Start ePaper Newsletter Kontakt Medienhaus Online werben Mein Mittelhessen   Login Registrieren
Mittelhessen.de
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...
mittelhessen-immo.de
Bookmark VersendenDrucken
20.01.2012, 21:52 Uhr
Von Thomas Hain

Folge 212

"Rainer Stahl fehlt uns"


Trampolinmeisterin tritt Erbe ihres "Turnvaters" an / Folge 212


"Der Kleine, der würde dem Rainer Spaß machen", schwärmt Bafke Spang-Horna. Der Kleine ist Jan Eike, ihr elfjähriger Sohn, der auf dem Trampolin in die Fußstapfen seiner erfolgreichen Mama turnen könnte.






Erfolgreiches Vorbild: Der  Dillenburger Trampolin-Nachwuchs lauscht Bafke Spang-Horna. (Foto: K. Weber)zoomErfolgreiches Vorbild: Der Dillenburger Trampolin-... | mittelhessen.de
Der Rainer war Rainer Stahl, Entdecker, Trainer und Förderer der siebenfachen deutschen Meisterin und Mannschafts-Vizeweltmeisterin von 1992, die nach dem Tod des in der Region "weltbekannten" Journalisten dieser Zeitung sein Erbe als Übungs- und Abteilungsleiterin ihres Heimatvereins TV 1863 Dillenburg angetreten hat. Mit 45 Jahren ist die Notarfachwirtin inzwischen "mit Leib und Seele Trainerin" und versucht eine Lücke zu schließen, die eigentlich nicht zu schließen ist.

Vom Trampolin kommen Sie wohl nicht mehr los?

Bafke Spang-Horna: Nein. So wie es aussieht offenbar nicht.

Was ist denn so faszinierend an dieser Randsportart?

Spang-Horna: Es ist einfach schön, in der Luft zu fliegen, Schrauben zu drehen, Salti zu springen. Es geht übrigens immer noch, wenn ich mich konzentriere. Aber die schwierigen Sachen mache ich nicht mehr.






zoom | mittelhessen.de
Gerade in einer Zeit, in der fast alle Sportarten um die Sekunden im Fernsehen buhlen, bleibt die spektakuläre und telegene Flugshow fast völlig außen vor, warum?

Spang-Horna: Seitdem wir olympisch sind, ist es wenigstens ein bisschen besser geworden. Welt- und Europameisterschaften sind auf Eurosport zu sehen. Dazu kommt natürlich Olympia. Aber alles in allem sind und bleiben wir wohl Randsportart. Früher bei uns waren die Pausen zwischen den Übungen zu groß. Inzwischen werden die mit Musik überbrückt. Wir merken auch, dass das bei den Zuschauern in der Halle gut ankommt.

Im Gegensatz zu Ihrer aktiven Zeit stehen heute in vielen Gärten Trampoline. Schlägt sich das im Zulauf der Vereine nieder?

Spang-Horna: Ich bin ein absoluter Gegner der Heim-Trampoline. Die Verletzungsgefahr auf diesen Dingern ist einfach viel zu groß. Du denkst, du kannst da ruck, zuck einen Salto machen, verschätzst dich leicht und schon kann etwas ganz Schlimmes passieren. Die Wurfkraft unserer Sport-Trampoline ist eine ganz andere. Ich habe meinen Kindern klipp und klar gesagt, dass wir uns kein Gerät für den Garten anschaffen werden.

Ihre Kinder turnen beide auf dem federnden Tuch. Aus eigenem Antrieb, oder hat die Mama da etwas nachgeholfen?

Spang-Horna: Ich war eigentlich dagegen. Aber verbieten kann ich es ihnen nicht, weil ich es ja selbst gemacht habe. Meine ehemalige Mannschaftskameradin und Synchronpartnerin Sabine Kölzer (geborene Grün, die Red.) hat das Ganze forciert und ist nun auch ihre Trainerin, wie sie zuletzt ja auch meine Trainerin war. Beim Doppelsalto des Kleinen fängt die Mama dann auch an zu schwitzen. Bei anderen macht mir das nichts aus. Beim eigenen Kind ist es schon was anderes.





Erinnerung: der im Frühling 2007 verstorbene Rainer Stahl mit  Bafke Spang-Horna (l.) und Sabine Kölzer. (Foto: privat)zoomErinnerung: der im Frühling 2007 verstorbene Raine... | mittelhessen.de
Können die beiden mal in Ihre Fußstapfen treten?

Spang-Horna: Die Stine wird es wahrscheinlich nicht schaffen. Sie ist dafür in anderen Bereichen gut, in der Schule sogar sehr gut. Der Kleine könnte es packen, wenn er das will. Die Sabine weiß schon genau, was sie zu tun hat.

Sie sind Trainerin und Abteilungsleiterin beim TV Dillenburg. So wie Ihr verstorbener, aber unvergessener Entdecker Rainer Stahl. Treten Sie damit das Erbe Ihres "Turnvaters" an?

