"Ab Mittwoch sind wir hier endgültig draußen. Seit dem 31. Dezember 2011 um 0 Uhr gibt es uns nicht mehr. Es war ein gutes Arbeiten in Wetzlar mit einer guten Kollegialität, vielen Persönlichkeiten und einer überaus harmonischen Arbeitsgemeinschaft im Gericht. Jetzt tut es uns weh zu gehen", sagte der langjährige Direktor des Wetzlarer Arbeitsgerichtes Rainer Ratz während seiner Ansprache.
Für ihn persönlich sei es eine traurige Angelegenheit, die Ratsuchenden hätten nun einen längeren Weg auf sich zu nehmen. Er selber werde als Richter am Arbeitsgericht in Gießen tätig sein.
Auch der Geschäftsleiter Dieter Pfeiffer geht mit Wehmut aus Wetzlar weg. "Ich habe hier einfach gerne gearbeitet, und es hat mir in Wetzlar immer gut gefallen. Wir haben hier schnell und effektiv für die Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Bürger in juristischen Fragen gehandelt", so der Butzbacher, der nach nun 29 Jahren am Amtsgericht in Wetzlar seine Sachen packt und noch für ein halbes Jahr nach Gießen geht, bevor er in den Ruhestand eintritt.
Von einem "großen Schritt für uns alle" sprach die Personalrätin Dunja Vetter, die ab nächster Woche auch den Weg nach Gießen gehen wird an ihre neue Wirkungsstätte. Landrat Wolfgang Schuster "schmerzt es, die Einrichtung aus Wetzlar ziehen lassen zu müssen". Aber es gebe Sparzwänge, die von der Politik vorgegeben seien, die man zu akzeptieren habe. "Ob jetzt mit der Zusammenlegung der Gerichte aus Wetzlar und Marburg in Gießen wirklich gespart wird, ist fraglich", sagte Schuster mit leiser Kritik.
Respekt für die geleistete Arbeit
Auch Oberbürgermeister Wolfram Dette bedauerte den Weggang des Arbeitsgerichtes. Er zollte aber gleichzeitig auch seinen Respekt und seine Anerkennung für die über 65 Jahre geleistete Arbeit am Arbeitsgericht. "Wir hätten uns gewünscht, dass Wetzlar mit seiner langen Tradition in der Gerichtsbarkeit als Standort ausgewählt worden wäre. Aber es war eine Entscheidung des Landes", so Dette.
Für das Hessische Landesarbeitsgericht war die Vizepräsidentin Gabriele Jörchel nach Wetzlar gekommen. "Anstelle von Personalabbau wurden die Gerichte nun zusammengelegt. Das ist auch uns sehr schwer gefallen. Alle müssen sich nun neu einfinden. Danke an die Mitarbeiter am Standort Wetzlar. Machen wir das Beste daraus", so Jörchel.
Weitere Vertreter aus Justiz, Wirtschaft und Institutionen würdigten in kurzen Grußworten die Arbeit des Gerichtes am Standort Wetzlar.






Kommentare (0)