Wirtschaft will Uni stärken

Arbeitskreis kritisiert Sparpläne des Landes Hessen

Wie der AFK-Vorsitzende Jan-Bernd Röllmann sagte, müsse die Landesregierung begreifen, dass die geplanten Einsparungen in der Hochschulfinanzierung von der Philipps-Universität nicht zu verkraften seien. Deshalb fordere der AFK, die Mittelkürzungen zurückzunehmen. Röllmann rief die Mitglieder auf, sich persönlich dafür einzusetzen.

Uni-Präsidentin Katharina Krause hatte zuvor in einem Vortrag die Situation kurz vorgestellt: "Wir sind eine leistungsfähige Universität", sagte sie. Und sie müsse zuerst aufzeigen, was da sei, um verdeutlichen zu können, was verloren gehen könne.

In den Schwerpunkten sei die Uni gut aufgestellt, auch dank Kooperationen unter anderem mit der heimischen Wirtschaft. Es gebe in fast allen Bereichen eine Voll- oder gar Überlastung, berichtete die Unipräsidentin. Marburg sei die einzige überregional orientierte Uni in Hessen. In der Regel kämen etwa 70 Prozent der Studierenden aus der Region. In Marburg seien es nur 41 Prozent. Deshalb müsse die Philipps-Universität weiterhin für Studienanfänger aus allen Teilen Deutschlands und der Welt attraktiv bleiben.

Die geplanten Kürzungen seien nur schwer oder überhaupt nicht zu stemmen, sagte Krause. Wie sie sich bei der geplanten Unterzeichnung des "Hochschulpaktes" für die Jahre von 2011 bis 2015 am 11. Mai in Wiesbaden verhalten werde, könne sie noch nicht sagen. Die Landesregierung habe ihr die Zahlen des Papiers noch nicht vorgelegt.

Bezüglich der diskutierten Anhebung der Gewerbesteuer erinnerte AFK-Vorsitzender Röllmann daran, dass er die im vergangenen Jahr beschlossene Senkung der Gewerbesteuern gelobt hatte. Dass nun in wirtschaftlich schwierigen Zeiten über eine Anhebung nachgedacht werde, sei das falsche Signal.

Bürgermeister Franz Kahle (Grüne), der als Vertreter der Stadt ein Grußwort in der AFK-Sitzung sprach, bot Röllman diesbezüglich Gespräche an. Er betonte, dass Stadt und Wirtschaft die schwierigen Zeiten gemeinsam bewältigen könnten und forderte Röllmann auf, die Diskussion um den Hebesatz zu beenden. In gemeinsamen Gesprächen könne verdeutlicht werden, dass eine Anhebung von 370 auf 380 Prozentpunkte nicht die schädlichen Auswirkungen haben werde, mit denen die Wirtschaft rechne.

Ansonsten konnte Röllmann auf ein erfreuliches Jahr 2009 zurückblicken. Die Zahl der AFK-Mitglieder sei auf 66 gestiegen. Und wie wichtig der Arbeitskreis sei, lasse sich an der Zahl von mehr als 10 000 Arbeitnehmern ablesen, die von diesen 66 Mitgliedern beschäftigt würden.

Die nun 66 Mitglieder des AFK beschäftigen rund 10 000 Menschen

Positiv habe sich auch der Wirtschaftsstammtisch entwickelt, der als Ergänzung zum Wirtschaftstag zu verschiedenen Themen eingerichtet worden sei. Im September werde sich der Regierungspräsident Lars Witteck in diesem Rahmen vorstellen. Ein Höhepunkt in diesem Jahr werde der Besuch des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) beim Wirtschaftstag am 3. November sein, kündigte Röllmann an.

Neu ist der Internetauftritt des AFK unter der Adresse www.afk-marburg.de. Vorstandsmitglied Thomas Janssen stellte die Seite vor. Neben Informationen zu Aktivitäten und Zielen des AFK besteht für die Mitglieder dort auch die Möglichkeit, ihr Unternehmen über Links zu bewerben.


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