Vier Wochen vor dem Restrundenauftakt am 3. März zu Hause gegen den FSC Lohfelden dreht sich das Personalkarussell beim Traditionsverein weiter. Im Oktober musste Trainer Fabio Eidelwein gehen, der durch Herbert Schäty ersetzt wurde. Dann trat Ex-Trainer Claus-Peter Zick offiziell als Sportlicher Leiter zurück. Nach Informationen dieser Zeitung ist er aber weiter für die Eintracht - zuletzt bei Verhandlungen mit dem möglichen Trainerkandidaten Heiko Weidenfeller (zuletzt SpVgg Hadamar) - tätig. Nun steht der Tabellenletzte, der vor Saisonbeginn fast den kompletten Spielerkader ausgewechselt hatte und auch während der Runde weitere Kicker abgab und neu verpflichtete, ohne Teammanager da.
"Ich habe Vizepräsident Hermann Sauer in einem Telefonat mitgeteilt, dass ich aufhöre, er hat es akzeptiert", bestätigte Michael Trippel gestern gegenüber dieser Zeitung. Der 33-Jährige sprach von einem "sauberen Strich" und einer "einvernehmlichen Trennung", die dem Verein "Planungssicherheit bei der Suche nach einem Nachfolger" gebe.
Aber offensichtlich kam der Diplom-Sportmanager, der im Anschluss an eine nicht öffentliche Mitgliederversammlung im Januar bereits seine Arbeit mit dem erfolgreichen Frauen-Regionalligateam beendet hatte, seinem Rauswurf zuvor. "Ich bin einer, der seine Meinung offen sagt. Das hat einigen im Vorstand nicht gepasst", räumte der im Sommer 2011 von Rot-Weiss Frankfurt in den Lahn-Dill-Kreis gewechselte Trippel auf Nachfrage ein. Besonders mit Vizepräsident Stefan Lottermann soll es zu heftigen Meinungsverschiedenheiten gekommen sein.
"Er hat in meinem Umfeld sehr gute Arbeit geleistet und bringt sicher genug Qualität für höhere Aufgaben mit", bedauerte der von seinem scheidenden Mitarbeiter persönlich informierte Chefcoach Herbert Schäty Trippels Rückzug. Der Fußballlehrer kennt auch einen Grund für die Demission: "Er hatte gehofft, hier Sportlicher Leiter zu werden - das wurde ihm verwehrt."
"Die haben von Anfang an gewusst, dass ich noch Ärger mit Wehen habe"
Doch die Trennung hat noch einen weiteren - wesentlich dramatischeren - Hintergrund. In Wetzlar wurde bekannt, dass der Eintracht-Teammanager seit Juli 2011 bei einem Prozess vor dem Wiesbadener Amtsgericht auf der Anklagebank sitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang 2009 als Jugendkoordinator des damaligen Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden 57 Mal auf E-Mails der Vereinsführung zugegriffen, interne Dokumente wie die Gehaltsliste der Profis kopiert und sie der Presse zugespielt zu haben. Er räumte inzwischen in einem Teilgeständnis 40 Fälle vor Gericht ein. Er dementiert aber, die internen Informationen der Presse zugespielt zu haben.
"Die haben von Anfang an gewusst, dass ich noch Ärger mit Wehen- Wiesbaden habe", erklärte Trippel, dem schlimmstenfalls eine Haftstrafe droht, gestern auf Nachfrage dieser Zeitung und verwies auf ein Gespräch mit Eintracht-Vizepräsident Sauer vor seinem Wechsel nach Wetzlar.
"Er hat uns mitgeteilt, dass er eine andere Verwendung hat. Wir werden uns um adäquaten Ersatz bemühen", ging Eintracht-Präsident Hans-Jürgen Irmer in seinem Statement bewusst nicht auf den Wiesbadener Prozess ein.
"Ich wünsche besonders der Herrenmannschaft alles Gute im Kampf um den Klassenerhalt!!! Auch dem Rest der Eintracht wünsche ich viel Erfolg", lässt Michael Trippel per SMS wissen.






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