Was macht Ivano Balic?

HANDBALL Unklare Zukunft des Kroaten lähmt HSG-Planung

Nicht auf dem Feld, aber in den ganzen Halle im Gespräch: Ivano Balic. (Foto: Rehor)

Auch die Anhänger der Grün-Weißen haben längst erkannt, dass der 34-Jährige, der gestern wegen Rückenproblemen nur in Zivil neben der Auswechselbank saß, die spieltragende Persönlichkeit der HSG ist. Seine Zukunft ist nach wie vor ungeklärt. Im Sommer läuft der Vertrag aus. Seit Wochen hat der Kroate ein Angebot zur Verlängerung vorliegen. Entschieden hat Balic nach eigener Aussage noch nichts. Auch Trainer Kai Wandschneider meinte gestern, dass noch alles offen sei. Doch es deutet momentan einiges darauf hin, dass der zweimalige Welthandballer nicht über die aktuelle Saison hinaus an der Lahn bleiben wird. Indizien dafür sind Aussagen aus dem Umfeld des Mittelmanns und die Tatsache, dass Balic eine Entscheidung seit Wochen hinauszögert. "Wir hängen ein bisschen in der Luft", gab Wandschneider gestern zu. Zu gerne hätte der 54-Jährige die offenen Personalfragen bis Mitte Februar vom Tisch gehabt. Das ist ihm und Aufsichtsratschef Martin Bender jedoch nicht gelungen. "Das liegt vor allem an unseren wirtschaftlichen Zwängen", erklärt Wandschneider. Und das liegt natürlich auch an Balic. Wenn der Regisseur nicht bleibt, wird eine ordentliche Summe frei, die in andere Spieler investiert werden könnte. So gibt es einige Personalien, die derzeit rund um die HSG heiß diskutiert werden.

- Kevin Schmidt: Noch immer hat der 25-Jährige kein Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrages vorliegen. Wandschneider macht keinen Hehl daraus, dass er den Mainzlarer halten will. Aber Schmidt wäre in der kommenden Saison neben dem bereits verpflichteten Maximilian Holst und Christian Rompf der dritte Linksaußen. Das kann sich der Tabellenelfte nicht leisten. Dennoch scheint es, als ob der Nationalspieler bald ein HSG-Angebot erhält. Allerdings ist die ansteigende Form des Rechtshänders auch anderen Bundesligisten nicht verborgen geblieben.

- Vid Kavticnik: Der spielstarke Halbrechte würde perfekt in das System von Wandschneider passen. Zumal der Slowene auch in der Deckung seinen Mann stehen kann. Mit dem Ex-Kieler haben die Verantwortlichen gesprochen. Allerdings verdient Kavticnik beim Champions-League-Club Montpellier HB gutes Geld. Leisten können sich die Wetzlarer einen Spieler dieser Kategorie nur dann, wenn er mit den Gehaltsforderungen nach unten geht.

- Evars Klesniks: Der im Sommer nach der schweren Knieverletzung von Daniel Valo kurzfristig verpflichtete Lette wäre die preisgünstige Alternative im rechten Rückraum. Sein Vertrag läuft aus. Die HSG wüsste, was sie an dem Ex-Mindener hat und was eben nicht: Klesniks ist ein absoluter Teamplayer, in der Abwehr häufig ordentlich, im Angriff aber zu wenig durchschlagskräftig.

- Gilberto Duarte: Den 23-Jährigen vom FC Porto hat die HSG mehrfach beobachtet. Zuletzt am Mittwoch im Champions-League-Spiel in Kiel. "Er ist einer unserer Kandidaten", bestätigte Wandschneider gestern. Duarte, 2012 zum Handballer des Jahres in Portugal gewählt, kann alle Rückraumpositionen spielen, wird aber hauptsächlich auf halblinks und in der Mitte eingesetzt. Also dort, wo die Wetzlarer mit Steffen Fäth, Kristian Bliznac, Adnan Harmandic und Florian Laudt zumindest quantitativ für die kommende Saison schon ordentlich besetzt sind. Zumal Dennis Krause auch noch einen gültigen Kontrakt bis 2016 besitzt. Am Mittwoch in Kiel erzielte Duarte fünf Treffer. Im Hinspiel in Porto war der 1,95 Meter große Rechtshänder sogar neunmal erfolgreich.

- Tobias Hahn: Die Zukunft des Linkshänders ist offen. Dass er die Rolle des zweiten Manns auf Rechtsaußen tadellos ausführt, hat er gestern wieder bewiesen. Noch ist aber nicht bekannt, ob die HSG mit dem 26-Jährigen verlängern will oder noch andere Optionen, wie etwa den ehemaligen Hüttenberger Florian Billek, prüft.


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