Gnadenbrot auf der Insel

Von Alexander Fischer

Schweinsteiger ist am heikelsten Punkt seiner Karriere angekommen, er begreift so langsam, dass Fußball keine Denkmalpflege ist. „Mir san mir, stärker wie die Stier“, hatte er vor zwei Jahren noch inbrünstig auf dem Laufsteig des Weltmeisters am Brandenburger Tor geschmettert, inzwischen passt er jedoch nicht einmal mehr ins Anforderungsprofil von Red Bull. Selbst im Seniorenheim der Ballbehandler, dort wo Steven Gerrard, Andrea Pirlo und Frank Lampard bereits gelandet sind und andere alte Haudegen wie John Terry, Gianluigi Buffon und Kevin-Prince Boateng noch landen werden, war kein Platz für den 32-Jährigen. In New York gaben sie ihm zu verstehen, dass er ein „großartiger Spieler mit einer tollen Karriere“ sei, dass sie im Mittelfeld derzeit jedoch keinen Bedarf hätten.

Schweinsteiger steht am Abgrund. Er verdient zu viel, dem Vernehmen nach rund 14 Millionen Euro pro Saison, er bringt aber inzwischen zu wenig. Einen Punktsieg hat der Mittelfeldstratege am Wochenende jedoch errungen, auch wenn dieser ihn auf der Karriereleiter nicht unbedingt voran bringt. Denn beim 1:1 gegen West Ham United tauschte er mit seinem Coach die Plätze. Schweinsteiger saß auf der Bank, Mourinho aber auf der Tribüne. Der exzentrische Portugiese hatte aus Wut über Geld für Paul Pogba eine Wasserflasche durch die Gegend gekickt. Was dem Unparteiischen überhaupt nicht gefiel.


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