Streuobstwiese wurde um zehn Bäume erweitert

80 Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Hörbach packen kräftig mit an

"In einem Baum, ihr glaubt es nicht, da wohnen viele Tiere...": Mit diesem Lied startet die Pflanzaktion der Kita Höbach gemeinsam mit dem NABU Hörbach und dem BUND Ortsverband Herborn-Sinn. (Foto: privat)

80 Kinder mit ihren Erzieherinnen packten kräftig mit an, um die Pflanzlöcher, die die Fa. Grimm gebaggert hatte, mit Erde zu füllen. Mit einem gemeinsamen Lied "In einem Baum, ihr glaubt es nicht, da wohnen viele Tiere..." stimmten sie alle auf die Arbeit ein.

Die schon vorhandene NABU-Streuobstwiese an der "Hörbacher Seite" wurde um zehn Bäume erweitert. Gepflanzt wurden alte, historische Sorten Hochstammapfelbäume. Die Streuobstwiese in Hörbach hat die ursprüngliche Funktion der Doppelnutzung für den Menschen: Unter den Bäumen fressen die Schafe des Schäfers Lehr das schmackhafte und ohne Chemie gewachsene Gras, und im Herbst können leckere und gesunde, weil ungespritzte Äpfel geerntet werden.

Streuobstwiese als Lebensraum

Schon in einigen Jahren können die Kinder sich die Äpfel von den selbst gepflanzten Bäumen holen. Und dann werden sie sich erinnern. Den Baum habe ich mitgepflanzt, und sie werden die Natur schätzen.

Die Streuobstwiese als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, gegen das Verschwinden alter Obstsorten, für die Schönheit unserer Umgebung.

Für die mitteleuropäische Artenvielfalt spielen Streuobstbestände mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3.000 Obstsorten, eine herausragende Rolle. Den größten Anteil nehmen dabei Insekten, wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen ein, für viele Vogelarten wie Steinkauz, Wendehals und Grünspecht sind alte Streuobstbestände durch ihren Höhlen- und Totholzreichtum die ideale Lebensstätte.

Dem Menschen bringen sie gleichermaßen Nutzen: Streuobstwiesen zeichnen sich durch eine Bewirtschaftung ohne Einsatz chemischer Behandlungsmittel aus und leisten somit einen wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung. Apfelallergiker berichten, dass sie nach dem Verzehr alter Apfelsorten im Vergleich zu Äpfeln jüngerer Sorten weniger oder gar keine Beschwerden haben.


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