Schmidt und Krause müssen gehen

HANDBALL HSG sortiert Linksaußen und Abwehrspezialisten offensichtlich aus

Möchte künftig für die HSG Wetzlar jubeln: Maximilian Holst vom TV Großwallstadt.

Kann mächtig zupacken: Magnus Jernemyr (hinten) im Duell mit dem Serben Dusan Stankovic. 

Bild 1 von 2

Nach Torwart Nikolai Weber (inzwischen TSV Hannover-Burgdorf) und Abwehrchef Alois Mraz (TV Hüttenberg), die sich nach acht beziehungsweise sechs Jahren in der Domstadt im Sommer neue Arbeitgeber suchen mussten, nach Rechtsaußen Tobias Reichmann, der nach starken Leistungen im Nationalteam vergeblich auf eine Dutenhofener Offerte wartete und sich daraufhin ab 1. Juli 2014 dem polnischen Spitzenclub KC Vive Kielce angeschlossen hat, deutet inzwischen vieles darauf hin, dass auch Kevin Schmidt und Dennis Krause die Grün-Weißen verlassen müssen, ja schon verlassen haben.

Nach Informationen dieser Zeitung wird die HSG Wetzlar den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag von Kevin Schmidt nicht verlängern. Der Linksaußen, der bei der Weltmeisterschaft im Januar in Spanien für Furore gesorgt hat, steht nach einer langwierigen Hüftverletzung am Sonntag (17.15 Uhr) im Hessenderby gegen die MT Melsungen zwar vor seinem Comeback, muss aber offensichtlich Maximilian Holst von Bundesliga-Absteiger TV Großwallstadt weichen.

"Nach meinem längeren Ausfall muss ich in erster Linie mal nach mir schauen und möchte mich nicht mit anderen Themen beschäftigen", gab sich der gebürtige Mainzlarer am Donnerstag auf Nachfrage dieser Zeitung betont zurückhaltend, ergänzte aber auch: "Ich habe keinen Vertrag für die kommende Saison. Ich muss also durch gute Leistungen auf mich aufmerksam machen."

In die gleiche Kerbe schlug auch Schmidts Berater Markus Schüle aus der Stuttgarter Kanzlei "Vitesse" von Klaus Kärcher: "Wir haben kein Angebot der HSG Wetzlar für Kevin Schmidt vorliegen. Es gab ein Gespräch mit Aufsichtsratschef Martin Bender, wir haben uns vertagt, bis Kevin seine Verletzung überwunden hat." Schüle ergänzte, er wolle für seinen Schützling bis Mitte Oktober in jedem Fall Klarheit haben: "Er ist ein interessanter Spieler, natürlich gibt es für ihn in der Bundesliga Alternativen."

Nach Informationen dieser Zeitung haben die Rhein-Neckar Löwen, bei denen National-Linksaußen Uwe Gensheimer vor einem Wechsel zum THW Kiel steht, sowie die SG Flensburg-Handewitt Interesse an einer Verpflichtung des 25-Jährigen.

Maximilian Holst, der schon vor zwei Jahren, als Kevin Schmidt mit einer Schulterverletzung ausfiel, auf der HSG-Wunschliste stand, zeigte sich überrascht, in Wetzlar angeblich bereits angeheuert zu haben: "Davon weiß ich nichts", erklärte der 24-Jährige, der unter HSG-Coach Kai Wandschneider bereits von 2007 bis 2010 bei Bayer Dormagen aktiv war. Auch TVG-Prokurist Marco Seemann, der bis Sommer in Wetzlar im Marketing arbeitete, gab sich zugeknöpft: "Zu diesem Thema möchte ich mich nicht äußern." Und HSG-Verhandlungsführer Manfred Thielmann betonte: "An diesem Wechsel ist nichts dran." Wenngleich Insider bestätigen, dass Holst schon vor längerem an der Lahn einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet hat.

Von Dennis Krause, der sich seit Monaten mit einem Muskelbündelteileinriss herumplagt, hat sich die HSG Wetzlar inzwischen allem Anschein nach getrennt. Wie aus gut unterrichteten Kreisen durchsickerte, hat der 25-Jährige inzwischen einem Auflösungsvertrag zustimmen müssen, da sein Kontrakt offensichtlich die Klausel beinhaltete, nach drei Monaten aufgelöst werden zu können, wenn sich der Gesundheitszustand des 2,03-Meter-Hünen nicht gebessert hat. Äußern wollte sich Krause am Donnerstag zu seiner Demission nicht. Dem Vernehmen nach steht heute noch ein Gespräch mit Bender an. Vor wenigen Tagen noch hatten die HSG-Verantwortlichen via Pressemitteilung verkündet, den Ex-Gummersbacher, der sich inzwischen von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München untersuchen ließ, für "umfangreiche Reha-Maßnahmen freistellen" zu wollen.

Serbe Dragas im Training, Schwede Jernemyr auf der Wunschliste

Ins Bild passt, dass Manfred Thielmann mittlerweile von Martin Bender gebeten worden ist, einen neuen Abwehrchef zu besorgen. Nachdem der Bosnier Bojan Skoko (zuletzt Croatia Zagreb), der ohne Thielmanns Wissen eingeladen wurde, im Probetraining durchgefallen ist, hat die HSG Wetzlar inzwischen ein Auge auf den Serben Milos Dragas geworfen. Der 23-jährige Abwehrspezialist, der auch im linken Rückraum spielen kann, war zuletzt für Vardar Skopje in Mazedonien sowie für RK Metaloplastika Sabac in seiner serbischen Heimat aktiv. Er befindet sich dem Vernehmen nach schon im Probetraining und könnte am Sonntag gegen die MT Melsungen bereits das HSG-Trikot tragen. Interesse hat die HSG Wetzlar wohl auch am Schweden Magnus Jernemyr. Der Zwei-Meter-Hüne, der 102 Mal für sein Heimatland aktiv war, trägt zurzeit noch das Trikot von Lugi Lund. Zuvor war der 37-jährige Wikinger für den FC Barcelona, GOG Svendborg in Dänemark, den spanischen Erstligisten BM Torrevieja und Redbergslids IK Göteborg am Ball.


Die ganze Zeitung auf Smartphone oder Tablet: Testen Sie jetzt gratis unsere E-Paper-App.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Sport aus der Region