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20.01.2012, 19:25 Uhr
Von Thomas Hain

Wetzlar

Mit Video: Bauermann wird auf dem "Blauen Sofa" gelobt und "gewarnt""


Auf Wiedersehen am 14. März"


Dirk Bauermann kam fast ganz in Schwarz. Wie eigentlich immer. Volker Bouffier ist ein Schwarzer. Schon ewig. Und doch wurde es ein bunter Abend. Was nicht allein am "Blauen Sofa" lag. Auf dem standen der ehemalige Basketball-Bundestrainer und der hessische Ministerpräsident bei der dritten Auflage der Talkshow dieser Zeitung am Donnerstag im Forum der Volksbank Mittelhessen Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) und Alexander Fischer, dem Leiter der Sportredaktion, Rede und Antwort.

Das Blaue Sofa






Volles Haus: Etwa 250 Gäste lauschen in der Gießener Volksbank dem Gespräch auf dem "Blauen Sofa". (Fotos: Rehor)zoomVolles Haus: Etwa 250 Gäste lauschen in der Gießen... | mittelhessen.de
Die rund 250 geladenen Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft fühlten sich im repräsentativen Atrium des Gießener Geldinstituts nicht nur gut informiert, sondern auch bestens unterhalten. "Ich bin froh, dass niemand buht, obwohl ich vom FC Bayern bin", flachste Bauermann nach Sekt mit Aperol, Laugengebäck und Goudaspießen zur Begrüßung. Die Geister, die er rief, ward der Coach der Korbjäger des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Hessenland von Dichterfürst Goethe später nicht mehr los.

Als der im niederrheinischen Krefeld lebende gebürtige Oberhausener davon sprach, vielleicht am 14. März im Gastspiel bei den LTi Gießen 46ers die Auswärtsschwäche des hochgehandelten Bundesliga-Aufsteigers von der Isar ablegen zu wollen, buhten tatsächlich einige - wenn auch nur zum Spaß.

Auch in Wetzlar wird hochklassiger Basketball gespielt

"Sie sind aus Nordrhein-Westfalen - man muss auch mit Schicksalen leben", rief ihm Ministerpräsident Bouffier augenzwinkernd zu, der in jungen Jahren selbst das Trikot des Traditionsvereins trug, als der noch MTV 1846 hieß. Über den Erfolgscoach und die neue Bundesliga-Attraktion aus dem Freistaat fand der eloquente Christdemokrat jedoch ausschließlich positive Worte. "Ich wünsche euch, dass ihr bei uns immer ein gutes Spiel macht - und wir gewinnen", war der Landesvater beim Plausch unter Basketballern aber auch wieder ganz Lokalpatriot.






... sowie (v.l.)  Dominik Kuhn (Radio FFH), Moderator Alexander Fischer und Wetzlardruck-Geschäftsführer Martin  Grude.zoom... sowie (v.l.) Dominik Kuhn (Radio FFH), Moderat... | mittelhessen.de
In dessen Ohren müssen Bauermanns Sätze wie Musik geklungen haben. Vor allem das eindeutige "Ja zum Traditionsstandort Gießen" und dessen "ganz besondere Daseinsberechtigung." Der deutsche Frontman seiner Sportart soll das neue Lieblingskind der "Weltmarke Bayern München" (Bauermann) nach dem Aufstieg aus der 2. Liga in die deutsche und möglichst auch internationale Spitze führen. Aber der Vertraute von Uli Hoeneß, ohne den der Bayern-Präsident dem Projekt nicht zugestimmt hätte, vergisst die Basis nicht: "Es braucht nicht nur die Metropolen."

