Gemeinsam sind sie stark: "Wenn es darauf ankommt, dann äußern die Heckholzhäuser ihre Meinung", bestätigt Wolfgang Kissel, Sprecher der Geschichtsgruppe. Das war so, als es um die geplante Schießsportanlage an der Mülldeponie ging. Oder um die Geruchsbelästigung von der nahe gelegenen Kompostierungsanlage: Mit Plakaten und Trillerpfeifen zogen etwa 150 Heckholzhäuser vor knapp zwei Jahren vor die Tore der Kompostierungsanlage. Jüngstes Beispiel: Als der einzige Bäckerladen in Heckholzhausen ankündigte, zu schließen, beteiligte sich vor wenigen Wochen annähernd die gesamte Dorfbevölkerung an einer Unterschriftenaktion. 605 Erwachsene und 40 Kinder und Jugendliche unterschrieben. Bürgerschaftlichem Engagement war es letztlich zu verdanken, dass sich ein Bäcker fand, der die Nachfolge antreten wollte.
Für Neulinge offen: Die Heckholzhäuser haben bewiesen, dass sie sich geschlossen für eine Sache einsetzen können. Trotzdem seien die Heckholzhäuser keine eingeschworene Gemeinschaft, die sich nach außen abschotte, findet Martin Hirschhäuser, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, Gemeindevertreter und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung. "In den vergangenen 30 Jahren ist das Dorf durch die Neubaugebiete enorm gewachsen. Von damals etwa 700 auf jetzt 1100 Einwohner. Aber die Heckholzhäuser können Neubürger gut integrieren", findet Hirschhäuser. Wer sich einbringen wolle, zum Beispiel bei den Vereinen, sei willkommen. "Wir sind offen. Die Personen, die sich hier im Ort engagieren, sind sehr unterschiedlich und können sich trotzdem zusammenraufen."
Die Integration funktioniere gut, meint auch Wolfgang Kissel. Und nennt ein Beispiel: Als sich nach dem Krieg die Vertriebenen in Heckholzhausen niederließen, seien sie gut in die Dorfgemeinschaft einbezogen worden. "Das sind heute längst Heckholzhäuser, wie alle anderen auch." Auch die konfessionellen Unterschiede spielten in Heckholzhausen in der Vergangenheit keine solch große Rolle. Die einzige Kirche im Ort sei auf Initiative der beiden Pfarrer Freischlad und Klein von Gläubigen beider Konfessionen im Wechsel genutzt worden.
Holdeser wollen ihren Dialekt nicht einfach untergehen lassen
Heimatgefühl: Die Heckholzhäuser fühlen sich mit ihrem Ort verbunden, mit seiner Geschichte und dem Heckholzhäuser Dialekt. Das lässt sich aus den Aktivitäten der Geschichtsgruppe ablesen. Zwar wird der Dialekt immer weniger gesprochen. Die Holdeser wollen ihn aber nicht sang- und klanglos untergehen lassen. Ein Arbeitskreis der Geschichtsgruppe sammelte ein Jahr lang Begriffe und Redewendungen aus dem Holdeser Platt. Die Sammlung erschien Ende vergangenen Jahres als Buch mit dem Titel: "So peife de Holdeser Vielerscher".
Soziales Miteinander: Das Gemeinschaftsleben in Heckholzhausen wird - wie in vielen anderen Orten auch - vor allem durch die Vereine geprägt. "Die Vereine arbeiten harmonisch zusammen, richten zum Beispiel die Kirmes gemeinsam aus", sagt Hirschhäuser. Im Rahmen des Landesprogramms "Dorferneuerung" gibt es zudem Überlegungen, einen sozialen Treffpunkt einzurichten. Das Dorfcafé - so lautet der Arbeitstitel - soll Jung und Alt zusammenbringen. Die Idee: Ein- bis zweimal in der Woche treffen sich Interessierte, tauschen sich aus, bekommen Gelegenheit, sich gegenseitig nachbarschaftliche Hilfe anzubieten. "Es soll eine Anlaufstelle sein. Mit dem Dorfcafé könnten wir auch unsere Seniorenarbeit intensivieren. Denn es gibt einige Senioren, die sozial nicht mehr so gut eingebunden sind", sagt Anne Freischlad-Jahn, die sich für die Dorferneuerung engagiert. Derzeit feilen die Heckholzhäuser an dem Konzept für das Dorfcafé, ob sich die Pläne umsetzen lassen, steht noch nicht fest.
Schon jetzt gibt es in Heckholzhausen eine Initiative, die Angebote für Senioren macht. "Wir bieten vier Themennachmittage im Jahr. Dann geht es zum Beispiel um das Thema ,Erben und Vererben oder um ,Demenz", schildert Freischlad-Jahn, die im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde für die Seniorenarbeit und damit auch für die Themennachmittage zuständig ist. Freischlad-Jahn wünscht sich ein wenig mehr Engagement ihrer Mitbürger auf sozialem Gebiet: "Im Wesentlichen wird das Dorfleben doch von einigen wenigen geprägt, die versuchen, eine Gemeinschaft herzustellen."











