhr, also jeder Bedienstete rund 14 Stunden, erklärte Eckhard Nickig, Pressesprecher der Stadt. "Am Montag ist ebenfalls wieder die gesamte Schicht unterwegs", so Nickig. Zudem fuhr ein Nachteinsatzfahrzeug rund um die Uhr durch Wetzlars Straßen.
























An einer Grundschule kann ich das nicht verstehen, zumal die Kinder alle zu Fuß laufen könnten!