Langholz stürmt wieder

FUSSBALL "Wundertüte" SC Waldgirmes empfängt Lohfelden
Nachdenklich: Willi Wagner, ... | Foto: Rehor

Wenn jedoch der 13., der aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus sein Personal im Laufe der vergangenen Jahre deutlich abspecken und vermehrt auf die Jugend setzen musste, einem vor zwei Jahren noch in der Verbandsliga agierenden Club gegenübersteht, dessen Hauptsponsor einer der größten Müll-Entsorger Deutschlands mit Unternehmen in sieben Bundesländern ist und deshalb sein Team deutlich verstärken konnte, dann ist die Favoritenrolle klar verteilt. Anders ausgedrückt: Am achten Spieltag der Fußball-Hessenliga ist der SC Waldgirmes morgen (15 Uhr) gegen den FSC Lohfelden Außenseiter.

n "Wir müssen es vermeiden, nach hinten durchgereicht zu werden"

"Unser Gegner hat im Sommer mächtig aufgerüstet. Lohfelden hat mehrere überragende Leute in seinen Reihen und wird ganz oben mitmischen. Sie treten sehr selbstbewusst auf. Dennoch wollen und müssen wir Zählbares behalten", nimmt SCW-Übungsleiter Willi Wagner die Rolle des Underdogs gerne an, gibt aber auch zu bedenken: "Unser September-Programm hat es in sich. Wir müssen es vermeiden, nach hinten durchgereicht zu werden."

Mit dem KSV Baunatal, der vergangenes Wochenende 5:3 gegen die Kicker aus der Lahnaue die Oberhand behielt, dem morgigen Kontrahenten FSC Lohfelden, der kommenden Auswärtsaufgabe bei Rot-Weiß Hadamar sowie den Heimspielen gegen Buchonia Flieden und Viktoria Urberach hat es der Meister von 2009 in fünf aufeinanderfolgenden Matches ausschließlich mit Hochkarätern der Liga zu tun. "Deshalb: Kämpfen, laufen, attackieren, dann sind wir auch am Samstag gegen den Titelanwärter aus Nordhessen in der Lage, mitzuhalten", hofft Willi Wagner "auf mindestens einen Punkt."

Verzichten muss der Ex-Profi, der einst für den SV Darmstadt 98 401 Pflichtspiele bestritt, auf Abwehrchef Peter Bätzel (Kreuzbandriss), den beruflich verhinderten Sascha Kuche sowie die beiden Rot-gesperrten Masih Saighani und Sedat Aktas. Wieder dabei ist der mit einer Zerrung zwei Wochen pausierende Top-Torjäger Leif Langholz, mit dem Wagner sogar gleich wieder von Anfang an plant: "Einen wie ihn auf der Bank zu lassen, können wir uns nicht erlauben."

Eine ganze Reihe namhafter Ausfälle beklagt Wagners Gegenüber Carsten Lakies: Adrian Bravo Sanchez hat eine Bänderverletzung, Erwin Glogic die Mittelhand gebrochen, Vyacheslav Petrukhin zwickt die Wade. Dennoch schickt der 41-Jährige eine Elf aufs Feld, die "in zwei, drei Jahren in der Regionalliga spielen möchte", so der Übungsleiter. Angeführt wird das namhafte Ensemble von Torjäger Rene Huneck, der in der vergangenen Saison immerhin 27 Tore markierte. Aus Vellmar kamen Enes Glogic und Mentor Latifi, aus Baunatal Demetrio d’Agostino und Rolf Sattorov ins Nordhessenstadion.

Von der Rolle des Titelfavoriten will Lakies jedoch (noch) nichts wissen. "Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen. Meine Mannschaft muss sich erst noch finden. Wir haben zahlreiche neue Akteure, die aufgrund von Krankheiten und Verletzungen in der Vorbereitungszeit noch keine Gelegenheit hatte, sich richtig einzuspielen. Unser Ziel ist es, besser als im letzten Jahr abzuschneiden. Dies könnte uns gelingen, spielerisch und in der Defensive sieht alles schon sehr gut aus", kann der ehemalige Profi damit leben, nach einer Niederlage gegen den FCA Darmstadt sowie zwei Remis gegen den SV Wehen Wiesbaden II und Rot-Weiß Hadamar mit aktuell 14 Punkten auf Rang vier des Klassements zu liegen.

Bei der, so Lakies, "Wundertüte" SC Waldgirmes will der Fußball-Sport-Club seinen zuletzt mit einem 5:0-Erfolg gegen Buchonia Flieden und einem 3:1-Sieg beim KSV Baunatal unter Beweis gestellten Aufwärtstrend fortsetzen. Und verdeutlichen, dass sich der 13. und der Neunte des Vorjahres inzwischen nicht mehr ganz auf Augenhöhe begegnen.

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Dokument erstellt am 06.09.2012 um 14:13:55 Uhr
Letzte Änderung am 06.09.2012 um 21:23:19 Uhr
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