Wer wüsste das besser als Lars Witteck? Der Regierungspräsident mit dem Talent zum Sportstudio-Gastgeber spielte den Ball gern weiter. In die Nachbarstadt. Schließlich gehörte der Abend zur Reihe "Wetzlar im Gespräch". Und die Rollstuhlbasketballer des RSV Lahn-Dill waren auf Einladung dieser Zeitung und ihrer Partner Volksbank Mittelhessen, Regierungspräsidium Gießen, Stadt Wetzlar, Sparkasse Wetzlar, Hit-Radio FFH, Ligne Roset, Rittal-Arena, Taschs Wirtshaus und Hotel Mercure "über den Berg" (Gastgeber Peter Hanker) schließlich mit dem "kompletten Management und ihrer bezaubernden Mannschaftsärztin", so Charmeur Witteck, gekommen. "Auch dort wird hochklassiger Basketball gespielt", betonte Bouffier unter donnerndem Applaus.Ex-Bundestrainer beglückwünscht Gießen 46ers zu ihrem Coach Björn Harmsen






Basketballexperten: Volker Bouffier (l.) und Dirk Bauermann.zoomBasketballexperten: Volker Bouffier (l.) und Dirk ... | mittelhessen.de
Dass "sein MTV" weiterhin in "seiner" Stadt spielt, findet der langjährige Innenminister, der das Ressort auch namentlich um den Sport ergänzt hatte, gut so. "Die Entscheidung für den Ausbau der Osthalle mit Beteiligung des Landes Hessen war richtig", erteilte der 60-Jährige einem möglichen Umzug in die Wetzlarer Rittal-Arena oder den in einst der Nachbarschaft angedachten "Linden-Dome" auch posthum eine deutliche Absage.

Und Dirk Bauermann, der Powermann, freut sich auf weitere Auftritte in der renovierten altehrwürdigen Schulturnhalle mit der besonderen Basketball-Atmosphäre: "Die Gießen 46ers haben Zukunft. Zumal es dem Verein gelungen ist, den hundert Prozent richtigen Trainer zu verpflichten." Der vom berühmten Kollegen derart gelobte Björn Harmsen strahlte in der ersten Reihe und wirkte zugleich etwas verlegen. Bevor es bei leckerer Tomaten- und Kartoffelsuppe (mit reichlich Wursteinlage), edlen und deftigen Häppchen, Rheingauer Riesling und Pils aus dem Herzen der Natur zum gemütlichen Teil überging, verabschiedete der Regierungspräsident und 46ers-Fan den Bayern-Trainer besonders herzlich: "Wir sehen uns am 14. März wieder." Dann treten die Münchner zum Bundesligaspiel in der Gießener Osthalle an. "Das wird nicht schön für sie. Tut mir leid."



Pesic eine "Superlösung" als Bundestrainer
(vs). Dirk Bauermann liegt die deutsche Basketball-Nationalmannschaft auch vier  Monate nach seinem Rücktritt als Bundestrainer  sehr am Herzen. Der Coach des Bundesligisten Bayern München sprach sich am Donnerstagabend als Gast auf dem "Blauen Sofa" unserer Zeitung im Volksbank-Forum in Gießen für eine Verpflichtung von Svetislav Pesic für den vakanten Posten auf der Bank der Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB)   aus. "Sicher könnte man auch Henrik Rödl, Frank Menz, Michael Koch oder dessen Bruder Stefan fragen. Aber Pesic wäre eine Superlösung. Mit seiner Erfahrung verkörpert Svetislav 
höchste Trainer-Qualität und Fachkompetenz in Europa", sagte Bauermann.

Der Serbe, der das deutsche Team 1993 überraschend zum EM-Titel führte und zurzeit Coach und Sportdirektor bei Roter Stern Belgrad ist, hatte Anfang der Woche bereits Gespräche mit dem DBB bestätigt. Dass Superstar Dirk Nowitzki von NBA-Meister Dallas Mavericks  noch einmal für einen Verein in Deutschland auf Korbjagd geht, hält Bauermann derweil für unmöglich. "Ich glaube nicht, dass Dirk irgendwann noch einmal in Europa spielen wird. Er wird seine Karriere in den USA beenden", sagte der 54-jährige Bayern-Trainer in Gießen.   

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Dokument erstellt am 20.01.2012 um 19:28:19 Uhr
Letzte Änderung am 20.01.2012 um 23:51:47 Uhr
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