Sörgel: Ausnahmegenehmigungen für Sportler gefährlich

Doping-Experte
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Fritz Sörgel prangert zu viele Ausnahmegenehmigungen an. Foto: Daniel Karmann

Der «Süddeutschen Zeitung» sagte Sörgel: «Die Gefahr, in den Bereich des Missbrauchs zu kommen, ist da sehr schnell sehr groß.» Der Wissenschaftler bemängelte zudem, dass es zwischen den Fachverbänden - beispielsweise der Schwimmer und der Leichtathleten - keine Vergleichbarkeit gebe. «Ich halte die Kriterien auch nicht für ausreichend», sagte der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg bei Nürnberg.

Sörgel äußerte sich im Zusammenhang mit Angriffen russischer Hacker auf Sportlerkonten bei der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Die Hackergruppe hatte Ausnahmegenehmigungen mehrerer Dutzend internationaler Spitzensportler ins Internet gestellt. Auch Konten deutscher Spitzensportler wie des Diskus-Olympiasiegers von 2012, Robert Harting, und der früheren Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll waren gehackt worden. Keinem der betroffenen Athleten ist Dopingmissbrauch nachzuweisen.

Besorgniserregend für Sörgel ist, dass für einige Sportler Ausnahmen für vier Jahre ausgestellt worden seien. «Wenn ein Sportler seinen Sport nur noch ausüben kann, wenn er Schmerzmittel nimmt, muss man die Frage stellen, ob man das nicht im Bereich des Dopings ansiedelt», sagte er. «Das ist schon ein gewisser Freifahrtschein.» Das müsse dann anders bewertet werden, als wenn jemand ein Cortison haltiges Schmerzmittel nehme, um kurzfristig eine Entzündung zu hemmen wie Harting nach seinem Hexenschuss in Rio.

Interview in der "Süddeutschen Zeitung"


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