Wieder eine Müller-Klose-Show

"Ich hoffe, dass meine Kollegen im Halbfinale alles richtig machen, dann kann ich vielleicht im Finale wieder ein Tor machen", meinte Müller nach dem Gala-Auftritt gegen den Mitfavoriten aus Südamerika. "Es ist Wahnsinn, was hier abgelaufen ist. Wenn man Argentinien mit 4:0 vom Platz fegt, dann muss man erstmal nach Worten suchen."

Noch nicht einmal drei Minuten waren im Green Point Stadion von Kapstadt absolviert, als der Mittelfeldwirbler am Samstag einen scharfen Freistoß von Bastian Schweinsteiger mit dem Kopf verlängerte und Argentiniens Keeper Sergio Romero auf dem falschen Fuß erwischte. Und beim 2:0 schickte er Lukas Podolski mit einem Pass in die Tiefe. Der Kölner legte für Miroslav Klose auf.

Der Bayern-Stürmer feierte sein zehntes Tore-Doppelpack im 100. Länderspiel. Er ist nun der neunte deutsche Nationalspieler im illustren "Club der Hunderter". 52 Länderspiel-Tore - und die deutsche Show in Afrika ist noch nicht vorbei. Das Phänomen Klose, 2002 und 2006 mit jeweils fünf Treffern bester deutscher WM- Torschütze, ist mit insgesamt 14 WM-Treffern den ganz Großen auf den Fersen. Brasiliens Legende Pelé (12) und den Franzosen Just Fontaine (13) hat der 32-Jährige schon abgehängt. Mit Gerd Müller (14) hat er nun gleichgezogen. Nur der Brasilianer Ronaldo (15) rangiert jetzt im ewigen WM-Ranking noch vor ihm.

"Ich habe immer gewusst, dass der Miro bei solch großen Turnieren immer präsent ist und der Mannschaft entscheidend helfen kann", lobte Joachim Löw seinen Goalgetter. Doch der blieb auch in der Stunde der Erfolgs bescheiden: "Gerd Müller hat seine 14 Tore bei zwei Turnieren erzielt, ich mache hier schon meine dritte WM. Aber ich hätte nichts dagegen, hier noch den einen oder anderen Treffer zu erzielen."

Youngster Müller, der noch in der vorletzten Saison mehr zum Regionalliga- als zum Bundesliga-Kader des FC Bayern gehört hatte, kann sein Torekonto jedoch erst wieder im letzten WM-Match füllen. Der Schock, der ihn wohl mit ganzer Wucht erst in den nächsten Tagen treffen wird, kam nach 35 Minuten. Als dem Münchner der Ball an den Oberarm sprang, zog der Usbeke Rawschan Irmatow Gelb für den Offensivmann - seine zweite Verwarnung im Turnier. Löw verfolgte die Bestrafung durch den Unparteiischen mit weit aufgerissenen Augen. "Das ist ärgerlich. Der Ausfall wiegt schwer. Da muss man kein Gelb geben, aber wir werden ihn ersetzen können", sagte der Bundestrainer.

Doch der Einstand des jungen Bayern-Stürmers beim Welt-Championat in Südafrika ist überwältigend: Tor zum Auftakt gegen Australien (4:0), gleich zwei Treffer beim imponierenden 4:1 über England, nun der Super-Auftritt gegen die "Gauchos" von Coach und Idol Diego Maradona. Mit einer Kusshand in Richtung TV-Kameras und damit an seine Lieben zu Hause feierte der "neue" Müller sein viertes Tor in Südafrika. Damit spielt er nun sogar in einer Liga mit den Weltstars Gonzalo Higuaín (Argentinien), Wesley Sneijder (Niederlande) und David Villa (Spanien), die vor Müller beim Turnier am Kap schon viermal getroffen hatten. Die ebenfalls vier Tore des Ex-Nürnbergers Robert Vittek hatten die Slowakei nicht vom Ausscheiden bewahrt.


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