Windrad-Beton will's warm

ENERGIEWENDE Räder bei Frohnhausen drehen sich ab Sommer
Arbeit in Kälte und Wald: Wo ... | Foto: Wingender

"Mindestens fünf Grad plus, besser mehr", sagt Uwe Pempe von der Baustellenleitung. Diese Temperatur ist nötig, damit der Beton fürs Montieren der Turmsockel überhaupt verarbeitet werden kann. Ein riesiges Heizöl-Aggregat erzeugt dafür Strom und Wärme. Gewaltige Halbschalen aus Beton, bis zu 42 Tonnen schwer, warten auf die Montage. Immer zwei zusammengefügt ergeben den Sockel, der später den Turm der Windkraftanlage trägt.

Baustellenleiter Uwe Pempe am ... | Foto: Wingender

Schwertransporter haben die Elemente aus Neumarkt in der Oberpfalz bis in den Wald am Frohnhäuser Harzkopf befördert. Bis auf Zehntel-Millimeter genau sind sie im Werk der Max Bögl GmbH vorgefertigt worden, an den Standorten im Wald werden sie zusammenbetoniert und von einem Spezialkran aufs Fundamt gehievt. Bis zu 62 Tonnen schwere Teile kann der Kran bis eine Höhe von 95 Metern heben.

141 Meter hoch werden die Naben der Rotoren später sein, alle Anlagen zusammen erzeugen rund 36 000 Megawatt Strom im Jahr. Das entspreche einer Menge Strom, wie sie 8000 Vier-Personen-Haushalte jährlich verbrauchen, teilt die Solmser Hermann-Hofmann-Gruppe mit, die die Anlagen betreiben wird.

80 Jahre alte Fichten mussten weichen, damit die Windräder Platz haben

Das Unternehmen setze künftig mehr und mehr auf erneuerbare Energien, sagt Geschäftsführer Hermann Hofmann. Gestern traf er sich mit Vertretern von Hessen-Forst, Stadt Dillenburg, Planungsbüros und Finanziers zur Baustellenbesichtigung. Seine Firma lege Wert darauf, Geld in der Region anzulegen, sagte Hofmann. "Toll" sei es, dass die Windkraftanlagen in Frohnhausen akzeptiert würden. "Die Dinge sind miteinander auf den Weg gebracht worden."

Die Windkraftanlagen stehen in Waldstücken, die dem Land gehören. Hessen-Forst kümmert sich um die Verpachtung der Flächen. "Als Forstleute sind wir erstmal nicht so begeistert von den großen Löchern, die in den Wald gerissen werden", gibt Dieter Schmidt vom Forstamt Herborn zu. Schließlich seien 80 Jahre alte Fichten dafür gefällt worden. Zwar werde als Ausgleich anderswo wieder aufgeforstet, aber das Wachstum der Bäume brauche seine Zeit. "Wir sehen aber wenig Alternativen". Und Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz bemerkte: "Mir ist jede Windkraftanlage lieber als ein Atomkraftwerk."

Lotz erinnerte auch daran, dass der Harzkopf als Standort für Windkraftanlagen lange politisch umstritten war. Seine eigene Partei, die CDU, hatte erst nach Fukushima und der Diskussion um den Atomausstieg zugestimmt.

Bevor am Harzkopf gerodet werden konnte, habe es ein Jahr lang Untersuchungen gegeben, sagte Forstmann Schmidt. Vor allem sei es darum gegangen, ob der Lebensraum von Milan, Schwarzstorch oder Fledermäusen beeinträchtigt wird. So sollen Überraschungen vermieden werden. Im Vogelsberg zum Beispiel waren im vergangenen Jahr fünf Anlagen eines Windparks nach einer Klage des Naturschutzbundes (Nabu) vorerst stillgelegt worden, weil Schwarzstörche in der Nähe brüteten.

Wenn alles klappt, sollen die sechs Windkraftanlagen im Juni oder Juli in Betrieb gehen. Das 16-köpfige Team der Max Bögl GmbH, das derzeit auf den Baustellen arbeitet, will bis Anfang Mai mit den Fundamenten und Sockeln der sechs Anlagen fertig sein. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit und die Schwertransporte können wie geplant die Teile anliefern. Dann übergeben sie die Baustellen an den Windrad-Hersteller Nordex, dessen Leute sich um die Montage der Türme und Rotoren kümmern.

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Dokument erstellt am 21.02.2013 um 17:58:00 Uhr
Letzte Änderung am 28.02.2013 um 11:10:35 Uhr
Kommentare (2)
Vielleicht sinds aber auch Windräder die Atommüll erzeugen wie's Biblis Jahrelang so schön getan hat....
Vielleicht sind das ja spezielle Windräder - die auch Sauerstoff erzeugen.....


.....wie die Fichten, die das 80 Jahre erfolgreich taten.....
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