Smørrebrød und "Krimmel-Tage"

KARNEVAL Mehr Zeit zum Tanzen: Herborner Narren gehen neue Wege
Zog "Krimmels Obst- und ... | Foto: Kordesch

Zwei längere Pausen teilten den Abend in drei Teile. Höhepunkt des frühen Abends waren die Auftritte der von Jule Matysiak und Natalie Hardt geleitete "Mäusegarde", im Verein nicht ohne Grund auch "Die wilde 13" genannt, und der Herborner Funken. Beide kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne. "Das ist sicher die beste Garde seit vielen Jahren", lobte der frühere Sitzungspräsident Klaus Engelbach. Dann war er selbst an der Reihe: Ob seiner langjährigen Verdienste um den Herborner Karneval ernannte ihn der Elferrat zum Ehrensitzungspräsidenten.

Stimmung im Festsaal: Auch wenn ... | Foto: Kordesch

"CremFrech" singt Loblied aufs "Rrrollende Rrr", und die Muppets machen Klamauk

Ging als gestresste ... | Foto: Kordesch

Außer Bürgermeister Hans Benner gratulierten und grüßten auf der Bühne auch die Vertreter der befreundeten Karnevalisten aus Oberscheld, Dillenburg, Guntersdorf, Burg und Sinn.

Schildkrötensuppe à la ... | Foto: Kordesch

Einen flotten Tanz zeigte auch das VHS-Ballett. Die Beine schwang zudem das Männerballett des Burger Gesangvereins "Gutenberg" als umjubelte Schlussnummer des Abends. Sängerisch beteiligten sich der Frauenchor "CremFrech" vom Herborner "Liederkranz" und der Präsident des St.-Michael-Carnevals-Clubs aus Sinn, Klaus Schülert: Während die Damen als Hommage an ihren Chorleiter Leuthold Ortelbach in Flammersbacher Platt mit "Hej girret Rehragout" das "Rrrollende Rrr" thematisierten und mit "Hey Jude" das feiernde Volk zu minutenlangem "Naa-Naa-Naa-Nananana" animierte, ließ Klaus Schülert - von seinem Herborner Amtskollegen Thomas Jopp an der Gitarre unterstützt - unter anderem die Anti-Karnevalshymne "Schunkeln ist Scheiße" erklingen - und erreichte damit im Saal natürlich genau das Gegenteil.

Schunkeln, tanzen und klatschen war auch bei einem weiteren Burger Gastbeitrag in Gestalt der "Playback-Show" angesagt: Unter anderem mit einem "Die Toten Hosen"-Medley rissen die Sänger von den Stühlen. Begeisterungsstürme entfachte erwartungsgemäß auch "Steffis Powerpack", die die "Muppet-Show" wieder auferstehen ließen: Mit liebevoll selbst kreierten Kostümen als Kermit, Miss Piggy, Fozzy und Co. verkleidet, zeigte die Truppe unter anderem die von den Puppen tatsächlich einmal interpretierte "Queen"-Nummer "Bohemian Rhapsody" und das Zubereiten einer Schildkrötensuppe mit dem dänischen Smørrebrød-Koch. Mit der tollen Show verabschiedete sich Steffi Benner im elften Jahr als namensgebende "Chefin" von der Spitze des "Powerpacks", auf dessen Fortbestehen man aber hoffen darf.

Anlass zu großen Hoffnungen gibt Nachwuchstalent Sina Enenkel, die in der Bütt humorvoll und pointiert von ihren Erfahrungen als Tochter des Elferräters Klaus Enenkel berichtete. Auch wenn zur Faschingszeit nun zuhause "Highlife" angesagt ist - sie fand’s so trotzdem besser als die Zeiten, als Papa mit blonder Perücke und Strumpfhosen als Nicole beziehungsweise mit ihren Rollschuhen an den Füßen als "Roller-Pirat" in den Karneval zog - und sich dabei zumindest in ihren Augen arg zum Narren gemacht hatte.

n Breitseiten gegen die "Verbotene Stadt" und die "Obst- und Gemüse-Spiele"

Einen weiteren unverzichtbaren Höhepunkt bildete Dirk Hardt mit seinem Protokoll, in dem er sich nach der obligatorischen Auflistung der Schlagzeilen aus aller Welt schnell auf die Heimat einschoss: So bildete die "Verbotene Stadt" dillaufwärts, deren Namen man in Herborn nicht nennen darf, mit ihrem Weihnachtsmarkt das erste Ziel: "Trotz Rundfunkwerbung und TV - es wollte einfach hie kei’ Sau!", stellte er fest und wunderte sich, dass trotz unabsehbarer Kosten und aufgespannten Rettungsschirms schon mal der ungekrönte niederländische Prinz Willem-Alexander eingeladen werde.

Sich dann der "Perle an der Dill", seiner ehemaligen Heimatstadt zuwendend, gab es Breitseiten gegen die Herborner "Schwarzen", die gegen den aus ihren eigenen Reihen stammenden, möglichen Pertuisplatz-Investor intrigiert hätten, und die "Krimmel-Tage" beziehungsweise "Obst- und Gemüse-Spiele" des Werberings. Natürlich ging’s auch um den Bürgermeisterwahlkampf: Für den Verlierer hatte Hardt schon Zukunftsperspektiven parat, zum einen als Campingplatzwart am Heisterberger Weiher oder wahlweise als Kurator des Herborner Wellenbads, das ja sicher demnächst unter Denkmalschutz komme.

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Dokument erstellt am 11.02.2013 um 16:36:00 Uhr
Letzte Änderung am 11.02.2013 um 17:49:14 Uhr
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