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30.01.2012, 21:17 Uhr
Von Gerhard Collinet

Markovic: "Das Leben ist kein Wunschkonzert"


Wetzlarer Ex-Trainer trifft mit Bosnien und Herzegowina auf das deutsche Team


Seinen Heimatclub RK Borac Banja Luka hat Dragan Markovic seit Sommer 2010 unter seinen Fittichen. Und seit fünf Monaten kümmert sich der 42-Jährige, der den Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar von Oktober 2005 bis Oktober 2006 ein Jahr lang betreute, nun auch um die Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina.






Fordert mit dem Nationalteam von Bosnien und Herzegowina die deutschen Mannschaft heraus:  Wetzlars Ex-Coach  Dragan Markovic. (Foto: Archiv)zoomFordert mit dem Nationalteam von Bosnien und Herze... | mittelhessen.de
Dass das Los sein Land in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2013 in Spanien mit der deutschen Nationalmannschaft zusammenführt, sieht der frühere Klassespieler mit einem weinenden und einem lachenden Auge. "Die Aufgabe ist natürlich gewaltig schwer, aber wenn der Gegner einen schlechten Tag erwischt, können wir jeden schlagen", sagt der IHF-Pokalgewinner (1991 als Rückraumregisseur mit Banja Luka) im Gespräch mit dieser Zeitung. Seine Frau Nancy und seine beiden Söhne Dane und Andrej wohnen übrigens weiter im Wetzlarer Stadtteil Naunheim. Ein Beweis, dass "Marka" die Kontakte in seine "zweite Heimat" Mittelhessen trotz der Doppelbelastung nicht abreißen lassen will.

Herr Markovic, jetzt haben Sie doch mal wieder einen Grund, sogar ganz offiziell nach Deutschland zurückzukehren und bei Ihrer Familie vorbeizuschauen. Aber sind Sie auch glücklich mit dem Los?

Dragan Markovic: Schlimmer als Deutschland hätte es für uns nicht kommen können. Aber es ist gleichzeitig der mit Abstand attraktivste Gegner. Die DHB-Auswahl geht selbstverständlich als klarer Favorit in die Playoffs. Ich war bei der EM in Belgrad, als die Lose bekanntgegeben wurden, und musste grinsen. Zwei Tage vorher hatte ich noch mit meinem Kollegen Martin Heuberger (Trainer des deutschen Teams, Anm. der Redaktion) gesprochen, und wir wollten beide am liebsten nicht aufeinander treffen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Jetzt müssen wir das Beste draus machen.

Sehen Sie es als Vorteil an, dass das Hinspiel Anfang Juni in Deutschland stattfindet und Bosnien und Herzegowina damit eine Woche später das Ergebnis korrigieren kann?

Markovic: Das ist schwer zu sagen. Meine Maxime ist es: Beide Partien müssen gespielt werden, dann wird abgerechnet. Die Deutschen werden sich mächtig ins Zeug legen, das versteht sich nach der verpassten Olympia-Qualifikation von selbst. Bei der EM konnten sie sich nach dem verpatzten Start steigern und hätten eigentlich den Einzug ins Halbfinale verdient gehabt. Aber die Titelkämpfe haben gezeigt: Jeder kann jeden schlagen. Wenn nur der Torhüter einen schwarzen Tag erwischt, kann das schon den Ausschlag geben. Im Finale blieb Serbiens Rückraum hinter den eigenen Ansprüchen zurück und musste deshalb Dänemark in einem meiner Meinung nach ganz schwachen Finale den Titel überlassen. Dagegen ist Mazedonien als große Überraschung des Turniers für seinen Mut belohnt worden. Das sollte Ansporn für uns als krasser Außenseiter gegen den DHB sein.

Zumindest was Ihre persönliche Bilanz als Coach von Bosnien und Herzegowina angeht, stehen Sie bereits besser da als Martin Heuberger ...

Markovic: Sechs Spiele, sechs Siege - das liest sich gut. Nachdem unsere Mannschaft vorher ein Jahr ohne Erfolgserlebnis geblieben war. Das kann gerne so weitergehen. Wichtig ist für mich, dass ich mit meinen Schützlingen, bei denen der in Wetzlar spielende Adnan Harmandic eine wichtige Rolle einnimmt, kontinuierlich arbeiten kann. Mein Vertrag läuft vier Jahre, ich hoffe, da einiges bewegen zu können.

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Dokument erstellt am 30.01.2012 um 21:19:06 Uhr
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