Gibt Erfahrung Ausschlag?

HANDBALL TV Hüttenberg reist zu Bayer Dormagen

Reaktion ist gefragt: Hüttenbergs Torwart Matthias Ritschel, hier im Duell vom Punkt mit Bad Schwartaus Christian Schwarz. (Foto: Weis)

Das möchte auch TVH-Trainer Axel Spandau, der den vierten Sieg seit seiner Amtsübernahme im März anpeilt. "Für uns geht die Saison jetzt erst richtig los. Mit Dormagen und danach Baunatal haben wir zwei Gegner auf Augenhöhe - ob personell oder etatmäßig", erklärt der 51-Jährige, der nach der 22:27-Heimniederlage gegen den VfL Bad Schwartau zwar auf eine gute Deckungsarbeit zurückblickt, sich aber unter dem Strich "noch eine Schippe mehr Aggressivität und eine aktivere Abwehr" wünscht.

Petar Bubalo steht seinem Chef Axel Spandau wieder zur Verfügung

Damit seine Schützlinge aus dem Rheinland etwas Zählbares mitnehmen können, muss sich aber aus Spandaus Sicht Grundlegendes ändern: "Wir müssen unsere Fehler auf ein Minimum reduzieren. Gegen Bad Schwartau kommen wir aus der Kabine und machen gleich mehrere unforced errors", so der diplomierte Sportwissenschaftler. Und in der Tat: Ohne die drei bis vier teils haarsträubenden Patzer im Passspiel hätte der TVH die Partie möglicherweise nicht schon Minuten nach dem Wiederanpfiff aus der Hand gegeben.

Wesentlich mehr Grund zur Freude gibt es beim nächsten Gegner. Denn in fremder Halle gelang Aufsteiger Bayer Dormagen mit einem 32:27-Sieg über den SV Henstedt-Ulzburg das, worauf in Hochelheim und Hörnsheim alle so sehnsüchtig warten. Entsprechend gut ist die Stimmung beim ehemaligen Erstligisten vom Rhein: "Es tut immer gut, zu punkten - besonders, nachdem wir in den ersten drei Begegnungen leider einiges liegengelassen haben", gibt der seit 2006 aktive TSV-Coach Jörg Bohrmann eine Einblick in die Gefühlswelt seiner Schützlinge. Abgesehen von dem Punktekonto teilen die Rheinländer einige Gemeinsamkeiten mit dem TVH: Auch in Dormagen ist der Fokus ausschließlich auf den Klassenerhalt gerichtet. Und genau wie das "Original aus Mittelhessen" setzt der TSV lieber auf den eigenen Nachwuchs statt externe Hochkaräter an Land zu ziehen. Unbemerkt bleibt die gute Dormagener Jugendarbeit jedoch nicht: So waren mit den Junioren-Nationalspielern Simon Ernst (VfL Gummersbach) und Moritz Preuss (Bergischer HC) zuletzt zwei Leistungsträger nicht mehr zu halten. Umso erleichterter ist Coach Bohrmann über die personell stabile Lage. "Gegen Hüttenberg werden wohl alle dabei sein. Etwas anderes können wir uns bei unserem kleinen Aufgebot auch nicht leisten", erklärt der 45-jährige, dessen Kader ein Durchschnittsalter von 23,4 Jahren aufweist.

Mit "großem Respekt vor einer jungen, dynamischen Truppe", fährt Axel Spandau derweil nach Dormagen und weiß genau, auf wen seine Schützlinge besonders aufpassen sollten. "Im Rückraum ist Dennis Marquardt die Gallionsfigur. Er ist wie ein Turm in der Schlacht, aber auch torgefährlich", meint der TVH-Coach, der selbst ebenfalls ein Ass im Ärmel hat. Denn nach den Komplikationen mit seiner Spielberechtigung steht Sprungwunder Petar Bubalo seinem Chef nun endlich wieder zur Verfügung. "Er macht uns im Angriff ganz klar unberechenbarer", ist Spandau, der weiterhin auf Sven Pausch, Maximilian Kraushaar und Jannik Hofmann verzichten muss, froh über die Rückkehr des im A-Kader von Bosnien-Herzegowina stehenden Rückraumrechten.

Die Erwartungen an die Partie sind derweil auf beiden Seiten ähnlich. "Ich sehe keinen großen Unterschied. Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Hüttenberg hat aber den Vorteil, mit routinierten Spielern viel Erfahrung im Team zu haben", erklärt Bohrmann. Eine Tatsache, die auch Spandau nicht anders sieht: "Das könnte am Ende ausschlaggebend sein."


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