TVH braucht Punkte statt Lob

HANDBALL Tabellen-18. Hüttenberg steht in Hamm unter Zugzwang

Nur nicht wieder straucheln: Hüttenbergs Kreisläufer Mario Fernandes (M.) gegen Markus Hansen (l) und Daniel Wessig vom TV Neuhausen. (Foto: Weis)

Zuletzt präsentierten sich die Blau-Roten zwar in starker Verfassung. Mehr als Lob und Schulterklopfen war bei den 25:26-Niederlagen in Rimpar und gegen Neuhausen aber nicht zu holen. "Da haben Kleinigkeiten gefehlt", weiß TVH-Trainer Axel Spandau, der nun etwas Zählbares anpeilt, um nicht in den Tiefen des Tabellenkellers steckenzubleiben. "Die Punkte brauchen wir dringend. Sonst verlieren wir den Anschluss an das Mittelfeld und es wird knifflig", ist sich der Sportwissenschaftler der Situation bewusst.

Um Motivation für das Gastspiel in der Westpress-Arena zu tanken, lohnt sich für Patrick Schmidt & Co. ein Blick in die Vergangenheit: Denn seit dem einjährigen Bundesliga-Intermezzo entschied Hüttenberg gleich drei der letzten vier Duelle mit den Westfalen für sich. In den vergangenen Wochen hat sich der mäßig in die Saison gestartete ASV aber ans Siegen gewöhnt. Gegen Neuhausen, Essen und Henstedt-Ulzburg sprangen jüngst drei Erfolge nacheinander heraus. Zur Folge hatte das den achten Tabellenplatz, auf dem die Hammer auch die vergangene Runde abschlossen.

"Ich hoffe, dass die Mannschaft diese Serie fortsetzen kann. Wir dürfen uns aber auf keinen Fall von der Tabelle blenden lassen, nachdem Hüttenberg fünf Mal nur mit einem Tor verloren hat", erklärt Kay Rothenpieler, der mit zwei kurzen Unterbrechungen bereits seit 2001 auf der Trainerbank der Westdeutschen sitzt und seit 2010 zusätzlich als Manager fungiert.

Konstantin Poltrum und Fabian Schomburg hüten Bett statt Tor

Was den Ex-Bundesligisten auszeichnet, ist kein Geheimnis "Da reicht ein Blick auf das Torverhältnis", spielt Spandau auf die 402 erzielten Treffer an, die zur absoluten Ligaspitze zählen. Doch während nur drei Teams häufiger einnetzten, bewegt sich die Defensive des ASV im unteren Mittelfeld. 30 Mal weniger als Hamm musste der TVH hinter sich greifen. "Nach vorne geben sie richtig Feuer. Die Deckung ist aber nicht so sattelfest wie etwa die von Rimpar", kennt Spandau den Gegner.

Der hatte im Sommer den Abgang zweier Leistungsträger zu verkraften: Mit Rückraum-Ass Matthias Struck und Linksaußen Andreas Simon verließen die torgefährlichsten Akteure den Club. Nach den holprigen ersten Wochen der Saison, in der unter anderem eine 24:29-Niederlage gegen Baunatal zu Buche stand, hat sich die verjüngte Mannschaft aber gefangen. Allen voran Spielmacher Ondrej Zdrahala, der 64 Mal für das tschechische Nationalteam auflief, warf sich am letzten Samstag mit elf Treffern kräftig warm. Unter dem Strich macht eine gute Mischung aus talentierten Youngsters wie dem Rückraumlinken Marian Orlowski (70 Saisontore) und erfahrenen Akteuren wie Publikumsliebling Björn Wiegers am Kreis die Hammer Mischung aus.

Neben der Vorbereitung auf den nächsten Kontrahenten beschäftigte Axel Spandau in den vergangenen Tagen auch eine personelle Frage: Denn mit dem gegen Neuhausen starken Konstantin Poltrum und Fabian Schomburg hüteten zwei der drei TVH-Keeper statt dem Tor krankheitsbedingt das Bett. Sollte das Duo nicht rechtzeitig fit werden, könnte U 23-Schlussmann Yannick Dellner neben Matthias Ritschel in den Kader rücken. Wieder mit an Bord ist dagegen Rechtsaußen Timo Ludwig.

Welche Kleinigkeiten in Hamm besser laufen müssen, damit etwas Zählbares herausspringt, weiß Spandau: "Wir müssen unsere freien Würfe besser nutzen - und in der Abwehr weiterhin gut stehen", fordert der 51-Jährige, der seinen Schützlingen eine hohe Einsatzbereitschaft im Training attestiert: "Die Jungs sind mit Feuereifer dabei und ackern. Dafür müssen sie sich jetzt belohnen."

Angesichts der Tabellensituation wäre das bitter nötig. Vielleicht leuchtet dann wie vor drei Wochen auch wieder ein Ein-Tor-Sieg statt einer Ein-Tor-Niederlage von der Anzeigetafel auf.


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