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HANDBALL TV Hüttenberg muss 49 Stunden nach Nordhorn-Pleite im Pokal ran

Egal ob Axel Spandau oder Heiner Bültmann - unisono nannten beide Übungsleiter "Kleinigkeiten" als Hauptgrund für die siebte Saisonniederlage der Blau-Roten. Wie schon beim 25:26 gegen den HC Empor Rostock war der TVH nicht weit vom dritten Sieg entfernt, musste sich aber trotz einer 34-minütigen Führung erneut geschlagen geben. Nimmt man die Auftaktpleite in Aue hinzu, unterlag das wieder auf einen Abstiegsrang abgerutschte selbst ernannte "Original aus Mittelhessen" damit zum dritten Mal in dieser Runde mit nur einem Tor Differenz.

Entsprechend gering war die Freude darüber, dem Tabellenvierten im fünf Kilometer von der deutsch-niederländischen Grenze entfernten Euregium Paroli geboten zu haben. "Wir steigen enttäuscht in den Bus, weil wir eine Leistung gebracht haben, mit der Punkte möglich waren", meinte Routinier Alois Mraz. Rückraumakteur Patrick Schmidt tat der Blick auf die Konkurrenz weh: "Fast alle hinter uns haben gepunktet. Es wäre schon schön gewesen, auch etwas mitzunehmen", erklärte der Youngster, der selbst für die überraschende 6:1-Führung (9.) gesorgt hatte. Auch TVH-Trainer Axel Spandau machte aus dem Ärger über die verpassten Zähler keinen Hehl: "Der Start war überragend. Wir haben gezeigt, dass wir in der Defensive mit Nordhorn mithalten können. Trotzdem stehen wir wieder mit leeren Händen da", meinte der 51-Jährige.

Chance für Zörb und Kraushaar

Dabei deutete von der ersten Sekunde an vieles auf eine kleine Sensation hin: Denn die Hüttenberger, bei denen der lange verletzte Neuzugang Maximilian Kraushaar nach 15 Minuten sein Debüt feierte, legten los wie die Feuerwehr. Auf Basis einer starken Deckung und mit einem sicheren Matthias Ritschel im Rücken führten die Gäste in der 19. Minute mit 9:5. "Sie haben es uns schwer gemacht. Das Spiel hätte genauso gut mit einem Unentschieden enden können", zollte Nordhorns Coach Bültmann den Gästen Respekt.

Wie eng die Partie werden sollte, wurde bereits kurz nach der Pause ersichtlich: Kleinere Hüttenberger Aussetzer sorgten für die erste HSG-Führung durch Jens Wiese (13:12, 38.). Kurz zuvor hatte der offensiv enttäuschende Petar Bubalo erst ein Stürmerfoul begangen (36.) und 83 Sekunden später eine Torchance liegen gelassen. "Wenn wir Fehler gemacht haben, hat Nordhorn das eiskalt ausgenutzt", wusste Patrick Schmidt, während Alois Mraz konstatierte: "Wir waren nicht konsequent und konstant genug." So lief der TVH ins offene Messer: Zwar berappelten sich die Gäste und führten wieder mit 17:15, als Daniel Wernig einen Siebenmeter verwandelte (49.). Doch am Ende behielt der Favorit den längeren Atem. "Nordhorn kann dann eben noch ganz andere Sachen auspacken und hat die nötige Sicherheit", meinte Axel Spandau, der die Partie analysieren wird, gleichzeitig aber den Blick früher als gewohnt vorauswerfen muss.

Denn bereits 49 Stunden nach dem Auftritt im Euregium müssen die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim ein weiteres Mal ran. An diesem Dienstagabend (19.30 Uhr) wartet in der zweiten Runde des DHB-Pokals Tabellenführer SC DHfK Leipzig. Obwohl seine Schützlinge als Außenseiter an den Start gehen, bedient der TVH-Coach eine der gängigsten Floskeln im Sportler-Vokabular: "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze", schmunzelt der Sportwissenschaftler, der die Sachsen als "Profitruppe mit einem Top-Kader" beschreibt, "die mit Sicherheit in die nächste Runde will".

Unschlagbar ist der Favorit um den erstligaerfahrenen Spielmacher Philipp Pöter, den torgefährlichen Ex-Magdeburger Philipp Weber und den im Sommer von Hüttenberg nach Leipzig gewechselten Marc Pechstein aber nicht. Das stellte am Samstag ausgerechnet TVH-Kellerkonkurrent HG Saarlouis unter Beweis: Der Tabellen-15. schickte den bis dato noch verlustpunktfreien Vorjahresfünften mit 26:24 nach Hause. "Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Wir wollen jetzt schnell in die Erfolgsspur zurückkehren", kündigte Leipzigs Trainer Christian Prokop an. Ein Wörtchen mitzureden haben dabei aber noch die Hüttenberger. "Wir werden das Spiel nicht herschenken", erklärt Spandau, der weiß, was seine Sieben auf die Platte bringen muss, um weiterzukommen: "Dafür müssten wir eine ähnlich gute Deckung wie in Nordhorn spielen", so der 51-Jährige, der dem Rückraumlinken Maximilian Kraushaar sowie dem jüngst von der HSG Wetzlar an Land gezogenen Kreisläufer Moritz Zörb Einsatzzeiten zusichert, aber noch um Torhüter Fabian Schomburg (Magen-Darm-Grippe) bangt.

Mut, wenn schon nicht in der Liga, dann eben im Pokal eine Überraschung einzufahren, macht den Blau-Roten der Mann auf der Kommandobrücke des nächsten Kontrahenten: "Hüttenberg ist nur schwer auszurechnen. Gerade in den letzten Wochen haben sie sich gut weiterentwickelt", meint SC DHfK-Coach Prokop, während Axel Spandau auf eine zweite Floskel zurückgreift: "Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden."


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