Bayern-Jäger setzen auf Hertha - Dardai: «reifer geworden»

Bundesliga
Gedankenspiel
Hertha-Trainer Pal Dardai hält einen Sieg beim FC Bayern für möglich. Foto: Matthias Balk

«So, wie wir agieren, sehe ich eine Minimalchance, dass wir ungeschlagen bleiben», meinte der Ungar selbstbewusst vor dem Spitzenspiel am Mittwoch. «Wir haben neun Punkte und nicht zwei und müssen deshalb keine Angst vor einen weiteren Klatsche haben.»

Die Berliner wollen so unbeschwert auftrumpfen wie der FSV Mainz 05 bei seinem 2:1-Sieg im März in der Allianz-Arena. «Gegen die Bayern reicht es nicht, gut zu spielen», meinte Dardai. «Wir müssen effektiv sein und ans Limit gehen.»

Der FC Bayern hat bei 11:1-Toren wie die Hertha alle Liga-Spiele gewonnen, richtig optimal läuft es aber beim Tabellenführer unter dem neuen Coach Carlo Ancelotti noch nicht. «Wir müssen besser spielen», forderte der Italiener und zeigte Respekt vor Hertha: «Es wird schwierig für uns. Wir müssen hundertprozentige Leistung bringen.» Schließlich droht schon bei einem Remis, dass die weiteren Verfolger aus Köln und Leipzig bei eigenen Siegen vorbeiziehen.

Etwas Besonderes ist die Partie gegen Hertha für Innenverteidiger Jerome Boateng, der lange für die Berliner spielte. «Ich verfolge Hertha sehr genau, weil es mein Ex-Verein ist und der Verein, wo ich groß geworden bin», sagte er. «Am Mittwoch dürfen sie verlieren, aber danach dürfen sie ruhig wieder gewinnen.»

Einen weiteren Erfolg will auch RB Leipzig als stärkster Bundesliga-Aufsteiger seit 25 Jahren (7 Punkte) einfahren. «Wir werden alles raushauen und dann sehen, was es dafür gibt», sagte Willi Orban, Abwehrchef der Sachsen, vor dem Duell mit Borussia Mönchengladbach (6 Punkte). Kein Trainer muss mehr davor warnen, den mit Millionen von Euros aufgepäppelten Club zu unterschätzen. «Leipzig ist kein typischer Aufsteiger», sagte auch Gladbachs Chefcoach André Schubert.

Die rund 5000 Borussia-Fans, die ihre Mannschaft nach Leipzig begleiten, haben gegen den Verein aus der Fußball-Retorte einen Protest angekündigt: In Anlehnung an das Gründungsjahr (1900) der Borussia wollen sie die ersten 19 Minuten auf der Tribüne schweigen. Gladbachs Manager Max Eberl hält die Kritik für übertrieben. «RB hat sich mit sportlichen Leistungen hochgearbeitet. Sie haben Geld und einen Plan», sagte er. Klar ist für ihn aber auch: «Wer 50 Millionen Euro investiert, will auch angreifen.»

Ordentlich Geld für neue Spieler haben auch der FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen auf den Tisch gelegt - bisher mit wenig oder keinem Erfolg in Liga eins. Die Schalker stehen nach drei Spielen mit null Punkten und 0:5-Toren da. Wenn auch im Westderby gegen den 1. FC Köln (7 Punkte) die Wende nicht geschafft werden sollte, dürfte die Kritik am neuen Coach Markus Weinzierl lauter werden.

«Natürlich ist man unzufrieden, wenn die ersten drei Spiele verloren wurden», befand der Cheftrainer am Dienstag. «Jetzt sind wir gefordert und müssen das Glück erzwingen.» Keine Panik will 04-Sportvorstand Christian Heidel aufkommen lassen. «Es sind doch erst drei Spieltage», beschwichtigte er.

Auch die Leverkusener haben sich den Start in die neue Saison anders vorgestellt - und nicht nur einen Sieg und zwei Niederlagen. Gegen den FC Augsburg müsse nun ein Erfolg her, «damit wir den Anschluss ganz früh nicht verpassen», forderte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Ganz andere Probleme hat der Tabellenletzte Werder Bremen, der den FSV Mainz 05 zu Gast hat. Nach der Beurlaubung von Viktor Skripnik soll Erstliga-Trainerdebütant Alexander Nouri erstmal den freien Fall stoppen und endlich den ersten Punkt einfahren. «Es geht darum, die Köpfe frei zu kriegen und in die Herzen der Spieler zu kommen», sagte Nouri. «Wir müssen wieder diesen positiven Gedanken finden, durch gegenseitiges Inspirieren.»


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