Die beiden Vereine, deren Clubhäuser gerade einmal 6,5 Kilometer auseinanderliegen, bemühen sich bei aller Brisanz darum, die Bälle flach zu halten. "Den Umgang, den wir mittlerweile untereinander pflegen, gefällt mir", sagt Zick bei einer Pressekonferenz, zu der die Sparkasse Wetzlar, Sponsor beider Hessenligisten, eingeladen hatte. "Wir haben eine gute Basis gefunden", bestätigt Jörg Kässmann, Sportlicher Leiter der Lahnauer, die derzeit zwei Punkte besser dastehen als das Team aus der Domstadt.
Was im Dezember, als die Partie ursprünglich angesetzt war und wegen heftigen Schneefalls abgesagt wurde, noch ganz anders aussah. Damals hatte Wetzlar acht Punkte mehr auf dem Konto als der Rivale aus der Lahnaue. Heute schiebt Zick dem SCW ohne Zögern die Favoritenrolle zu. "Waldgirmes hat den stärksten Kader in der Hessenliga. Und sie spielen wieder erfolgreich", sagt der 52-Jährige und führt weiter aus: "Steffen Schmitt ist der stärkste defensive Mittelfeldspieler der Klasse. Dazu haben sie mit Langholz, Denis Weinecker und Rafael Szymanski eine immense Torgefahr."
Eintracht-Coach Zick hofft darauf, gegen den SCW Räume zum Kontern zu haben
Bei allem Respekt, den er hat, rechnet sich der Ex-Profi vor heimischer Kulisse etwas aus. "Wir tun uns gegen die guten Teams leichter. Das hat man bei unseren Siegen gegen Offenbach II und in Alzenau gesehen. Wir haben Probleme, das Spiel zu machen und fühlen uns wohler, wenn wir Platz zum Kontern haben." Und auf diese Räume hofft Zick, damit sich seine Mannschaft nach den zuletzt schwachen Leistungen in Stadtallendorf (0:3) und am Gründonnerstag zu Hause gegen den FCA Darmstadt (0:2) wieder ein Erfolgserlebnis holt.
Mit einem gelungenen Derby-Auftritt möchte sich auch der SC Waldgirmes für die jüngste Niederlage in Eschborn (3:4) rehabilitieren. Davor blieb der Hessenligameister 2009 in neun Partien ungeschlagen, doch in Eschborn "gab es einen Schlag", wie es Krick formuliert. Der aber, so hofft der ehemalige Stürmer, zur rechten Zeiten gekommen sein soll. Denn: "Diese Pleite wird sich eher positiv als negativ auf die Partie im Montag auswirken. Wir haben gesehen, dass die Clubs in der oberen Hälfte der Tabelle auch Fußball spielen können", sagt Krick, der die Eintracht ausdrücklich zu diesen Teams zählt. "Durch die Abgänge im Winter ist Wetzlar nicht schlechter geworden", behauptet er, fügt jedoch im gleichen Atemzug an: "Wir werden nicht in Ehrfurcht erstarren."
Gegenüber den Vorwochen muss Waldgirmes die Defensive umbauen. Fabian Pötzl ist nach seiner roten Karte in Eschborn gesperrt. Wie Krick das lösen wird, wollte er nicht verraten. Gut möglich, dass Peter Bätzel aus der zweiten Mannschaft in den Hessenliga-Kader aufrückt. Neben Pötzl fehlt außerdem Mario Schappert (Innenbandriss im Knie).
Verbessert hat sich die personelle Situation bei Eintracht Wetzlar. Dennis Leopold und Zabih Saighani konnten gegen Darmstadt wieder mitwirken. Auch die Schulterverletzung von Masih Saighani stellte sich als nicht schwerwiegend heraus. Jens Boehnke (Patellasehnenprobleme) fällt wohl aus, Roman Schramm, Sebastian Gajda und Mohammet Tokmak (alle krank) stehen ebenfalls auf der Kippe.
Beide Vereine hoffen auf eine vierstellige Zuschauerzahl. "Wenn man sieht, dass wir häufig nur vor 100 bis 200 Leuten spielen - und das in Hessens höchster Fußballliga - dann muss das bei so einem Spiel anders sein", sagt Thorsten Krick, der unumwunden zugibt, die Partie um die fußballerische Vorherrschaft in Mittelhessen unbedingt gewinnen zu wollen. "Unseren Fans dürfen wir das nicht antun, in Wetzlar zu verlieren." Denn für die ist die Rivalität trotz der Harmonie zwischen den Führungskräften der Vereine noch immer sehr ausgeprägt.























