Die Siegesserie reißt in Dresden

Handball Im 20. Ligaspiel kassiert der TV Hüttenberg die erste Niederlage: 23:25 beim HC Elbflorenz

Am Samstagabend unterlagen die Blau-Roten beim HC Elbflorenz am Ende mit 23:25 (11:13) - und haben damit die erste Niederlage seit dem 16. August des vergangenen Jahres hinnehmen müssen. Vor fast genau 29 Wochen hatte der Zweitliga-Absteiger in der ersten Runde des DHB-Pokals gegen den Bergischen HC mit 20:26 verloren.

"Es war nach langer Zeit mal wieder ein ganz anderes Gefühl. Wir hatten beinahe schon vergessen wie das ist, zu verlieren", verriet TVH-Trainer Adalsteinn Eyjolfsson nach der ersten Saisonniederlage, die den Isländer aber aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz mächtig wurmte. "Wir hätten unseren Vorsprung an der Tabellenspitze auf zehn Punkte ausbauen können. Das wäre bei noch zehn ausstehenden Spielen ein Riesenschritt in Richtung Wiederaufstieg gewesen", erklärte Eyjolfsson angesichts der überraschend deutlichen 26:31-Auswärtsniederlage des vorherigen Rangzweiten MSG Groß-Bieberau/Modau im Verfolgerduell beim TuS Fürstenfeldbruck.

Die Anzeichen dafür, dass die Serie des "Originals aus Mittelhessen" in Dresden reißen könnte, häuften sich bereits unter der Woche: Beinahe die halbe Mannschaft konnte aufgrund von Blessuren und einem grassierenden Grippevirus nicht voll trainieren. "Wir sind deshalb nicht an unser Leistungsmaximum gekommen, das hat man uns angemerkt", so "Adli", dessen Team nach sechs Minuten mit 1:3 in Rückstand geraten war. Die Gäste fingen sich und gingen kurze Zeit darauf durch einen Treffer von Daniel Wernig sogar erstmals in Führung (8:7, 17.). Der starke Mario Fernandes sorgte wenige Augenblicke später für das 9:8. Dies sollte allerdings das letzte Mal gewesen sein, dass der TVH an diesem Abend in Front lag. Denn die Akteure des hoch gehandelten Tabellenvierten, die in der laufenden Spielzeit bislang so häufig enttäuschten, legten einen ungeahnten Kampfeswillen an den Tag. Was vielleicht nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass der Club just an jenem Abend viele ehemalige und aktuelle Wegbegleiter aufgrund des zehnjährigen Vereinsjubiläums in die Dresdner Arena eingeladen hatte.

Nachdem Nils Kretschmer kurz vor dem Ertönen der Pausensirene für das 13:11 und in der 42. Minute für die erste Fünf-Tore-Führung (18:13) der Gastgeber gesorgt hatte, kündigte sich die Überraschung immer deutlicher an.

Eyjolfsson reagierte prompt: Sein Team, bei dem der lange verletzte Sommerneuzugang Tomasz Sklenak ein solides Debüt feierte, verteidigte von nun anstatt im gewohnten 3:2:1-System mit einer defensiveren 5:1-Deckung und mit Fabian Schomburg zwischen den Pfosten.

Warnke wird zum tragischen Helden

Elbflorenz drohte die Begegnung nun noch einmal aus der Hand zu gleiten. Spätestens als Tom Warnke zum 21:21 (52.) und 22:22 (55.) ausgeglichen hatte, schien das Spiel zu kippen. Doch Warnke avancierte unmittelbar darauf zum tragischen Helden: Kurz nach seinem zweiten Ausgleich vergab der Linksaußen einen Siebenmeter und damit die Möglichkeit zur erneuten Führung. Das Dresdner Ensemble nutzte diesen Lapsus eiskalt aus und machte mit dem 24:22 durch Sebastian Greß 42 Sekunden vor dem Ende alles klar.

"Wir sind keine Übermannschaft, wir müssen uns alles hart erarbeiten. Vielleicht war das ein guter Zeitpunkt, um mal wieder zu verlieren", versuchte Eyjolfsson anschließend, der Niederlage Positives abzugewinnen. Ab dem kommenden Wochenende und dem Heimspiel gegen den TV Gelnhausen kann der Traditionsverein dann an einer neuen Siegesserie basteln - 29 Wochen gilt es zu überbieten.

 

IM STENOGRAMM
Elbflorenz: Ruud Tovas, Meinl – Bastian (3), Hartmann, Jurgeleit (2/2), Boese (1/1), Desler, Göde (2), De Santis (2), Blasczyk, Kretschmer (6), Greß (8), Quade (1).
Hüttenberg: Ritschel, Schomburg (ab 38.) – Sklenak (1), Lambrecht (3), Wernig (4/2), Wagner, Warnke (4/2), Fernandes (4), Johannsson (2), Roth (1), Mappes (1), Pausch, Semmelroth (3).
Schiedsrichter: Beyer/Schulte (Bad Blankenburg/Bischberg) – Zuschauer: 500 – Zeitstrafen: Elbflorenz sieben (Boese, Göde zwei, De Santis zwei, Kretschmer, Quade), Hüttenberg vier (Lambrecht, Fernandes zwei, Pausch) – verworfene Siebenmeter: Boese (Dresden) scheitert an Ritschel (10.), Wernig (Hüttenberg) scheitert an Ruud Tovas (35.), Warnke (Hüttenberg) scheitert an Meinl (57.).


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