Neuer Standort für Volkshochschulkurse in Heuchelheim gesucht

Das alte Rathaus in Heuchelheim sieht zwar nett aus, doch für die VHS-Kurse sollen zukünftig andere Räume verwendet werden. Der Grund: Das "Klassenzimmer" im zweiten Stock ist nicht barrierefrei.  Archivbild: Ewert

Ein enger Treppenaufgang und kein Aufzug weit und breit - barrierefrei ist anders. Die VHS-Kurse sind dem alten Rathaus "entwachsen" - und sollen bald nach Kinzenbach ziehen.

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HEUCHELHEIM. Ein enger Treppenaufgang, eine Vielzahl an Stufen bis zum zweiten Stock und kein Aufzug weit und breit - barrierefrei ist anders. Kein Wunder also, dass sich immer wieder Teilnehmer der Volkshochschulkurse in Heuchelheim beschweren. Das alte Rathaus ist als Standort für die Englisch-, Smartphone- und Modekurse, die unter anderem hier angeboten werden, nicht mehr zeitgemäß.

"Die Kurse sind mit den Teilnehmern mitgewachsen, aber leider nicht der Standort", sagt auch Bürgermeister Lars Burhard Steinz. Seit Ende der 80er Jahre wird an der Brauhausstraße 26 Weiterbildung für Erwachsene angeboten. Doch für jeden zugänglich ist das Gebäude nicht. Schon seit Längerem ist deshalb nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Kreisvolkshochschule Gießen auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

Ab Ende 2019

Doch das ist gar nicht so einfach, wie Torsten Denker, Leiter der Volkshochschule im Landkreis, erklärt. "Es ist extrem schwierig, gerade in Heuchelheim einen geeigneten Ort zu finden, weil es schlicht zu wenig Räumlichkeiten gibt, die in der Hand der Gemeinde sind." Die VHS sei aber im guten Dialog mit der Gemeinde und man suche gemeinsam nach geeigneten Alternativen. "Das ist aber mit hohem organisatorischen Aufwand verbunden", so Denker weiter.

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Eine "kleine Lösung" habe man bereits für einen Englischkurs für Teilnehmer ab 60 plus gefunden, da gerade aus ihren Reihen immer wieder Beschwerden kamen. Hier kann ausnahmsweise der Raum des Schachclubs im Erdgeschoss des alten Rathauses genutzt werden. Auch in der evangelischen Martinsgemeinde wird ein VHS-Sprachkurs angeboten - allerdings wird hier aufgrund zusätzlicher Raumkosten eine etwas höhere Teilnahmegebühr fällig. Doch eine zeitnahe "große Lösung" ist indes nicht in Sicht, wie Denker weiter schildert. "Kurzfristig ist das schwierig. Da müssen wir schon an die mittel- und langfristigen Ansätze denken", betont er.

Dabei sei gerade das Thema Barrierefreiheit für die VHS wichtig. Derzeit wird auch die Kreisvolkshochschule in Lich für rund 5,26 Millionen Euro saniert - und eben unter anderem frei begehbar für alle gemacht.

Auch Bürgermeister Steinz macht sich stark dafür, dass eine solche Zugänglichkeit für Heuchelheim bald möglich ist und man habe auch bereits einen passenden neuen Standort gefunden: Die alte Schule in Kinzenbach, in die man ohnehin neues Leben bringen will.

"Es wird in den nächsten Sitzungen einen neuen Konzeptvorschlag für das Gebäude geben, sodass der Umbau in diesem Jahr beginnen kann", erklärt Steinz. Bereits für Ende 2019 rechnet er damit, dass einige Räume bezugsfertig und barrierefrei sind, denn ein Aufzug soll eingebaut werden. "Dieses Jahr müssen sich die Kursteilnehmer leider noch mit der Situation zufrieden geben, aber sie sollen wissen: Wir arbeiten daran."

Und das alte Rathaus? Das soll ebenfalls nicht zu kurz kommen. 80 000 Euro wurde im Haushalt 2019 für die Renovierung des Gebäudes bereitgestellt. Vor allem der Austausch aller Fenster sowie die Sanierung der Flure und Wände sollen damit finanziert werden. "Die bisherigen Angebote im alten Rathaus bleiben bestehen, etwa das Standesamt, die Bücherei und die Räume für den Astronomie- und Schachverein." Auch für die dann frei gewordenen Räumlichkeiten im zweiten Stock werde man sicherlich eine Verwendung finden, so Steinz weiter.

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Von Jennifer Meina