"Es war ein schöner Sieg, und vor allem haben wir den Ausfall von Margret Skuballa gut kompensiert", bilanzierte BC-Trainerin Aleksandra Kojic. Neuerwerbung Alissa Pierce, die einen ordentlichen Einstand feierte (Kojic: "Sie wird noch kommen"), ging sogar noch einen Schritt weiter: "Wir haben nach Maggies Kreuzbandriss ein eigentlich schlimmes Ereignis in positive Energie umgesetzt", befand sie.
In den Schlusssekunden beim Stand von 76:72 sahen die 700 Zuschauer ein hart umkämpftes Getümmel unterm Korb, ehe sich Natalie Gohrke den Ball angelte und die Hände hochreckte. Es war die vielleicht symptomatischste Szene des Spiels, denn trotz der 20 Punkte von Sandra Weber (davon vier Dreier) war Gohrkes starke Leistung in der Defensive gegen Superstar Mirna Paunovic der Schlüssel zum Erfolg. "Nata hat Paunovic aus dem Spiel genommen, sie ist unheimlich wertvoll für uns, wenngleich sie sich manchmal in der Offensive noch mehr wagen könnte", bilanzierte Kojic nach dem Spiel.
Von Beginn an trauten viele BC-Fans ihren Augen nicht. Denn die so hochgelobten Freiburgerinnen warteten mit teilweise leichten Fehlern auf. Nach vier Minuten leuchtete an der Anzeigetafel eine 11:3-Führung des BC auf. "Wir haben mit unserer starken Defensivleistung den Gegner aus dem Konzept gebracht", bilanzierte Geburtstagskind und Mannschaftsführerin Sandra Weber später. Trotz mehrerer Auszeiten und lautstarker Ansprachen von Freiburgs Trainer Harald Janson kamen die Gäste nie wirklich in Tritt. Zwar gestalteten sie das Spiel mit zunehmender Dauer offener, doch auch zur Halbzeit lagen die Kojic-Schützlinge in Front (42:36).
"Teilweise haben wir heute wirklich gigantisch getroffen"
Wer geglaubt hatte, dass sich der BC wieder ein schwaches drittes Viertel leisten würde, musste sich diesmal eines Besseren belehren lassen. In den ersten sechs Minuten nach der Pause gelang den Breisgauerinnen kein einziges Pünktchen. Nachdem Weber und Davidson jeweils per Dreier erfolgreich waren, leuchtete eineinhalb Minuten vor der Viertelsirene der Spielstand von 57:44 für Marburg auf. "Teilweise haben wir heute wirklich gigantisch getroffen", zeigte sich Sandra Weber nach dem Spiel euphorisch, hatte der BC doch insgesamt acht Dreier im Korb der Gäste versenkt.
Freiburg ließ sich aber nicht abschütteln, hatte den Spielstand bis zum Ende des dritten Abschnitts auf acht Zähler (49:57) verkürzt und war dem BC auch im Schlussviertel dicht auf den Fersen. Eine Minute vor Schluss geriet der sicher geglaubte Sieg noch einmal in Gefahr. Beim Stande von 74:70 entschied einer der Schiedsrichter auf ein technisches Foul gegen Natalie Gohrke. Freiburg nutzte beide Freiwürfe zum 72:74, vertändelte aber anschließend den Ball. Und als Amanda Davidson beide Freiwürfe verwandelt hatte und Natalie Gohrke sich anschließend in der Defensive behauptete, war der Überraschungscoup des Bundesliga-Dinos perfekt.
Trainerin Kojic fand trotz des Erfolges Haare in der Suppe: "Eine Freiwurfquote von 56 Prozent ist mir zu wenig, da muss ich ein wenig herummäkeln."
Marburg: Gohrke (3), Weber (20), Koop (17), Schaake (2), Davidson (12), Menz (13), Landry (5), Pierce (4).
Freiburg: Turner (29), Höre, Möller, Tracey (8), Schindler (2), Bondarenko (2), Paunovic (14), Brunckhorst (6), Lomax (11).






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