Nicht so für Hausherren-Übungsleiter Claus-Peter Zick, der sich zum einen gerne an den 6:3-Erfolg in Nordhessen aus der Vorrunde erinnert, der seinen Jungs aber auch mehr zutraut, als sie zuletzt bei den beiden 0:2-Pleiten gegen den SC Waldgirmes und den FCA Darmstadt sowie bei der 0:3-Niederlage beim TSV Stadtallendorf gezeigt haben.
"Natürlich muss es offensiv für uns endlich wieder besser laufen. Was uns momentan fehlt, ist der tödliche Pass aus dem Mittelfeld, da müssen wir einfach mehr den Überblick behalten", hofft der 52-Jährige darauf, dass der Knoten bei seinen Jungs endlich wieder platzt und sie an die beiden Überraschungserfolge im neuen Jahr bei Tabellenführer Bayern Alzenau (3:1) und gegen die Reserve des Drittligisten Kickers Offenbach (2:1) anknüpfen können. Dass die Wetzlarer Eintracht des Jahres 2011 nach der gescheiterten "Novemberrevolution" und dem Verlust von sechs Leistungsträgern nichts mehr mit der des Jahres 2010 gemein hat, weiß aber auch Zick, ohne es offen auszusprechen. Seine Hoffnung, wieder Ordnung ins Spiel zu bekommen, verbindet der Ex-Profi der Frankfurter Eintracht mit Winter-Neuerwerbung Jens Boehnke, der allerdings wegen Problemen an der Patellasehne seit drei Wochen nicht mehr trainiert hat. Ob der Routinier, der zuletzt für die SG Oberliederbach in der Verbandsliga auflief, morgen wenigstens auf der Bank Platz nehmen kann, entscheidet Zick erst kurzfristig. Fragezeichen setzt der Eintracht-Coach auch hinter das Mitwirken von Sebastian Gajda, den die Wade zwickt, sowie Muhamet Tokmak und Marco Vollhardt, die sich in dieser Woche krankgemeldet haben.
Auch Gegner KSV Baunatal, am Mittwoch noch 4:1-Sieger im Kreispokal bei der SpVgg. Olympia Kassel, hat personelle Probleme. Peter Liebermann hat einen Nasenbein-, Torben Grill einen Wadenbeinbruch, Christian Kathner muskuläre Probleme. Hinzu kommen die langzeitverletzten Stefan Markolf, Lars Frerking und Maik Ciba.
Werkzeugmacher Klöppner teilt sich die Arbeit in Nordhessen mit Tobias Nebe
Trainer Tobias Klöppner, der sich das Amt mit Spielgestalter Tobias Nebe teilt, reist jedoch trotz eines eher durchschnittlichen Re-Starts nach der Winterpause mit nur vier Siegen aus neun Meisterschaftsspielen optimistisch nach Wetzlar. Wohl wissend, dass der ehemalige Zweitligist, der von 1976 bis 1979 im Unterhaus aktiv war, "mit einer stark verjüngten Mannschaft eine sensationelle Saison hingelegt hat", wie der 33-jährige Ex-Keeper des FC Ederbergland stolz berichtet. "An eine so tolle Platzierung haben wir nie zu denken gewagt", freut sich der in Arolsen als Werkzeugmachermeister arbeitende Klöppner. "Wir haben sehr oft richtig guten und herzerfrischenden Offensivfußball gezeigt."
Dennoch hat sich der KSV Baunatal nicht für die Regionalliga beworben, was Klöppner erklärt: "Zum einen haben wir niemals damit gerechnet, Platz eins erreichen zu können, zum anderen hapert es finanziell bei uns." Im Durchschnitt kommen nur 200 Besucher ins 9000 Zuschauer fassende Parkstadion, das mit seinem angrenzenden Trainingsgelände und mehreren Kunstrasenplätzen allerhöchsten Ansprüchen genügt. "Wir wollen uns einfach nur gut verkaufen und richtig viel Spaß haben", ergänzt Klöppner im Hinblick auf die Partie in Wetzlar.
Spaß, der den Fans der Eintracht zuletzt ein wenig verlorengegangen ist.























