"Derjenige, der es wagt, die gewaltige Südwand des Illimani zu durchsteigen, der muss erst noch geboren werden", soll die britische Bergsteigerlegende Lionel Terray beim Anblick der unüberwindlich wirkenden Felsformation der Illimani-Südwand im Jahr 1952 gesagt haben. Er behielt recht, denn zu diesem Zeitpunkt waren weder die Mitglieder der japanischen Extrembergsteigergruppe "Giri-Giri-Boys" noch Florian Hill geboren, der es jetzt probieren will.
Schon als Fünfjähriger träumte er von der Besteigung hoher Berge
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Mittlerweile ist der Lahnauer Athlet ins Tiroler Oberland umgezogen. Dort studiert er Geografie, Deutsch und Sport an der Pädagogischen Hochschule Tirol in Innsbruck.
Und vor allem nutzt der Mittelhesse dort die Nähe zu den Bergen aus: "Hier in Tirol habe ich eigentlich perfekte Möglichkeiten, um mich auf die Weltberge vorzubereiten", sagt Hill und ergänzt: "Ich bin eigentlich täglich im Ötztal oder im Pitztal unterwegs. Ob am Gletscher, beim Ausdauertraining oder beim Felsklettern. Bei letzterem musste ich leider wegen einer Verletzung zurückstecken, was aber für die anstehende Expedition nicht zum Nachteil wird."
Florian Hill weiß natürlich, dass er für sein aktuelles Vorhaben topfit sein muss. Die Expedition in Südamerika wird das Klettertalent sowohl in technischer als auch in konditioneller Hinsicht voll fordern.
Der Illimani ist eigentlich kein Berg, er ist ein Massiv mit mehreren Gipfeln, von denen die höchsten vier mehr als 6000 Meter hoch sind. Florian Hill und sein Partner Robert Rauch wollen mit zwei weitern Bergsteigern die bisher einzigartige Leistung der japanischen Ex-trembergsteiger noch überbieten: Ihr Ziel ist ein Komplett-aufstieg über die Südflanke des Berges mit anschließender Überquerung des kompletten Massivs mit seinen drei weiteren Sechstausendern.
Natürlich will der Lahnauer mit dieser Tour etwas schaffen, was noch keinem Bergsteiger vor ihm gelungen ist, doch neben dem alpinistischen Erfolg zählt für ihn vor allem auch das Naturerlebnis. Dieser Reiz hatte ihn bereits mit 21 Jahren zu einer Schlittenhundexpedition in der nördlichen Polarregion ermutigt. Danach trainierte er in Norwegen und Schweden solche Hunde für Langstreckenrennen mit dem Schlitten.
Daneben freut Florian sich auch darauf, La Paz mit seiner reichen Indiokultur näher zu erkunden. Mit einer Durchschnittshöhe von über 3600 Meter reklamiert die bolivianische Millionenstadt für sich, der weltweit höchstgelegene Regierungssitz eines Staates zu sein. Als das Flugzeug mit Florian Hill und seinem Bergsteigerfreund Stefan Berger jetzt dort gelandet war, da zeigte der Höhenmesser in Hills Uhr immer noch knapp 4000 Meter an.
Gleich am Flughafen trafen sie Robert Rauch. Der Buchautor und Alpinist aus Mittenwald lebt schon seit 20 Jahren in Bolivien und wird die "Illimani Southface Expedition" leiten. Mit dabei ist auch der Extremkletterer Porfirio Chura, der als erster Südamerikaner den höchsten Illimani-Gipfel bezwingen will.
Das Expeditionsteam hat nun in La Paz noch einige Details zu organisiert, bevor es zum Akklimatisieren für längere Zeit in die Berge geht. Geplant sind in den nächsten Wochen einige "Testberge" und auch Erstbesteigungen von Fünftausendern, bevor die Gruppe Mitte Juni zur Südwand des Illimani aufbrechen will. Die gesamte Expedition wird mit Vor- und Nachbereitungszeiten etwa drei Monate in Anspruch nehmen, schätzte Florian Hill im Gespräch mit dieser Zeitung.
Danach kehrt er wieder nach Europa zurück und kommt natürlich auch nach Lahnau, wo sich viele schon jetzt auf seine Berichte freuen. Florian Hill will in mehreren Vorträge in Hessen von der Expedition erzählen. Wer neugierig ist und bereits eher Details des Abenteuers erfahren will, der sollte auf der Internetseite dieser Zeitung nachschauen, auf der der Lahnauer Extrembergsteiger ab sofort seine Erlebnisse schildert.







Kommentare (1)

Lieber Florian,
ich wünsche dir alles gute bei deiner Expedition.
ich hoffe für dich das du heil wieder zurück kommst.
in grüße Eric kerl