Spang-Horna: Ja. An meinem 40. Geburtstag hat er mir nahegelegt, seine Arbeit fortzusetzen. Da war ich eigentlich schon raus aus dem Sport. Ich wusste, dass er sehr krank war und habe ihm gesagt, ich mache das. Und es war richtig so, alles in seinem Sinne weiterzuführen. Wir denken alle sehr oft an ihn. Rainer Stahl fehlt uns. Er hat eine Riesenlücke hinterlassen.

Wie wurden Sie dann so schnell Trainerin?

Spang-Horna: Sabine (Kölzer, die Red.) hat mich ins kalte Wasser geworfen und mich hinter meinem Rücken zum Lehrgang angemeldet. Aufgrund meiner internationalen Erfahrung wurde mir die Vorbereitung erlassen. Ich bin gleich zur Prüfung gefahren, musste vorher aber zwei dicke Ordner durcharbeiten und habe meinem Mann Stefan gesagt, ich schaffe das im ganzen Leben nicht. Dann ging es mir so elend, dass ich an Rainers Grab gefahren bin und geheult habe. Ich habe es geschafft und bin nun mit Leib und Seele Trainerin.

Darüber hinaus engagieren Sie sich im Dillenburger Förderkeis für mehr Leben in Ihrer scheinbar immer mehr vor sich hinschlafenden Heimatstadt. Das ist sicherlich ein weites Feld

Spang-Horna: Ich bin Fachgruppensprecherin Sport. Es ist wirklich sehr schwierig. Aus den verschiedensten Gründen ist die Sportgala in den vergangenen drei Jahren ausgefallen. Wir hoffen, dass wir dieses Jahr wieder eine auf die Beine stellen können.

Im Sommer wird in London wieder um olympische Medaillen auf dem Trampolin geturnt. Dieser Traum hat sich für Sie nie erfüllt. Kommt da wieder Wehmut auf?

Spang-Horna: Nein. Mit diesem Thema bin ich fertig. Ich werde das natürlich am Fernsehen verfolgen. Anna Dogonadze (die in Georgien geborene deutsche Olympiasiegerin von Peking 2008 aus Bad Kreuznach, die Red.) ist mit ihren 38 Jahren schon noch gut. Wie haben früher gegeneinander geturnt. Sie für die Sowjetunion, ich für die Bundesrepublik.

Link zum Thema



Dokumenten Information
Copyright © mittelhessen.de 2012
Dokument erstellt am 21.01.2012 um 21:54:17 Uhr

Mehr Informationen
Zur Person Geburtstag: 21. Dezember 1966 Familienstand: verheiratet mit Stefan Horna Kinder: Stine (14), Jan Eike (11) Wohnort: Dillenburg Beruf: Notarfachwirtin Verein: TV 1843 Dillenburg Größte Erfolge: Mannschafts-Vizeweltmeisterin 1992, Weltmeisterschaftsdritte 1986 im Synchronwettbewerb (mit Hiltrud Roewe/Schwafheim), Mannschafts-Jugendeuropameisterin 1984, siebenfache deutsche Meisterin, 41-fache Hessenmeisterin
Zurück weitere Meldungen


Kommentare (0)




Hier geht´s zur Registrierung


Sicherheitscode:
Bitte geben Sie den links
stehenden Code hier ein*:



*Pflichtfelder Bitte beachten Sie unsere Netiquette

Ihr Kommentar wird nach einer
kurzen Prüfung durch unsere
Redaktion veröffentlicht.




Mehr aus Lange nichts gehört von ...


Jede Generation hat ihre Gesichter

Vor fünf, sechs Jahren hat er seine eigene Handball-Karriere beendet. Doch so ganz ohne jenen Sport, der Harald Ohly weit über die Grenzen Hüttenbergs hinaus bekannt gemacht hat, kann der heute 55-jährige Krankenkassen-Fachwirt der AOK-Versicherung nicht auskommen. mehr







Sport aus aller Welt
DFB-Drillmeister Verstegen wieder da
Tourrettes - Eine Super-Fitness soll für Deutschlands Nationalspieler bei der Europameisterschaft zum Trumpf werden. Der... mehr

Babak Rafati als Schiedsrichter zurückgetreten
Hannover - Der Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover wird keine Fußballspiele mehr leiten. "Er ist... mehr

Di Carli meldet sich in Debrecen stark zurück
Debrecen - Marco Di Carli zeigte sich nach den enttäuschenden deutschen Meisterschaften in verbesserter Form... mehr

Alonso Schnellster im ersten Monaco-Training
Monte Carlo - Ferrari-Pilot Fernando Alonso ist im Formel-1-Auftakttraining in Monaco die schnellste Runde gefahren. Der... mehr

Olympia 2020: Tokio gegen Madrid und Istanbul
Québec - Aus dem Fünfkampf um die Olympischen Spiele 2020 ist ein Dreikampf geworden: Tokio... mehr