Zwölf Quadratmeter für eine sechsköpfige Familie plus Hund, zwölf Quadratmeter geballtes Leben und Lieben, zwölf Quadratmeter Ferien- und Familienglück.
"Das hier ist unser Platz! Hier fühlen wir uns wohl", versucht Martine (29) zu erklären, während sich schnell die kleine Yana anlegt, weil sie ein bisschen unruhig wird und das Gespräch zu stören droht.
Das vier Monate alte Baby ist jüngstes Familienmitglied. Schwester Amy ist zwei Jahre alt, die Brüder Yvar und Tycho sind sechs und acht Jahre. Sie haben gerade gefrühstückt und verdrücken sich nach draußen, zu ihren Freunden. "Für die Kinder ist es einfach wunderbar hier, die sind den ganzen Tag draußen, spielen mit ihren deutschen Freunden, lernen voneinander und haben jede Menge Spaß", erklärt Remcon Wijga. Der 36-Jährige war vor neun Jahren Wegbereiter für die Familie. Er hatte - damals noch in erster Ehe mit der Mutter seiner beiden Söhne verheiratet - zunächst einen ganz normalen Campingurlaub in Niedereisenhausen gemacht. Er stellte fest, dass sich dort gut leben ließ, es eine nette Gemeinschaft unter den Gleichgesinnten auf dem Platz gab, und so war er Jahr um Jahr wiedergekommen.
Feste und Ferien werden in Deutschland im Wohnwagen verbracht
Bald schon hatte er den Wohnwagen ganz in Niedereisenhausen gelassen. "Wir kommen jedes Jahr ein paar Mal hierher, verbringen jedes Jahr Silvester hier, sind Ostern, Himmelfahrt und in jeden Ferien in unserem Wohnwagen", berichten die beiden. Voller Stolz zeigen sie, was alles Platz hat und raumsparend verstaut ist in dem kleinen Domizil: der Kochherd, die Mikrowelle, der Fernseher, der DVD-Player, der Wasserkocher, die Etagenbetten der Jungen, das Kinderbettchen von Amy und das von Yana. Zum Ehebett wird nachts die Sitzecke umgebaut.
Gibt es Alternativen zu diesem Leben auf so engem Raum? "Mit den Kindern ist das hier doch am allerbesten", sind Martine und Remco überzeugt. Sie haben auf dem weitläufigen Gelände ein Höchstmaß an Freiheit.
Und die Eltern lieben den Kontakt zu den Nachbarn. Eine verschworene Gemeinschaft sei das, die Dauercamper und auch jene, die nur kurze Zeit verweilen auf dem Gelände am Schwimmbad. "Wir kennen uns schon viele Jahre", sagt Remco, "ich bin handwerklich ziemlich geschickt, ich helfe jedem, wo ich kann." Gelernter Kranfahrer ist er und versteht ne Menge von Maschinen. "Ein Nachbar ist Gärtner, der macht sich auf dem Gebiet nützlich", berichtet Remco. Und dass sich die Dauercamper stets bemühen, ein bisschen Programm für alle auf die Beine zu stellen. Mal sitzen sie zusammen und grillen, mal machen sie einen Ausflug zum Schützenverein Gönnern und liefern sich einen kleinen Wettbewerb, mal besichtigen sie das Hinterländer Brauhaus oder organisieren ein Minigolf- Turnier. Auch einen holländischen Abend hat es schon gegeben, denn immerhin kommen von den 40 Dauercampern zehn aus den Niederlanden.
Es ist dieses Lebensgefühl, das Martine und Remco an diesem Ort so lieben: unkompliziert, vertraut und mit viel Freiheit. "Das ist einfach unser Leben hier", sagt Martine, "andere haben einen Bungalow in Spanien, und wir haben eben einen Campingwagen hier!"








