Klar war vor dem Anpfiff, dass der psychologische Vorteil bei den zuletzt extrem erfolgreichen Hausherren lag. Wetzlar, für das es im Prinzip nur um die "goldene Ananas" ging, zeigte Charakter und fightete von Beginn an. Die Eintracht machte die Räume geschickt eng, startete ihrerseits Konter und ließ die Darmstädter kaum ins Spiel kommen. Fabio Eidelwein hatte per Kopf nach einer halben Stunde sogar die Chance, die Domstädter in Front zu bringen.
Die Mannschaft aus dem Darmstädter Stadtteil Heimstättensiedlung brauchte bis kurz vor dem Seitenwechsel, um auf sich aufmerksam zu machen. Zuerst scheiterte Kevin Jung am glänzend reagierenden Kamber Koc im Gästekasten (44.), und Sekunden später parierte Koc einen Kopfball von Felix Kalbfleisch (45.). Vorangegangen war ein Freistoß an die Lattenunterkante, den ein Teil des Gastgeberanhangs hinter der Wetzlarer Torlinie wähnte. Mit Wiederbeginn machte Rot-Weiß Darmstadt zunächst Druck. Felix Kalbfleisch verfehlte das leere Eintracht-Gehäuse (52.), das nun zumindest kurzzeitig unter Beschuss geriet. Nach einer Stunde klingelte es im Gästekasten. Einen langen Ball köpfte Felix Kalbfleisch von der Grundlinie nach innen, das Leder segelte an Kamber Koc vorbei und der portugiesische Torjäger Manuel do Vale Lopez brachte die Rot-Weißen mit 1:0 in Front.
Koc steht im Mittelpunkt
"Danach haben wir völlig die Ordnung verloren und Wetzlar übernahm das Kommando", erkannte Darmstadts Trainer Stephan Adam. Eine Einschätzung, die sein Wetzlarer Kollege Claus-Peter Zick nicht uneingeschränkt gelten lassen wollte. "Klar war ein Tor für uns möglich", spielte Zick auf die weiteren Gelegenheiten seiner Jungs durch Dennis Leopold (64.), Fabio Eidelwein (80.) sowie Muhamet Tokmak (88.) an.
"Man muss aber auch einfach mal die Chancen nutzen. Abziehen statt zu zögern. Das fehlt uns im Moment", mäkelte der Eintracht-Übungsleiter und künftige Sportliche Leiter.
Die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit. "Joker" Aleksandar Mastilovic staubte aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Einheimischen ab. Der sechste Sieg in Folge und das siebte "zu Null" in Serie der noch immer nicht endgültig geretteten Darmstädter war perfekt.
"Alles eine reine Kopfsache", wusste RW-Trainer Stephan Adam. Worte, bei denen Claus-Peter Zick angesichts der brauchbaren Eintracht-Vorstellung aber auch der fünften Niederlage in Folge zustimmend nickte.
Rot-Weiß Darmstadt: Breitwieser - Frisch, Walter, Yildiz, Markowitz - Dukas (74. Lohrer), Kalbfleisch - Öztas, Jung (56. Mastilovic), Do Vale Lopez - Bahssou (86. Felter).
Wetzlar: Koc - Proske, Zabih Saighani, Leonhardt, Mülln - Schramm (70. Wilk), Gajda - Schäfer (84. Karahan), Masih Saighani, Leopold (81. Tokmak) - Eidelwein.
Schiedsrichter: Finke (Fulda-Horas) - Zuschauer: 250 - Tore: 1:0 Do Vale Lopez (60.), 2:0 Mastilovic (90.+1) - gelbe Karten: Dukas, Yildiz, Lohrer (Rot-Weiß Darmstadt), Gajda, Leonhardt (Wetzlar).





















