Information
Schäden gab es dennoch. Reihenweise hatte die windige "Andrea", wie die Meteorologen das Orkantief nannten, Bäume an Straßen, in Gärten und in den Forsten entwurzelt.
Wie in unserem Video zu sehen, liefen mancherorts die Keller voll und mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden. Flusstäler standen unter Wasser, die Polizei musste ein paar Straßen sperren, weil sie überflutet waren. Glück im Unglück: Es wurde niemand ernsthaft verletzt.
Mancherorts hagelte und gewitterte es, Mülltonnen machten sich selbstständig und rollten auf die Straße, in der Dillenburger Fußgängerzone knallten Dachverkleidungen aus Plastik auf die Gehwege. Papierkörbe rollten über die Straße, auf denen sich ihr Inhalt verstreute. Abgebrochene Zweige wirbelten durch die Luft. Sturmwind peitschte den Regen übers Land. Autos schlichen im Schritttempo über die Straßen. Kaum noch Sicht, die Scheibenwischer schafften es einfach nicht mehr. Trotzdem ging die Sache für die meisten glimpflich ab.
Orkantief Andrea ist mit dem Sturm Kyrill nicht zu vergleichen
"Mit Kyrill ist dieser Sturm nicht zu vergleichen", sagt auch Christian Herche, stellvertretender Leiter des Forstamtes Herborn, der Donnerstagmittag keine bedeutenden Schäden im Wald gemeldet bekommen hatte. Grundsätzlich sollten aber Jogger und Spaziergänger nach einem Sturm im Wald vorsichtig sein. "Die Gefahr herabstürzender Äste nach Sturm, bei nassem Schnee oder Neuschnee wird oft unterschätzt", sagt er.
Am Donnerstagnachmittag warf eine starke Windboe auf der Bundesstraße B 54 auf der Lipper Höhe am Siegerlandflughafen einen Lastwagen mit Anhänger um. Der Fahrer kam
mit dem Schrecken davon und konnte unverletzt aus der Fahrerkabine klettern. Ein Kranwagen musste Laster und Hänger bergen. Die B 54 war währenddessen komplett gesperrt, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen auch am Siegerlandflughafen kam.
Andere Straßen waren schon am Vormittag gesperrt worden, weil sie von umgestürzten Bäumen blockiert wurden. Das Betraf vor allem die Kreisstraße 32 zwischen Eschenburg-Roth und dem Dietzhölztaler Ortsteil Steinbrücken und die Kreisstraße 80 zwischen Rabenscheid und Weißenberg am Dreiländereck von Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch dort lagen Bäume auf der Straße.
Nach Auskunft der Polizei in Dillenburg werden die Strecken wahrscheinlich im Laufe des Freitags wieder freigegeben.
Wegen des starken Regens waren außerdem einige Straßen überflutet und mussten kurzfristig gesperrt werden. Bei Haigerseelbach kam ein Wagen wegen Wasserglätte von der Straße ab und soff halb im randvollen Graben ab. Überall verwandelten sich Bäche und Flüsse in reißende Gewässer. Vielerorts überschwemmten sie die Flusstäler.
Hilfe brauchten nur einige Haushalte in Rodenbach. Dort waren mehrere Keller vollgelaufen. 28 Helfer der Feuerwehren aus Haiger und Rodenbach unter Leitung von Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro kamen prompt und pumpten.
Wegen der großen Regenmassen, die sich in die Täler ergossen, verwandelten sich die Auen schnell in große Seen. Das Regierungspräsidium in Gießen hatte am Vormittag eine Hochwasserfrühwarnung herausgegeben. Insbesondere die Pegel an Dill, Dietzhölze sowie an Perf, Wohra und Salzböde im Hinterland hatten jedoch den Höchststand am frühen Abend erreicht.
Es gab haufenweise kleine Schäden. Für einen davon sucht die Polizei jetzt den Geschädigten: Auf dem McDonald‘s-Parkplatz in Dillenburgs Kasseler Straße war einem Gast die Autotür aus der Hand geweht worden. Die schlug auf und beschädigte einen daneben stehenden älteren, zweitürigen, hellblauen VW Polo. Just als der Mann sich im Schnellrestaurant nach dem Besitzer erkundigte, stieg dieser draußen in seinen Polo und fuhr davon, so dass der Verursacher nun nicht einmal das Kennzeichen des Geschädigten kennt. Dieser kann sich aber unter ✆ (02771) 9070 bei der Polizei in Dillenburg melden. Der Verursacher möchte den Schaden gerne regulieren.








Kommentare (0)