Ich habe es getan. Wider der Vernunft. Trotz Häme und Spott. Dafür aber aus tiefstem Herzen, gepaart mit reinem Wunschdenken. Weil die Hoffnung noch immer als letzte stirbt. Und ein stückweit aus purer Geldgier. Schuld daran ist mein Auto. Genauer gesagt das Getriebe. Das hat den Geist aufgegeben. Völlig überraschend, ohne Ankündigung. Ein großes Loch hat die Reparatur in unsere Haushaltskasse gerissen. Die muss gestopft werden. Kurzfristig. Und was eignet sich da besser als das Glücksspiel? Ich habe also das getan, was ich immer schon mal tun wollte. Ich habe zehn Euro auf einen Sieg von Borussia Mönchengladbach bei den Bayern gesetzt. In den gemeinsamen 43 Bundesliga-Jahren der alten Rivalen hätte ich damit bislang erst einmal richtig gelegen. Es war der 14. Oktober 1995, als die Borussia zum ersten und bislang letzten Mal den Bayern im Olympiastadion die Lederhosen ausgezogen hat. Die Quote war damals sicher ähnlich verlockend wie in dieser Saison. Sie liegt bei 8,25 für 1. Es geht kaum höher. Blöd war, dass ich nur eine Kombiwette abgeben konnte. Also mussten noch zwei sichere Tipps gefunden werden. Deshalb habe ich auch auf die Partie der Frankfurter Eintracht in Braunschweig gewettet. Wie ich getippt habe, verrate ich lieber nicht. Man will sich ja keine Feinde machen. Unter dem Strich steht ein möglicher Gewinn von 360,50 Euro. Das reicht zwar noch lange nicht, um die Reparaturkosten zu begleichen. Aber in diesem Fall ist Geld nicht alles.






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