Das Gipfeltreffen der Fußball-Verbandsliga Mitte zwischen den beiden bisher punktgleichen Clubs erwies sich vor einer imposanten Kulisse als eine unerwartet klare Angelegenheit für die Fürstenstädter. Hadamar war aggressiver, zweikampfstärker, schneller und vor allem torgefährlicher. Der Erfolg der grandios auftrumpfenden Gastgeber war äußerst verdient, fiel jedoch zu hoch aus.
Der Freude im Hadamarer Lager tat dies freilich keinen Abbruch. "Unsere Abwehr hat eine tolle Leistung abgerufen. In der Offensive war Jan Goller heute überragend", lieferte der Hadamarer Trainer Heiko Weidenfeller eine prägnante Analyse.
Meistertorwart Roman Weidenfeller sieht den Sieg des Bruders
Die zuletzt elf Siege in Folge buchenden Gäste blieben vor der Saison-Rekordkulisse - unter den Fans befand sich auch Dortmunds Meistertorhüter Roman Weidenfeller - alles schuldig. "Wir haben keinen Druck entwickelt und ganz einfach schlecht gespielt", suchte Biebrichs Spielertrainer Engin Özdemir nicht nach Entschuldigungen.
Dabei wäre aus seinem Blickwinkel Kritik an den Entscheidungen des wenig überzeugenden Schiedsrichtergespanns durchaus berechtigt gewesen. Beim Führungstreffer der Westerwälder befand sich der Torschütze Jan Goller bei dem Zuspiel des später verletzt ausscheidenden Sebastian Trosch in Abseitsposition. Der zum 3:0 führende Eckstoß war eine Fehlentscheidung, Torabschlag für Biebrich wäre korrekt gewesen. Zu guter Letzt "schenkte" der Unparteiische dem unterlegenen Team Sekunden vor dem Abpfiff einen Foulelfmeter nach einem Zweikampf zwischen Jannik Körner und dem Biebricher Stürmer Volkan Zer. Nichts zu deuteln gab es an der gelb-roten Karte für Orkun Zer nach einem Frustfoul am Hadamarer Torhüter Florian Hammel.
Mitentscheidend für den sportlichen Untergang der Gäste war das 0:2 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Jan Goller hatte mit einem Geistesblitz seinen Bewacher abgeschüttelt. Der Torjäger scheiterte zunächst an 02er-Tormann Wojciech Strzelecki. Dessen Abpraller drückte Kapitän Julien Horner über die Linie. Beim Gast war die "Torfabrik" mit den Brüdern Zer total abgemeldet. Deren Neutralisierung war einer jener Mosaiksteine für das Hadamarer Schützenfest gewesen.
Hadamar: Hammel - Körner, Groß, Harmouch, Szymczak (80. Baum) - Horner, Alves - Tahiri, Trosch (25. Song), Kim - Goller (88. Merz).
Biebrich: Strzelecki - Hoffmann, Löbelt, Rivera, Sengün - Maurer, Özdemir - Pilger, Kramke (46. Simsek) - Volkan Zer, Orkun Zer.
Schiedsrichter: Wach (Hattersheim) - Zuschauer: 715 - Tore: 1:0 Goller (14.), 2:0 Horner (45.+2), 3:0 Song (70.), 4:0 Tahiri (81., Foulelfmeter), 5:0 (87. Song), 5:1 (90.) Volkan Zer - gelbe Karten: Horner, Szymczak, Tahiri, Harmouch (Hadamar), Orkun Zer (Biebrich) - gelb-rote Karte: Orkun Zer (75., Biebrich) wegen Foulspiels.
























