Lesezeit für diesen Artikel (904 Wörter): 3 Minuten, 55 Sekunden
Vielen Dank,
dass Ihnen mittelhessen.de so gut gefällt!
Registrieren
Sie sind bereits registriert? Zum Login
Sie sind bereits Abonnent einer unserer Tageszeitungen und haben noch keine Zugangsdaten? Zur Schnellregistrierung
Unsere Angebote

Abonnement ONLINE

Unbegrenzter Zugriff auf alle Inhalte für mittelhessen.de und die News-App.

6,90 €

Abonnement DIGITAL

Unbegrenzter Zugriff auf das E-Paper Ihrer Tageszeitung, mittelhessen.de und die News-App.

23,90 €

Monatspass

Unbegrenzter Zugriff auf die Onlineausgabe Ihrer Tageszeitung für 30 Tage

Bezahlung per Handy Bezahlung über PayPal
Bitte Zahlungsart wählen:

7,90 €

Tagespass

Unbegrenzter Zugriff auf die Onlineausgabe Ihrer Tageszeitung für 24 Stunden

Bezahlung per Handy Bezahlung über PayPal
Bitte Zahlungsart wählen:

1,00 €

Einzelverkauf

Zugriff auf diesen Artikel

0,50 €

Alle Angebote im Überblick

Sie haben Fragen oder benötigen Hilfe? Dann rufen Sie uns an unter 06441 959-99 oder senden uns eine E-Mail an service(at)mittelhessen.de

Der Sport zum Sonntag

Von Andr Bethke

Für die einen ist Rolf Töpperwien mit seiner unverwechselbaren Stimme und seiner unkonventionellen Art absoluter Kult, für andere ein distanzloser Selbstdarsteller. In der Limburger "WerkStadt" stellte "Töppi, der beim ZDF nach 1444 Spielen als Fußball-Kommentator das Mikrofon aus der Hand gab, seine anlässlich seines beruflichen Abschieds entstandene Autobiografie "Von Braunschweig bis Johannesburg" vor. Der 60-Jährige plauderte beim Bier recht locker über sein Leben. Töpperwien erzählte auch davon, im Leben zwei große Fehler gemacht zu haben. Einmal beschwerte er sich über eine 4000-Euro-Rechnung in einem Münchener Bordell, wo er nach eigener Meinung höchstens 1000 Euro zu bezahlen gehabt hätte. Das Dumme an der Sache sei gewesen, dass der Brief an das Etablissement auf Papier der ZDF-Chefredaktion verfasst war und an die Boulevardpresse weiter gegeben wurde. Der zweite Fehler war nach einer Party ein Unfall in seiner Wiesbadener Wohnung, als er sich mit Alkohol und Kokain im Blut mit Stroh-Rum anzündete und monatelang ausfiel. Das ZDF hat ihm alles verziehen, weil "Töppi" die breite Fanmasse nach eigenen Aussagen immer hinter sich wusste. "Ich habe all die Jahre keine 300 Beschwerdebriefe von Zuschauern bekommen, andere bekommen die für ein Spiel", weiß er. Töpperwien sagte auch, dass er es in der ZDF-Redaktion nicht einfach hatte, weil er eben nur auf seine innere Stimme und nie auf die Chefs gehört hat. "Töppi" sagte, nur wer Mut besitze, könne etwas Außergewöhnliches im Leben erreichen. Wenn er Anweisungen der Vorgesetzten missachtete, habe er nie Angst davor gehabt, eine Kündigung zu riskieren. Auch Interview-Verbote in Stadion-Innenräumen störten Töpperwien nie. So spazierte er am Spielfeldrand einfach zu Bayern-Trainer Louis van Gaal und zeigte ihm ein Foto seines Sohnes. "Der heißt Louis", sagte "Töppi". "Schöner Name", meinte van Gaal und habe ihm seitdem Interviews gegeben. Uli Hoeneß, den der ZDF-Reporter lange arrogant fand und der auch "der einzige war, mit dem ich nie ein Bier zusammen getrunken habe", hab ihm kürzlich nun auch endlich das "Du" angeboten. Und er habe ihm verraten, warum Hoeneß so sauer auf van Gaal ist. Der soll bei einer Besprechung zu Beckenbauer, Breitner, Hoeneß und Rummenigge gesagt haben: "Sie waren alle Weltmeister als Spieler, aber als Trainer haben Sie keine Ahnung". Hoeneß habe wütend erwidert: "Entweder Sie kriegen sportlich die Kurve, oder Sie werden entlassen". "Töppi" habe nach eigenem Bekunden immer alles erfahren, weil er abends bei Feiern die nötigen Kontakte geknüpft hat. Er habe sich aber auch Tage lang akribisch auf jedes Spiel vorbereitet. Doch irgendwann müsse Schluss ein, auch weil Rolf Töpperwien sagt: "meine Rente für meinen Sohn und meine zweite Frau für mehr als zwei Mal am Tag warm essen reicht".

Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2010
Mehr aus Lokalsport Weilburg: Sport zum Sonntag