Bitterer Abend für Nouri - Aber ein Hauch von Leben

Werder-Krise
Interimscoach
Bremens Trainer Alexander Nouri (oben 2.v.r.) wurde im ersten Spiel gleich auf die Tribüne geschickt. Foto: Carmen Jaspersen

Sportchef Frank Baumann traut ihm das Heimspiel am Samstag (18.30) gegen den VfL Wolfsburg jedenfalls zu. «Wir haben eine Mannschaft voller Leidenschaft gesehen», sagte Baumann nach dem 1:2 (1:0) gegen Mainz. «Alex hat das gut gemacht. Wir kennen ihn seit Jahren, wissen, was er kann. Wir hatten uns einen Impuls erhofft, der war zu sehen», ergänzte der Nachfolger von Thomas Eichin. Trotzdem wird es nach dem Wochenende wohl eine andere Lösung auf der Trainerbank geben, auch wenn Baumann beteuert, dass es kein Zeitfenster für die Dauer-Nachfolge von Viktor Skripnik gibt: «Wir entscheiden, was die beste Lösung für Werder ist.»

Nach dem Abpfiff am Mittwochabend holte Nouri die Mannschaft noch auf dem Spielfeld zusammen und sprach ihr Mut zu. «Mein Ansatz ist, das Positive hervorzuheben. Meine Person ist nicht wichtig», sagte der 37 Jahre alte Aushilfscoach. Die besondere Atmosphäre im Weserstadion mit der Unterstützung der Fans bis zum Schluss hatte ihm gefallen. «Natürlich berührt mich das, ich lebe das ja mit, Bremen ist eine Fußballstadt», sagte Nouri. Regisseur Zlatko Junuzovic bestätigte trotz nun 3:14-Toren die positive Ansprache: «Er hat uns Mut zugesprochen, versucht uns mitzureißen.»

Mut bewies der Neuling bereits bei der Aufstellung, als er den 19 Jahre alten Flüchtling Ousman Manneh von der U23 hochzog und als einzigen Stürmer aufstellte. Der Gambier hätte zum Einstand fast ein Tor geschossen. «Ousman hat seine Sache sehr gut gemacht, in der U23 ist er schon sehr unangenehm für den Gegner», berichtete Nouri.

Überraschend brachte er auch Izet Hajrovic, für den sich im Sommer kein Abnehmer fand. Der Bosnier zahlte es mit großem Einsatz, schnellen Flügelläufen und seinem Treffer in der 12. Minute zurück. Yunus Malli (87.) und Joker Pablo de Blasis (90.+2) machten Werders Hoffnungen in der Schlussphase noch zunichte.

Nouri musste zudem wegen Meckerns auf die Tribüne. «Ich fand es unnötig, Alex ist nun einmal sehr emotional», meinte Baumann. «Ich weiß nicht, ob andere Trainer die schon länger im Geschäft sind, hochgeschickt werden.»

Der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder, der im Vorjahr noch in Bremer Diensten stand, schätzt Nouri enorm: «Ich traue ihm alles zu. Er ist sehr akribisch, sehr ehrgeizig und gibt alles für den Fußball.» Am Samstag gegen Wolfsburg wird Nouri es noch einmal mit der von Verletzungen und Sperren dezimierten Mannschaft versuchen dürfen. Große Hoffnung, dass einer der vermissten Leistungsträger kurzfristig zurückkommt, konnte Baumann nicht machen: «Ich rechne mit der Rückkehr von Claudio Pizarro vor November.»


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