Für den 36-Jährigen, der von 2002 bis 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sporthochschule Köln war und danach für den Westdeutschen Fußballverband bis Ende 2010 in der Lehrerausbildung in Südafrika arbeitete, ehe er in die Domstadt an der Lahn wechselte, zählt weniger das eine Spiel. Der hochengagierte Coach denkt in größeren Dimensionen. Vor allem ist ihm wichtig, dass sich ein Team weiterentwickelt, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung am Rande des gerade begonnenen Fußballcamps mit 45 Kindern auf dem Klosterwald-Sportplatz erklärte.
Guten Morgen, Herr Friedrich, sehen Sie den Aufschwung des Frauenfußballs in Deutschland ausgebremst?
Armin Friedrich: Nein, deshalb empfinde ich auch keine Enttäuschung. So schade, wie das frühe Ausscheiden auch ist, mehr als eine Momentaufnahme kann das 0:1 gegen Japan nicht sein. Bei unserer deutschen Frauenauswahl geht die Entwicklung immer weiter. Sie hat sich drei Monate intensiv und auf höchstem wissenschaftlichen Niveau auf die WM vorbereitet und es sind neue Strukturen geschaffen worden. Die akribische Arbeit von Bundestrainerin Silvia Neid schien sich ja zunächst auch auszuzahlen. Wenngleich die Vorstellungen gegen Kanada und auch Nigeria nicht berauschend waren und nicht an die guten Leistungen in der Vorbereitung heranreichten. In der Mannschaft steckt jedenfalls eine enorme spielerische Qualität. Vielleicht haben die großen Kulissen unsere Spielerinnen gehemmt.
Es gab trotzdem viel Kritik an Silvia Neid. Die Mannschaft sei platt, die Vorbereitung zu lang und die taktische Marschrichtung zu defensiv gewesen. Können Sie das nachvollziehen?
Friedrich: Mir greift das alles zu kurz. Die Vorwürfe finde ich absolut ungerecht. Tatsache ist, dass die anderen Nationen immer mehr aufholen. Die Frage ist nur, wie schnell. Wir haben die Japanerinnen an diesem Tag einfach nicht knacken können. Bei so einer knappen, in der Verlängerung zustande gekommenen Niederlage gleich das ganze Konzept in Frage zu stellen, wäre weit übers Ziel hinausgeschossen.
Sie rechnen mit einem positiven WM-Effekt, wenn Sie mit Eintracht Wetzlar am 28. August als Aufsteiger in die Regionalliga Süd starten?
Friedrich: Ich denke, durch die WM sind die Leute sensibilisiert. Jetzt ist es an uns, attraktive Spiele zu bieten. In der siebenwöchigen Vorbereitung werden wir die Teams fit machen. Unsere Mädchen müssen sich vor allem auf das deutlich höhere Tempo in der Regionalliga einstellen. Mit Vera Lottermann besitzen wir zwar nur eine regionalliga-erfahrene Spielerin, haben uns aber besonders mit Torhüterin Janina Beffart und Stürmerin Rebecca Konhäuser punktuell gut verstärkt. Beide sind bereits in der U 20-Hessenauswahl zum Einsatz gekommen. Für uns zählt nur der Klassenverbleib.






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