"Wir werfen zu wenige Tore"

Stimmen und Stimmungen zum Spiel
In aller Freundschaft: Sebastian Weber (l., TVH) und Alois Mraz (HSG).
In aller Freundschaft: Sebastian Weber (l., TVH) und Alois Mraz (HSG).

Die Partie war 35 Minuten spannend, dann wurde es eine deutliche Angelegenheit. Aber in einem waren sich alle Beteiligten einig: Die mit Spannung und viel Vorfreude erwarteten 60 Minuten werden als eines der fairsten und harmonischsten Duelle in der langen Geschichte dieses ewig jungen Derbys eingehen.

Martin Heuberger (Handball-Bundestrainer): "Es war sicherlich kein hochklassiges, aber ein spannendes Derby mit zwei guten Torhütern und zwei völlig verschiedenen Deckungssystemen. Ich habe viele ehemalige Juniorennationalspieler auf dem Feld gesehen, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe. Steffen Fäth, Kevin Schmidt, Timo Salzer, Sebastian Weber, Matthias Ritschel. Das freut mich natürlich, auch wenn man zugeben muss, dass der Weg in die A-Nationalmannschaft für sie momentan weit ist. Aber die Türen sind für jeden offen. Wenn die Leistung stimmt, bekommen sie eine Chance."

Rainer Dotzauer (ehemaliger Manager der HSG Wetzlar): "Die Hüttenberger haben 30 Minuten gut dagegengehalten. Letztendlich hat sich jedoch die individuelle Qualität durchgesetzt. Besonders Timo Salzer und Niko Weber haben klasse gespielt. Die Atmosphäre in der Halle war sehr schön, wegen mir kann es solche Duelle gerne öfters geben."

Matthias Gerlich (TV Hüttenberg): "An unseren Fans hat es heute sicherlich nicht gelegen, dass wir nicht über die kompletten 60 Minuten Paroli bieten konnten. Die Stimmung war wirklich sensationell. Wir waren leider in vielen Situationen und ganz besonders in den letzten Minuten vor der Pause nicht konsequent genug. Wir sind leider in manchen Dingen noch zu grün hinter den Ohren."

Nikolai Weber (HSG Wetzlar): "Nur 20 Gegentore kassiert zu haben, ist eine tolle Sache. Wir haben in der Deckung sehr kompakt gestanden. Es war wichtig, dass uns vor der Halbzeit noch der Ausgleich gelungen ist. In Hälfte zwei hat sich Hüttenberg die Butter vom Brot nehmen lassen."

Florian Billek (TV Hüttenberg): "Das ist total ärgerlich aus unserer Sicht, weil wir kurz vor der Pause mit 11:9 in Führung lagen und uns dann zwei blöde Gegentore und eine schlechte Anfangsphase im zweiten Durchgang alles vermasselt haben. Wenn du plötzlich mit fünf Toren hinten liegst, wird es schwer. Auch die Kräfte haben nachgelassen. Wir haben es außerdem geschafft, Niko Weber gut warmzuschießen. Das soll seine Leistung nicht schmälern, aber wir werfen wie schon in den letzten Auftritten einfach zu wenige Tore."

Tomasz Jezewski (verletzter Rückraumspieler des TV Hüttenberg): "Das ist super schade für mich und die Mannschaft. Besonders bitter ist es, wenn du draußen zusehen musst, wenn die Jungs auf dem Parkett Probleme bekommen. Die Fans haben uns toll unterstüzt und einen würdigen Rahmen geschaffen. Ich hoffe, dass ich in drei Wochen die Krücken weglegen kann, eine Prognose lässt sich aber schwer abgeben. Zehn bis zwölf Wochen wird es mindestens noch dauern, bis ich wieder eingreifen kann. Die Operation ist jedoch gut verlaufen, das ist das Wichtigste."

Sebastian Weber (Kreis TV Hüttenberg): "Wir haben leider unser Spiel nicht durchziehen können. Viele von uns müssen sich leider noch an die erste Liga gewöhnen. Niko Weber, mit dem ich gut befreundet bin, hat toll gehalten - jedoch nur einen einzigen Ball von mir."

Timo Salzer (HSG Wetzlar): "Wir haben eine Halbzeit gebraucht, um uns zurechtzufinden. Im zweiten Durchgang haben wir richtig gut gespielt. Insgesamt war es ein faires und gutklassiges Derby."

Manfred Thielmann (Aufsichtsratssprecher HSG Wetzlar): "Ich habe der Mannschaft noch vor dem Spiel gesagt, dass wir die Partie nicht in einer Viertelstunde entscheiden müssen, sondern, dass wir 60 Minuten dafür Zeit haben. Es war sensationell fair. Und dass die Halle zum zweiten Mal gegen einen Aufsteiger so voll war, ist für uns auch eine tolle Sache."


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