"Wie neugeboren"

Nicht nur Daniel Valo, Kevin Schmidt und Steffen Fäth erfreuen Gennadij Chalepo
Das Team der HSG Wetzlar für die Saison 2011/12: Hintere Reihe (v.l.): Lukas Loh, Peter Jungwirth, Kevin Schmidt, Tobias
Das Team der HSG Wetzlar für die Saison 2011/12: Hintere Reihe (v.l.): Lukas Loh, Peter Jungwirth, Kevin Schmidt, Tobias Hahn, Timo Salzer, Adnan Harmandic, Kari Kristjan Kristjansson und Mannschaftsarzt Dr. Frank Thiel; mittlere Reihe (v.l.): Betreuer Horst Theiß, Mannschaftsarzt Dr. Marco Kettrukat, Steffen Fäth, Christian Rompf, Lars Friedrich, Giorgos Chalkidis, Daniel Valo, Philipp Müller, Alois Mraz und Trainer Gennadij Chalepo; vordere Reihe (v.l.): Betreuer Stefan Rühl, Physiotherapeutin Sina Hyttrek, Nikola Marinovic, Ben Christian, Nikolai Weber, Physiotherapeutin Katharina Dietsch und Co-Trainer Jochen Beppler. Es fehlt: Physiotherapeut Reinhold Roth.(Foto: HSG)

Weber oder Marinovic? Im Tor haben die Grün-Weißen ein Luxusproblem

"Das ist das beste Gespann, das wie je hatten", freut sich Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann, der Geschäftsführer von Gimmler-Reisen, der die Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Münchholzhausen nach manchen Turbulenzen in ruhige Fahrwasser gelotst hat.

"Wir sind ein sehr gutes Team. Und wenn wir uns gegenseitig hochpushen, können am Ende alle profitieren", nimmt der von seinen Mitspielern zum Kapitän gewählte Weber den ihm bislang unbekannten Konkurrenzkampf an. "Jeder von uns beiden will die Nummer eins sein und wird daher noch mehr Gas geben", glaubt der mit sechs Jahren Vereinszugehörigkeit dienstälteste HSG-Profi: "Und letztlich ist es auch für mich ein gutes Gefühl, wenn einer dahinter steht, der Bälle halten kann."

Der in der Vorbereitung wie Weber überzeugende Marinovic war der einzige Transfer des Sommers. "Praktisch haben wir aber drei Neuzugänge", sagt Björn Seipp. Der Geschäftsführer meint Kevin Schmidt und Steffen Fäth. Beide waren mit Schulterverletzungen fast die gesamte Rückrunde ausgefallen. "Kevin hat Muskelmasse zugelegt. Ihm ist anzusehen, dass er richtig trainiert hat", baut Chalepo uneingeschränkt auf seinen Linksaußen. Und der im Vorjahr als "weltbester Nachwuchsspieler" dekorierte Fäth, der in Wetzlar wie zuvor beim VfL Gummersbach und den Rhein-Neckar Löwen bereits als ewiges Talent zu scheitern drohte, "hat eine Körpersprache, wie ich sie bei ihm noch nie erlebt habe", staunt Chalepo über den 21-jährigen Rückraumwerfer.

Auch Daniel Valo, der immer wieder hinter den hohen Erwartungen zurückgebliebene Linkshänder, wirkt für seinen Trainer "wie neugeboren". Überhaupt ist der 42-Jährige mit der Form aller 15 Spieler im Kader sehr zufrieden.

Der gebürtige Weißrusse verleugnet seine Herkunft nicht. Wo er Handball gelernt hat, bedeutete Handball in erster Linie Arbeit. "Ich musste mich selbst ein bisschen bremsen", gibt der selbsternannte "Schleifer" nach fast sieben Wochen knallharter Vorbereitung - der ersten unter seiner Verantwortung als Chef - zu.

"Das Minimalziel heißt Klassenerhalt", betont der nach dem Abgang von Michael Roth zur MT Melsungen im November 2010 vom Trainer der Reserve zum Bundesliga-Coach beförderte Chalepo. Aber der ehemalige Torjäger, der in 378 Bundesligaspielen selbst auf dem Parkett stand, weiß, dass mit der prächtigen Rückrunde die Erwartungen gestiegen sind. 13:3 Punkte aus den letzten acht Heimspielen, 24:26 Zähler unter seiner Regie haben auch bei den Anhängern Lust auf mehr gemacht. Erst recht beim Blick aufs vermeintlich leichte Auftaktprogramm mit den ersten der Heimspielen gegen die der Aufsteiger. Rund 1900 VIP- und Dauerkarten hat die HSG vor dieser Saison verkauft. So viel wie noch nie. Der Etat wurde laut Geschäftsführer Seipp um zehn Prozent auf rund drei Millionen Euro aufgestockt. Womit der nach wie vor nicht auf Rosen gebettete Europacupfinalist von 1998 wirtschaftlich weit bescheidener dasteht als sportlich.

"So schnell wie möglich weg von der Abstiegszone. Mit Platz elf wie in der vergangenen Saison wäre ich zufrieden. Wenn mehr drin ist, umso besser", spricht Kapitän Nikolai Weber wohl allen bei der HSG aus dem Herzen. Dabei traümen sie vom einen oder anderen Paukenschlag. Auf dass sich die Großen und ganz Großen der besten Handball-Liga der Welt in der Rittal-Arena wie im falschen Film fühlen.


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