
Erlangen war zum Geburtstag der Hüttenberger Florian Laudt und Daniel Wernig nicht angereist, um in der 2. Handball-Bundesliga der Männer Geschenke zu verteilen. Da Hüttenberg zum Schluss deutlich abbaute, nahmen die Franken die Punkte mit 27:23 (14:14) am Ende mit.

Der TV Hüttenberg tat anfangs alles, um die anschließende Kabinenparty im Stimmungshoch zu feiern. Dabei war von Formtief nichts zu sehen. Und auch die verletzungsbedingten Ausfälle von Andreas Scholz (Daumen der Wurfhand gebrochen) und Sebastian Weber, der nach einem Autounfall am Mittwochabend an Halswirbelproblemen laboriert und gestern aussetzte, steckte der TVH in den ersten Minuten überraschend gut weg.
Gegen die motivierten Hausherren war Erlangen in der Anfangsphase meist nur zweiter Sieger. So streckte sich HCE-Torwart Andreas Bayerschmidt in der elften Minute vergeblich, als der zunächst stark verbessert auftretende Jonas Faulenbach zum 4:2 einnetzte.
Wernig gerät ins Straucheln, als er mit dem Schiedsrichter kollidiert
Aufwärtstendenz zeigten auch die beiden "Geburtstagskinder": Der seit gestern 25-jährige Daniel Wernig strauchelte nur einmal in Halbzeit eins, als er mit Schiedsrichter Pawel Fratcak kollidierte, aber auch diese Situation sturzfrei löste. Ansonsten glänzte er nicht nur bei eigenen Treffern, sondern spielte mit einem super Pass auf Faulenbach auch den Vorbereiter zum 6:4 (14.). Eine Minute später steuerte der nun 29 "Lenze" zählende Laudt ein Kontertor zum ersten Drei-Tore-Vorsprung bei.
Doch die Gäste aus Franken, die von einer Gruppe Männer mit meist blankem Oberkörper lautstark unterstützt wurden, schlugen zurück, als der TVH nach der zweiten Zeitstrafe gegen Stefan Lex den Faden verlor. Nach Fehlpass von Sven Pausch ging der Bayern-Trupp erstmals durch Benedikt Schwandner mit 13:12 in Führung. "Wir haben gekämpft und versucht, das Ding nach Hause zu bringen", wollte Trainer Heiko Karrer den Einsatzwillen seiner Mannschaft nicht kritisieren.
Wernig beschenkte sich und sein Team zwar unmittelbar nach Wiederbeginn mit einem blitzsauberen Doppelschlag, der Hüttenberg wieder mit 16:14 nach vorne brachte. Aber gegen die aggressive Franken-Abwehr mussten sich die Blau-Weißen jeden Treffer hart erarbeiten.
"Vielleicht hat uns mit den Ausfällen von Andreas Scholz und Sebastian Weber zum Schluss die Luft gefehlt", glaubte Laudt. "Wir haben alles versucht, aber Erlangen hat sich bei drei Fehlern von uns sofort abgesetzt", fügte Jonas Faulenbach hinzu.
Und das Glück ist derzeit kein Hüttenberger: Der rechtzeitig für die Partie genesene Daniel Pankofer traf nur den Pfosten, bevor der Ball vom Rücken von Jan-Steffen Redwitz doch noch den Weg in die Maschen fand. So hatte Erlangen beim 19:18 die Nase wieder vorn, während Hüttenbergs Kopf Florian Laudt draußen mit Oberschenkelproblemen behandelt wurde.
Wenig später war die Begegnung für Stefan Lex nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig beendet (52.), als Konterspezialist Schwandner den HCE mit 22:19 auf die Siegerstraße hievte. "Bei uns hat in dieser Phase alles geklappt", frohlockte Erlangens Coach Frank Bergemann. Die Verunsicherung war jetzt an allen Ecken und Enden beim als Aufstiegsanwärter in die Runde gestarteten TV Hüttenberg zu spüren. Selbst Laudt warf jetzt einen Ball völlig unbedrängt ins Aus. Der sonst aufmerksame Andreas Lex verwarf per Siebenmeter fast schon die letzte Chance zur Aufholjagd.
"Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech hinzu", meinte Karrer. Bestenfalls die Fünf-Sekunden-Premiere von Neuzugang Mario Vuglac lässt sich in der verkorksten zweiten Hälfte als Lichtblick werten. Abgeblasen wurde die Feier dennoch nicht. "Nach der Pause haben wir kaum noch die Lücke gefunden", so Laudt. "Aber Geburtstage werden hier in Hüttenberg durchgezogen."
Hüttenberg: Ritschel, Redwitz (ab 31.) - Pechstein (1), Andreas Lex (3/2), Lamprecht, Laudt (7), Faulenbach (4), Wernig (6), Jezewski (1), Stefan Lex (1), Fernandes, Pausch, Stock, Vuglac.
Erlangen: Bayerschmidt, Selke (n.e.) - Weltgen (5/3), Schwandner (3), Georg Münch (2), Hannes Münch, Krämer (3), Nienhaus (1), Hess (6), Schneck, Pankofer (2), Stumpf (3), Link (2).
Schiedsrichter: Fratcak/Ribeiro (Wagenfeld/Kamp-Linfort)
Zuschauer: 1147
Zeitstrafen: Hüttenberg sechs (Stefan Lex drei/rote Karte, 52., Jezewski zwei, Laudt), Erlangen sechs (Link, Nienhaus zwei, Hess, Krämer, Pankofer)
verworfene Siebenmeter: Wernig (Hüttenberg) scheitert an Bayerschmidt (36.), Andreas Lex (Hüttenberg) scheitert an Bayerschmidt (57.).







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