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19.08.2010, 10:11 Uhr
Von Sonja Diefenbach

Weinbach-Gräveneck.

"Als Camper darf man kein Weichei sein"


Franz und Conny Heimberger fühlen sich in Gräveneck wohl


Weinbach-Gräveneck. Egal ob es draußen plus 30 oder minus 20 Grad hat - Conny und Franz Heimberger aus Wiesbaden machen Camping. "Als Camper darf man kein Weichei sein", meint Conny Heimberger. In Gräveneck fühlen sich die Dauercamper wohl, und das seit vielen Jahren: 1981 hat Franz Heimberger seinen ersten Wohnwagen auf dem idyllisch gelegenen Gelände an der Lahn aufgestellt.

Im liebevoll angelegten Gartenteich schwimmen Kois. Eine kleine Laube haben Heimbergers gebaut, darin sitzen sie, rätseln oder Conny Heimberger strickt. Außerdem gibt es auf den insgesamt fünfeinhalb Plätzen, die das Wiesbadener Ehepaar nutzt, einen Gästewohnwagen mit Vorzelt.

"52 Wochenenden im Jahr und den kompletten Jahresurlaub verbringen wir hier", erzählt der Büroinformationselektroniker. Schon bevor er zum Dauercamper wurde, war er mit dem Zelt unterwegs, erzählt der 55-Jährige. Vor allem die Lahn habe es ihm angetan, seine Urlaube hat er stets dort verbracht. "Beruflich war ich im Außendienst unterwegs, da habe ich alle Ecken Deutschlands gesehen. Und ins Ausland zieht es mich nicht", sagt Franz Heimberger. Dass es ihn ausgerechnet nach Gräveneck verschlagen hat, ist Zufall: "Ich bin auf der hohen Straße falsch abgebogen, wollte eigentlich nach Odersbach", erinnert er sich und lacht. Er folgt dem Schild "Campingplatz" - und landet an der Lahn im Weinbacher Ortsteil. Dort stellt er 1981 dann auch den Wohnwagen auf, den er günstig bekommen hat. Seit 1985 ist auch Conny Heimberger dabei. Kennengelernt haben sie sich natürlich auf den Campingplatz in Gräveneck. Sie hatte die Nachbarparzelle gepachtet. Am 1. August 1991 hat das Paar in Weilburg geheiratet. Trauzeuge war der ehemalige Platzwart des Grävenecker Campingplatzes, Wenzel Chomout.

Für die beiden Wiesbadener ist es eine grundsätzliche Entscheidung gewesen, Dauercamper zu sein. Auch Conny Heimberger zieht es nicht ins Ausland, sagt sie. "Wir sind Sommer wie Winter hier, für uns ist das hier ein Ort der Ruhe und Entspannung", erzählt die 59-Jährige.

"Im Wohnwagen ist es warm"

Im Winter höre sie hier jeden Vogel zwitschern. "Wenn wir sonntags nach Wiesbaden zurückfahren, dröhnen mir die Ohren vom Lärm in der Stadt." Kalt sei es im Winter nur draußen. "Im Wohnwagen ist es doch warm und gemütlich", meint sie. "Außerdem wirds beim Schneeschieben warm."

Mittlerweile kennen die beiden mehr Grävenecker als Wiesbadener. "Wir gehen hier montags auf die Kirmes, sind auch oft in Wirbelau oder Fürfurt." Heimbergers sind sportlich, gehen viel im Wald laufen oder spazieren. Am Platz schätzen sie vor allem die ländliche Idylle und die Lahn, aber auch die Gemeinschaft mit den anderen Campern. "Wir sind in einer Gruppe, die einmal im Jahr das ,Wutzefest organisiert", erzählt Franz Heimberger. Dann werde ein 60-Kilo-Schwein am Spieß gegrillt und alle Camper feiern mit. "Wir wollen unsere Freizeit gar nicht anders verbringen, der Garten ist unser Hobby. Und schöner kann Urlaub ja auch nicht beginnen: Wir steigen aus dem Auto aus und alles ist da", meinen sie.

Den Campingplatz an der Lahn in Gräveneck gibt es seit 1973. Im Besitz der Familie Schmidt ist er seit 1997, seit drei Jahren führt Anja Schmidt-Lückel den Campingplatz als Geschäftsführerin der Lahn Taunus Camping Gräveneck GmbH. Derzeit gibt es dort 110 Dauercamper, 200 Touristik-Camper finden Platz auf dem Gelände. Geöffnet ist das ganze Jahr, die Camper kommen vor allem aus dem Rhein-Main-Gebiet, dem Rheinland und den Niederlanden. Aber auch Gäste aus England, Frankreich, Italien, Neuseeland und Australien begrüßt Anja Schmidt-Lückel dort.

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Dokument erstellt am 20.08.2010 um 10:13:02 Uhr
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