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11.08.2010, 16:23 Uhr
Florian Hill

Der Illimani nicht bloß ein Berg


Über die seltsame Symbiose zwischen Mensch und Mysterium







Über den Wolken. "Mein Leben und meine Bedürfnisse habe ich acht Monate zurückgestellt und der Idee an der Illimani Südwand eine neue Route zu eröffnen untergeordnet. Der Illimani hat mich in dieser Zeit gekrönt und gekreuzigt, gefesselt und befreit! Stillschweigend hat der Illimani oftmals Bedingungen gestellt, die ich akzeptieren mussten. In Momenten in denen ich dem Illimani völlig ausgeliefert war, ist mir nichts anderes übrig geblieben als ihm zuzuhören was er mir zu sagen hatte." -Zitat Florian Hill-zoomEndstation Sehnsucht 24 | mittelhessen.de
Das Team um Extrem-Bergsteiger Florian Hill ist Anfang des Monats
erfolgreich von ihrer Illimani Southface Expedition zurückgekehrt. Nach einer intensiven dreimonatigen Vorbereitungsphase vor Ort in Bolivien und einer schon vorausgegangenen noch längeren  Planungsphase in Österreich, gelang es Florian Hill und seinem Team, unter zum Teil schwierigen Bedingungen, eine völlig neue Route an der Südwand des Illimani ausfindig zu machen und diese bis zum Gipfel zu durchsteigen.

Innerhalb von sechs Tagen gelang es Florian Hill und Robert Rauch schlußendlich nicht nur den höchsten von vier Gipfeln des Illimani zu bezwingen, sondern gleichzeitig eine Massivüberschreitung. Während der klassische Westgrat des Illimani Südgipfels, der höchste Punkt des gesamten Massivs, für den gut ausgerüsteten Andinisten von heute nicht mehr die größte Herausforderung dieses Berges darstellt, ist die Südwand dagegen ein Superlativ geblieben.

Der Illimani ist ein spezieller 6000er, besonders für die Menschen in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Für sie ist der Illimani nicht nur ein bloßer Berg, er ist mehr! Der Illimani ist ihr Wahrzeichen. Die Menschen richten sich am Illimani auf wenn sie schweres durchmachen, sie freuen sich mit ihm, wenn sie glücklich sind. Eine seltsame Symbiose zwischen Mensch und Mysterium, eine tiefe und reine Liebe, welche die Herzen einer Großstadt voller sozialer Gegensätze eint, deren multikulturelle Bevölkerung sich durchaus nicht immer einig ist.

Der Illimani ist ein mystischer Berg und die Aymara haben gleich verschiedene regionale Namen für ihn. Einige nennen ihn "Illemana", "wo die Sonne geboren wurde" oder "Jilir Mamani", "der älteste Sohn". Der linke Gipfel ist auch bekannt als "Khunu Urucuncu", Schneebär.  Dichter schreiben Verse, Musiker komponieren Lieder und Maler malen Bilder über die Schönheit und Anmutigkeit des Illimani. Aber nur ein Bergsteiger der den Illimani aus nächster Nähe betrachtet, kann wirklich sagen wie viel Wirklichkeit hinter all diesen Facetten steckt.

Hans Ertl, Erstbesteiger von Ortler- und Königsspitze Nordwand, begnadeter Bergfilmer und Kameramann der deutschen Vorkriegs-, Kriegs-, und unmittelbarer Nachkriegszeit, zählte den 6.439 m hohen Illimani 1950 zu den 10 schönsten Bergen der Welt. Lionel Terray, herausragender französischer Alpinist der 50er und 60er Jahre (Zweitbegehung der Eiger-Nordwand, Erstbegehung des Annapurna und somit erste Begehung eines 8000ers überhaupt), muss überwältigt gewesen sein vom Anblick der Illimani-Südwand: "Derjenige, der die furchterregende und gewaltige Südwand des Illimani durchsteigt, der muss erst noch geboren werden" schrieb er voller Respekt im Jahr 1952. In den darauffolgenden Jahren wurden bahnbrechende Neuerungen im Bereich alpiner Ausrüstung erfunden.

Das verschob die Grenzen und Möglichkeiten des gerade noch Machbaren unaufhaltsam. Florian Hill und sein Team vollbrachten mit Hilfe dieser technischen Neuerungen eine für damals nicht menschenmöglich gehaltene alpinistische Leistung.

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 12.08.2010 um 23:55:29 Uhr
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Danke! Danke!

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Florian Hill stellt sich einer der großen bergsteigerischen Herausforderungen die es in Südamerika gibt: Über die Südflanke will der 26-jährige Lahnauer den 6439 Meter hohen Illimani in Bolivien besteigen.

Diese gut 1200 Meter steil aufragende Stein- und Eiswand wurde nur einmal zuvor bezwungen. Gemeinsam mit den Alpinisten Robert Rauch und Stefan Berger sowie dem südamerikanischen Extremkletterer Porfirio Chura will Florian Hill auf einer neuen Route durch die Südwand und danach über alle vier Gipfel des Massivs klettern, die mehr als 6000 Meter hoch sind.

Zum Akklimatisieren möchte das Team in den kommenden Wochen zunächst einige Testberge und auch noch nie bestiegene Fünftausender erklimmen. Die gesamte Expedition wird mit Vor- und Nachbereitungszeiten etwa drei Monate in Anspruch nehmen. Von diesem Abenteuer wird Florian Hill hier berichten, so oft es eben unter diesen Extrembedingungen möglich sein wird.


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Links zum Thema

Etwa zehnmal übereinander passt die Sackpfeife, der höchste Berg im Landkreis Marburg-Biedenkopf, in den Illimani. Weitere Infos über den bolivianischen Bergriesen finden sich hier.

Mit knapp einer Million Einwohner leben in La Paz viermal so viele Menschen wie im gesamten Lahn-Dill-Kreis. Mehr zur Stadt in 3.600 Metern Höhe lesen Sie hier.

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