Sturmböen fegen auch über Mittelhessen: Rettungskräfte im...

Mitarbeiter der Bahn und des Technischen Hilfswerks (THW) räumen bei Kriftel die Bahngleise von den bei einem Sturm herunter gefallenen Ästen. Zu mehr als 80 Einsätzen ist die Feuerwehr am Mittwochabend nach einem Sturm in und um Frankfurt herum ausgerückt.  Foto: dpa

Umgestürzte Bäume und Bauzäune, beschädigte Dächer, gesperrte Straßen und Schienen: Die Folgen eines Unwetter am Abend waren auch am Donnerstag vielerorts im Land noch zu spüren.

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REGION. Gewitter mit Sturmböen sind am Mittwochabend über Hessen hinweggefegt. Umgestürzte Bäume auf Straßen und Schienen beschäftigten Feuerwehr und Bahn teilweise bis in den Morgen. Der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) meldete für Donnerstagfrüh noch Probleme auf mehreren Strecken.

Einigermaßen glimpflich kam der Kreis Gießen davon, rund 30 Einsätze wurden gefahren, um umhergewehte Äste sowie umgestürzte Bäume und Schilder zu beseitigen. Größere Schäden entstanden laut Polizei nicht, eine Fußgängerin wurde in der Nähe des Klosters Arnsburg von umherfliegenden Baumteilen getroffen und dabei leicht am Arm verletzt.

Im Kreis Marburg-Biedenkopf wurde ein Feuerwehrmann im nächtlichen Einsatz leicht am Bein verletzt; während Absperrmaßnahmen auf einer Landstraße streifte ihn ein vorbeifahrendes Auto, wie der Kreis mitteilte. Der 41-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr zählte mehr als 100 Einsätze am Mittwochabend allein in diesem mittelhessischen Kreis. Dächer wurden den Angaben zufolge beschädigt, umgestürzte Bäume schlossen auf einer Landstraße Autofahrer ein. "Ab etwa 19.30 Uhr zogen dunkle Gewitterwolken über den Landkreis, gefolgt von Blitz, Donner und heftigen Sturmböen", berichtete die Marburger Kreis-Pressestelle. Auch die Polizei musste zu zahlreichen Einsätzen in dem Kreis ausrücken, auch wegen umhergewehter Gegenstände und ausgelöster Alarmanlagen. Eine 26-Jährige sei mit dem Schrecken davon gekommen, als ein größeres Baumstück auf ihr Auto krachte.

Rund 70 Einsätze absolvierte die Feuerwehr im Wetteraukreis - der dringend erwartete Regen sei allerdings ausgeblieben, erklärte der Kreis. In Bad Nauheim wurde eine Person leicht von Ästen eines umstürzenden Baum am Kopf verletzt. Auch die Autobahn 5 blieb nicht verschont: Zwischen Ober-Mörlen und Friedberg blockierten Bäume die Fahrbahn, ein Fahrer wurde leicht verletzt, als ein Baum sein Auto traf, wie die Polizei erklärte. In Gießen maß der Deutsche Wetterdienst (DWD) Windgeschwindigkeiten bis zu 97 Stundenkilometer. Dazu kamen Blitz und Donner: Aus dem Landkreis Limburg-Weilburg meldete die Polizei kleinere Schäden durch Blitzeinschläge.

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In Nordhessen stürzten ebenfalls Bäume um. Vereinzelte Beeinträchtigungen gab es laut Polizei im Werra-Meißner-Kreis, eine Straße musste gesperrt werden.

Im Rhein-Main-Gebiet wehte es heftig, die Frankfurter Feuerwehr berichtet auf Twitter von rund 85 Einsätzen bis 22 Uhr. Bäume und Bauzäune stürzten um, Dachziegel wurden davon geweht. Im Bereich des RMV kam es wegen Oberleitungsstörungen zu Ausfällen und Verspätungen im Regionalzugverkehr zwischen Frankfurt und Limburg. Betroffen seien die Regionalbahnlinien RE20 und RB22. Auf der Strecke der Linie S2 werden einem Sprecher der Deutschen Bahn zufolge zwischen Hofheim und Frankfurt-Höchst Ersatzbusse eingesetzt. Auch im Main-Kinzig-Kreis kann es nach Angaben des RMV noch zu vereinzelten Bahnverspätungen der Linie RB46 kommen. Die Sturmschäden an dieser Strecke seien jedoch behoben.

Für diesen Freitag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit deutlich niedrigeren Temperaturen in Hessen. Die Höchstwerte sollen dann nur noch bei 14 bis 17 Grad liegen. Es ist meist stark bewölkt, Regenschauer sind möglich. Nachts sinken die Temperaturen auf nur noch sieben bis drei Grad. Ein ähnliches Bild zeigt die Vorhersage für das Wochenende, am Samstag kann es zudem erneut blitzen und donnern.