"Viel schwerer als Spanien"

HANDBALL Gegen Schweden sieht Sigurdsson keinen besonderen Druck

Enttäuscht: Steffen Weinhold (l.) und Hendrik Pekeler (2.v.l.) neben den jubelnden Spanier. (Foto: Witters)

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Aber nicht deswegen waren die meisten Spieler des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Mittag beim Medientreff guter Laune. Mit ein bisschen Abstand überwog trotz einer 29:32 (15:18)-Niederlage der Stolz über eine ordentliche Leistung im EM-Auftaktspiel am Samstagabend gegen die Übermannschaft aus Spanien. "Wir müssen uns nicht schämen", meinte Bundestrainer Dagur Sigurdsson, der von seiner Truppe vor dem zweiten Gruppenspiel an diesem Montagabend (20.30 Uhr/ARD) gegen die mit einem 23:21 gegen Slowenien ins Turnier gestarteten Schweden aber eines verlangte: "Mehr Konstanz." Eine Schwächephase wie gegen Spanien, als die Deutschen innerhalb von elf Minuten nach einem 9:7 (12.) fast schon aussichtslos mit 11:18 in Rückstand gerieten, darf sich nicht noch einmal wiederholen. "Die Art und Weise, wie sich das Team zurückgekämpft hat, macht aber Mut", zog DHB-Vizepräsident Bob Hanning ein zufriedenes Fazit, warnte aber vor dem nächsten Spiel: "Das wird von der Herangehensweise viel schwerer als gegen Spanien."

Denn im Premierenmatch dieser EM hatte der WM-Siebte des Vorjahres gegen einen der Titelfavoriten nichts zu verlieren. Gegen Schweden, das mit acht aktuellen Bundesliga-Profis gespickt ist, müssen die Deutschen jetzt aber gewinnen, um sich eine gute Perspektive für das weitere Turniergeschehen zu bewahren. Trotzdem will Sigurdsson von einem erhöhten Druck nichts wissen. "Wir stehen in jedem Spiel unter Druck", meinte der 42-Jährige, der sich von den Skandinaviern am Samstagabend bei deren Erfolg gegen Slowenien noch vor Ort in der Jahrhunderthalle ein Bild gemacht hatte. "Sie haben eine starke Abwehr, einen überragenden Torwart und viel Tempo nach vorne", lobte der Isländer den Rekord-Europameister (vier Titel).

Bob Hanning macht seine eigene Rechnung auf: "Zwei Siege und wir sind weiter"

Doch dem Bundestrainer dürfte auch nicht entgangen sein, dass den Schweden nach einer sehr guten ersten Hälfte (16:9) im zweiten Durchgang kaum noch was eingefallen ist. Hätte der Flensburger Schlussmann Mattias Andersson nicht so großartig gehalten, das ebenfalls stark verjüngte Team des Trainergespanns Ola Lindgren/Staffan Olsson wäre als Verlierer vom Platz gegangen. "Wir haben in der zweiten Halbzeit viel Stress bekommen. Da hat man gesehen, dass einigen Spielern bei uns die Erfahrung fehlt", meinte Matchwinner Andersson, der gemeinsam mit Mikael Appelgren (Rhein-Neckar Löwen) eines der stärksten Torhütergespanne bei dieser EM bildet.

Eine besondere Vorbereitung auf die schwedischen Keeper gibt es im deutschen Team aber nicht. "Ich beschäftige mich damit nicht, sondern schaue nur auf mich", meinte Christian Dissinger, der gegen Spanien sechs Tore erzielte, dafür aber auch 13 Versuche benötigte.

Nicht nur der Kieler hat noch Luft nach oben. Bob Hanning sieht sogar bei jedem einzelnen Spieler Steigerungspotenzial und machte seine eigene, ganz pragmatische Rechnung auf: "Zwei Siege und wir sind weiter." Dann könnten die deutschen Handballer das schöne Winterwetter in Breslau auch noch länger genießen.


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