1000-Teilnehmer-Marke geknackt

LEICHTATHLETIK Kaiserwetter beim 24. Lahntallauf / 943 Männer und Frauen erreichen Ziel

Eine beeindruckende Rekordschlage von über 1000 Teilnehmern läuft am Samstag durch das Marburger Lahntal. ()

Der Hommertshäuser Günter Schei-behenne holt Rang zwei der M65 im Marathon. ()

Überlegen gewinnt Nationalteamläuferin Branka Hajek den Ultramarathon. ()

Kay-Uwe Müller ist iim Lahntal der schnellste Mann über 50 Kilometer. ()

Der deutsche 50-Kilometer-Rekordhalter Peter Seifert, gibt nach einem schweren Unfall in Marburg sein Comeback und hat das Fernsehen mitgebracht. Nach schwerem Schädelhirntrauma sollten seine 63 Minuten über zehn Kilometer anderen Betroffenen Mut machen. (Foto: H. Krause)

Begleitet von Tochter Anna, die als zweite Frau einläuft, gewinnt Helmut Reuter aus Dautphe über zehn Kilometer die Altersklasse M60. (Foto: H. Krause)

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Schon am Morgen herrschte Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein. Mehr als 300 Kurzentschlossene nutzten daher die tollen Bedingungen, um sich nachzumelden und auf der bestenlistenfähigen Zehn-Kilometer-Runde auf einer der fünf angebotenen Distanzen ihre Frühjahrsform zu testen.

Mit letztlich 1064 Anmeldungen konnten sich die Veranstalter des Ultra Sport Clubs Marburg um Cheforganisator Frank Nispel darüber freuen, erstmals die 1000er-Marke durchbrochen zu haben. Die Läuferschlange auf dem Radweg in den Lahnauen im Süden Marburgs bot nach dem Start dann auch wieder ein beeindruckendes Bild. 943 Läuferinnen und Läufer erreichten letztlich das Ziel.

Die Königsstrecke des Lahntallaufs ist immer wieder der Ultramarathon über 50 Kilometer, zu dem die Sportler aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland anreisen. Besonders freute die Veranstalter, dass auch hier ein großes Feld von 165 Ausdauerathleten unterwegs war, hat doch die Deutsche Ultramarathonvereinigung ihre Deutschen Meisterschaften etwas unglücklich nur eine Woche später in Berlin terminiert. Und die gelaufenen Zeiten mussten sich nicht verstecken. Bei den Frauen dominierte die Favoritin das Rennen unangefochten.

Die 100-Kilometer-Nationalteamläuferin Branka Hajek (LAZ Ludwigsburg) lief auf den fünf Runden sehr gute 3:46:08 Stunden und hatte am Ende mehr als eine halbe Stunde Vorsprung auf die zweitplatzierte Dänin Jane Skov, die nach 4:17:10 Stunden das Ziel erreichte. Dritte wurde Renate Seidel aus Eppstein in 4:19:28 Stunden.

Nationalteamläuferin Branka Hajek und Kay-Uwe Müller dominieren Rennen der 50-Kilometer-Distanz

Eigentlich nicht auf der Ultramarathondistanz zu Hause, aber ebenfalls überlegener Sieger bei den Männern war Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall). Seine 3:13:25 Stunden sollten eine schnelle lange Trainingseinheit für einen bevorstehenden Marathon sein, bei dem er seine Bestzeit auf 2:25 Stunden drücken will. Ebenfalls gute Zeiten liefen Christoph Lux (TG Victoria Augsburg; 3:19:37) und der M50-Sieger Frank Wiegand (Passtschon 98; 3:29:19), die das Podium komplettierten.

Im Angebot war auch wieder der klassische Marathon über 42,195 Kilometer. Hier hießen die Sieger Petra Tamme aus Gießen (3:46:29) und Thorsten Herrig aus Marburg (2:50:29). Zu Silber und Bronze liefen Susanne Hein (LG Kindelsberg Kreuztal; 3:47:02) und Ewa Szczeblewski (Kassel; 4:00:20), beziehungsweise Vorjahressieger Frank Hardenack (Neuen-kleusheim; 2:53:43) und Patrick Vandebeek (Al Bertem-Knoet; 2:57:23).

Neu im Programm des Lahntallaufs war der 30-Kilometerlauf, den viele zur Vorbereitung auf bevorstehende Frühjahrsmarathons unter die Beine nahmen. Über diese Distanz startete auch Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt), Neunter der letzten 100-Kilometer-Weltmeisterschaft. Er führte zusammen mit Halbmarathonläufer Micha Thomas (LG Eder) von Anfang an das Gesamtfeld an. Bis Kilometer 20, als Thomas auf seine Extraschleife musste, um die 21,1 Kilometer voll zu machen, blieben sie zusammen und gewannen jeweils deutlich ihre Rennen. Neuschwander siegte in hervorragenden 1:42:28 Stunden vor Moritz Weiß (LAZ Gießen; 1:54:52) und Uwe Friedrich (Chemnitzer PSV; 1:54:56), die sich einen erbitterten Kampf um Platz zwei lieferten. Hinter Thomas erreichten Marian Bunte (1:15:06) und der Darmstädter Giuseppe Troia das Halbmarathonziel als erste. Die Siegerin über 30 Kilometer hieß Franziska Rachowski (LAZ Gießen), die auf der letzten Runde einen kleinen Vorsprung auf Anne-Kathrin Müller (Team Naunheim; 2:09:36) herauslaufen konnte und in 2:08:36 Stunden als erste die Ziellinie überquerte. Bronze ging an Müllers Teamkameradin Sarah Haustein (2:20:55).

Schnellste Frau im Halbmarathon war Stammgast Silke Altmann (LC Marathon Rotenburg) in 1:38:07 Stunden. Es folgten die Frankfurterin Constanze Brümmer (1:39:12) und Ann-Christine Glasser von der Philipps-Universität Marburg (1:40:06).

Für die herausragende Leistung auf der kürzesten Distanz, dem Zehn-Kilometer-Rennen über eine Runde, sorgte Julia Galuschka (LG Regensburg). Ihre sehr schnellen 36:15 Minuten bedeuteten, dass mit Herrensieger Pascal Friedhoff (TVE Netphen) 14 Sekunden früher nur ein Mann vor ihr landete. Friedhoff setzte sich gegen Vereinskameraden Felix Grabolle (36:35) und den Hinterländer Boris Weber vom STC Hommertshausen (36:36) durch. Hinter Galuschka erreichte nach 42:39 Minuten Anna Reuter (PSV Grün-Weiß Kassel) aus Dautphe, die ihren Vater und M60-Sieger Helmut Reuter begleitete, als zweite Frau das Ziel. Weil sie sich weiter hinten im Feld beim Start eingenordet hatte und deshalb die Startlinie später überquerte, wurde Sabine Rothaug (OSC Kassel) trotz der etwas schnelleren Nettozeit von 42:24 Minuten Dritte.

Von den Teilnehmern bekamen die Veranstalter ein durchweg positives Feedback für die Organisation. Viele wollen wiederkommen und der Ultra Sport Club Marburg freut sich schon auf die 25. Jubiläumsausgabe 2017. (kse)


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