Vorher: Jacqueline Greis trägt gerne schwarz, dezente Farben, knallige, bunte Farben meidet sie. "Manchmal sagen die Leute, ich würde blass, ein bisschen krank aussehen", erzählt die 22-jährige Studentin aus Dietzhölztal. Ihre blonden Haare hat sie strähnen lassen, glättet sie regelmäßig mit einem Glätteisen. "Man schneidet sie mir aber eigentlich immer etwas zu brav, ich würde sie gern etwas fransiger, frecher tragen", sagt sie. In Sachen Haare-Färben ist sie aber vorsichtig, in ihrer Schulzeit hat sie sich einmal die Haare rot gefärbt, ein anderes Mal schwarze Strähnen machen lassen. "Das sah beides furchtbar aus", erinnert sie sich. Das sind zunächst genügend Informationen für Modeexpertin und Friseurmeisterin Stefanie Köhn. Das Umstyling kann beginnen.
Schritt 1: Die Proportionen: Stefanie Köhn betrachtet die 22-Jährige, sie stellt fest, dass Jacqueline ein symmetrisches Gesicht, insgesamt einen schmalen Kopf hat. Mit ihrer Hüfte ist die Studentin, die derzeit in Kassel studiert und später einmal in Spanien arbeiten und leben will, nicht so zufrieden, sie ist ihr zu breit. Fazit: Die Kopfpartie muss betont werden. "Wir müssen auf dem Kopf etwas veranstalten, um von dem abzulenken, was dir nicht so gefällt. Ein kurzer Bob wäre für dich das Optimale, außerdem muss deine Augenpartie betont werden", sagt die 39-jährige Styling-Beraterin. Schritt 2: Die Farbberatung: Stefanie Köhn holt eine Schachtel mit verschiedenen Farbkombinationen hervor, legt sie Jacqueline um. Sie soll entscheiden, welche Farben zu ihr passen, am Ende bleibt eine Schablone übrig. Ergebnis: Schwarz fällt sofort weg. Braun geht nur in Kombination mit frischen Tönen. Denn: Jacqueline ist der "Frühlingstyp". "Und ein Frühlingstyp braucht frische Farben. Auch Knalliges passt zu ihr. Orange, Apfelgrün und Türkis passen. Sie kann eine schwarze Hose, schwarze Accessoires tragen, aber kein Schwarz direkt am Gesicht", rät Köhn. Auch tabu: Weiß.
"Deine Frisur macht dein Gesicht zu lang, schmal, da muss Volumen rein"
Schritt 3: Die Haare: "Deine Frisur macht dein Gesicht zu lang, zu schmal, da muss Volumen rein", sagt die 39-jährige Köhn. Folge: Kein Glätteisen mehr! Das geglättete Haar lasse den Kopf "klein und schmal" wirken. Schon beim Schneiden stellt sie fest: "Deine Haare sind ja richtig lockig." Wichtig beim Haareschneiden: Nicht die Beine übereinander schlagen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Frisur anschließend nicht symmetrisch ist. Tipp fürs Fönen: "Immer über Kopf fönen, das bringt Volumen ins Haar." Und welche Auswirkung hat das Ergebnis der Farbanalyse für die Haarfarbe? Die Empfehlung Köhns lautet: Kupfer. Jacqueline Greis rümpft die Nase, sie ist skeptisch. Erinnerungen an die missglückten Färbe-Aktionen werden wach. Doch als ihr Styling-Expertin Köhn gefärbte Strähnen ans Gesicht hält, wird die 22-jährige mutig: "Doch wir machen das. Wir färben. Kupfer. Die Farbe find ich richtig gut" Auch den Vorschlag Köhns, die Haare nur zu tönen, dann wasche sich die Farbe - bei Nichtgefallen - schneller wieder raus, lehnt die 22-Jährige ab. Ihr Entschluss steht: Wenn Veränderung, dann ganz.
Schritt 4: Das Gesicht: Schwarzer Kajal ist auch für das Gesicht der 22-Jährigen zu "stark", so Köhn, deshalb schminkt sie die Augen braun. "Mit dezent aufgetragenem Rouge wollen wir deine schönen Wangenknochen betonen", fügt sie hinzu. Regel fürs Make-up: "Im Zweifel immer einen Ton heller nehmen." Nur so könne man unschöne Make-up-Ränder verhindern. Beim Lidschatten arbeitet Köhn mit zwei Farben, um die Augen größer wirken zu lassen: die hellere Farbe wird innen, die Dunklere außen aufgetragen.
Nachher: Dreieinhalb Stunden Stunden dauert die Verwandlung - und als die 22-Jährige sich im Spiegel betrachtet (vorher hat sie sich noch für ein frisches, orangefarbenes Kleid entschieden), ist sie sprachlos. Ihr Mut zu neuen Farben hat sich ausgezahlt: "Ich muss zugeben, das sieht richtig gut aus", freut sich die Studentin.













