"Ich muss mich für die erste Halbzeit entschuldigen - das war kein schönes Spiel", gab 46ers-Trainer Björn Harmsen nach der Partie zu Protokoll und meinte damit vor allem die hohe Fehlerquote seiner Schützlinge, die sich mit allein neun Ballverlusten im ersten Abschnitt um eine gute Ausgangslage brachten. Ulms Erfolgscoach Thorsten Leibenath, einst Coach in Gießen, dürfte dagegen erleichtert die Heimreise angetreten haben, schließlich markiert der Sechs-Punkte-Sieg seinen ersten Erfolg in der Osthalle als Gästetrainer überhaupt.
Duell Bryant gegen Ovcina
Von Beginn an entwickelte sich zunächst aber eine erwartet umkämpfte Partie, in der die LTi Gießen 46ers in der dritten Minute durch ein Dreipunktspiel von Taj McCullough mit 3:2 in Führung gingen und in der Folge mit einer sehr kämpferischen Einstellung dem Tabellenzweiten aus Ulm die Stirn boten. Zwar leisteten sich die Lahnstädter bereits früh erschreckend viele Ballverluste, doch gerade im Offensivrebound machten Elvir Ovcina, Koko Archibong und Co. ihre Fehler immer wieder wett. Ulms starke Distanzwerfer hatten zudem einen rabenschwarzen Tag erwischt, so dass sich die Partie mit zunehmender Dauer immer mehr auf ein Duell der beiden Top-Center, dem MVP des Allstar-Spiels, John Bryant, und Gießens Kapitän Elvir Ovcina fokussierte.
Der Bosnier hatte mit zehn Punkten und sechs Rebounds im ersten Abschnitt maßgeblichen Anteil daran, dass die 46ers beim 13:16 nur knapp zurücklagen. Den knappen Vorsprung, den Taj McCullough nach einem Offensiv-Rebound herstellte (21:18, 15.), verteidigten die Mittelhessen nun beinahe bis zur Halbzeit, ehe John Bryant sieben Sekunden vor der Sirene wieder egalisierte.
Bis zum 39:38 (23.) blieb das Team um Kapitän Elvir Ovcina auf Augenhöhe mit den Gästen, ehe Trice die Führung für Ulm zurückeroberte und die Gäste den Vorsprung bis zum Viertelende auf zehn Punkte ausbauen konnten. Nach Dreiern von Esterkamp und Nankivil zogen die Leibenath-Schützlinge bis zum vorentscheidenden 67:50 (33.) davon. Die Schlussoffensive der 46ers, bei denen nun Geburtstagskind Barry Stewart und Point Guard Radenko Pilcevic aufdrehten, kam allerdings zu spät: Nach Pilcevics Freiwurftreffern zum 70:75 standen nur noch 14 Sekunden auf der Spielzeituhr - zu wenig, um Leibenaths Überraschungsteam noch einmal in Gefahr zu bringen.
Gießen: Ovcina (19), Archibong (14), Stewart (13), Pilcevic (8), McCullough (7), Bernard (7), Prewitt (2), Haldin, Oehle, Perl (n.e.), Turudic (n.e.).
Ulm: Bryant (19), Mason-Griffin (13), Esterkamp (10), Swann (9), Günther (7), Nankivil (7), Trice (6), Betz (5), Heberlein, Oladipo, Wenzl.






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