Fury brüskiert Klitschko mit erneuter Absage

WM-Rückkampf
Kontrahenten
Der Rückkampf zwischen Wladimir Klitschko (l) und Tyson Fury soll erneut geplatzt sein. Foto: Rolf Vennenbernd

Der exzentrische Brite ließ den am 29. Oktober in Manchester vorgesehenen Kampf gegen den Ex-Champion erneut platzen. Er sei aus «medizinischen Gründen» nicht in der Lage zu kämpfen, sagte Fury-Manager Mick Hennessy. Genaue Auskunft zu den gesundheitlichen Problemen des 28 Jahre alten WBA- und WBO-Titelträgers gab es nicht.

Das Klitschko-Lager hofft jetzt auf ein Machtwort der beiden Weltverbände. Sie sollen den Titel für vakant erklären und ihn gegen den Ukrainer ausboxen lassen. Sicherheitshalber habe das Management des Wahl-Hamburgers schon einen Termin im Dezember in Hamburg geblockt, meldete die «Bild am Sonntag».

Klitschko hatte sich am Samstag «total enttäuscht» über die zweite Absage geäußert. «Ich befinde mich in einer Top-Verfassung und hätte mir meine WM-Gürtel in Manchester gerne zurückgeholt», sagte der 40-Jährige, dem die Zeit davonläuft.

«Die Situation ist für Wladimir wirklich deprimierend», sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte und ergänzte bei ESPN: «Wladimir wird als Geisel von diesem Kerl gehalten. Er will kämpfen, er trainiert. Und jetzt? Der erste Kampf war vor fast einem Jahr.» Jetzt seien die Weltverbände gefordert, eine Entscheidung hinsichtlich der Titel zu treffen. «Wir hoffen, dass Wladimir bald wieder kämpfen kann.»

Hennessy soll an das Klitschko-Lager geschrieben und sein «tiefstes Bedauern» mitgeteilt haben. Fachärzte hätten festgestellt, Fury sei nicht in der Verfassung, den Rückkampf zu bestreiten. Er müsse «behandelt werden, bevor er in den Ring zurückkehrt».

Bereits den ersten Rückkampf-Termin gegen Klitschko am 9. Juli hatte Fury platzen lassen. Damals gab er eine Knöchelverletzung an. Wenige Tage später war er während der Fußball-EM in Frankreich trinkend und ausgelassen tanzend mit englischen Fans in einer Kneipe in Nizza fotografiert worden.

Zudem steht Fury seit längerem unter Dopingverdacht. Im Frühjahr vergangenen Jahres soll er positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein. Fury bestreitet ein Dopingvergehen. Die britische Anti-Doping-Agentur UKAD hat den Weltmeister am 4. November zur Anhörung geladen.

Der Brite hatte Klitschko im November 2015 in Düsseldorf überraschend durch einen einstimmigen Punktsieg bezwungen. Bei konsequenterer Recherche und einer möglichen Doping-Verurteilung hätte Fury unter Umständen gegen Klitschko gar nicht um den Titel boxen dürfen.

Bericht ESPN

Mirror-Meldung

Pressemitteilung des Promoters


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